Gemeinschaftskonzert überzeugte
Gelungener Auftakt

Ahaus-AlstättE/Legden -

Wenn das kein gelungener Auftakt zum Jubiläumsjahres war! Der Musikverein Alstätte – der seit 125 Jahren das Kulturleben des Dorfs prägt – zeigte sich am Samstagabend erneut in bestechender Form.

Montag, 16.03.2015, 07:03 Uhr

Die Young Voices 
Die Young Voices  Foto: Martin Borck

Wenn das kein gelungener Auftakt zum Jubiläumsjahres war! Der Musikverein Alstätte – der seit 125 Jahren das Kulturleben des Dorfs prägt – zeigte sich am Samstagabend erneut in bestechender Form. Das Gemeinschaftskonzert , das er zusammen mit dem MGV Eintracht und den „Young Voices“ im Audimaxx in Legden durchführte, war ein Ohrenschmaus. Und auch um den Nachwuchs muss man nicht bange sein: Die „Next generation" erhielt hohes Lob für ihre Leistung im Vorfeld des offiziellen Konzerts.

Ein Detail von vielen, die die Güte des Musikvereins ausmachen, ist der exakte Einsatz der Musiker. Gleich beim ersten Stück – traditionsgemäß ein Marsch – ist der volle Klang des Orchesters von einer Millisekunde auf die nächste einfach da. Eine Kunst, die auf beharrliche Probenarbeit, das Können des Dirigenten und auf die Konzentrationsfähigkeit jedes einzelnen Musikers zurückzuführen ist. Auf jeden Fall: Großherzog Friedrich von Baden , dem Komponist Karl Haefele den Marsch gewidmet hatte, hätte sicherlich seine Freude gehabt an der Aufführung des eleganten, so gar nicht martialisch wirkenden Musikstücks.

Dass ein symphonisches Blasorchester vom Klang her seinem klassischen Pendant kaum nachsteht, zeigte sich an der Ouvertüre zur „Diebischen Elster“ von Rossini. Einen strahlenden Glanz verbreiteten die Musiker, mit Schmackes kosteten sie den rhythmischen Pomp im ersten Abschnitt aus. Ouvertüren komprimieren das gesamte musikalische Geschehen der Oper auf wenige Minuten. Viele musikalische Gedanken mit ihren unterschiedlichen Formen verlangen den Musikern große Flexibilität ab. Wie später auch bei der Komposition „Noah‘s Ark“ von Bert Appermont (mit seiner teils archaischen Tonsprache) gelang den Musikern die Umsetzung wiederum formidabel. Beim Arche-Stück entfaltete sich die gesamte Klangfülle, die das Orchester zu bieten hat – von Piccoloflöte bis zu den Röhrenglocken.

Ein witziges Duell lieferten sich Felix Gesen­hues und Hendrik Wielens an ihren Xylofonen: Der dramatische Vortrag wurde immer wieder durch freche Intermezzi – vom „Säbeltanz“ bis „Entertainer“ gestört. Das extra von Sandy Smith für Blasorchester erweiterte Arrangement war übrigens eine Uraufführung; ursprünglich war es für Xylofone und Brassband geschrieben worden, wie Moderator Ludger Gesenhues berichtete.

Die Perkussionisten standen bei der „African Symphonie“ im Mittelpunkt des Geschehens. Toll, wie geschmeidig sich der Klangcharakter des Orchesters den kompositorischen Ansprüchen anpasste – und dann bei „Gabriellas Song“ wieder zu einem neuen Ausdruck fand. Nina Leveling sorgte beim Publikum mit ihrem auf Schwedisch gesungenen Beitrag für Gänsehaut und erhielt verdientermaßen Extra-Applaus.

Nach Anfangsschwierigkeiten fand auch Gitarren-Solist Tonius Heidemann bei dem wahrlich anspruchsvollen Stück „Classical Gas“ zu einem versöhnlichen Abschluss.

Den Schlusspunkt setzte der Musikverein mit Höhepunkten aus den irischen Shows „Riverdance“ und „Lord of the Dance“. Nicht dass die Musiker steppten; sie vermittelten aber den Charakter der irischen Folkmusik, die die Grundlage des Showerfolgs ist, auf beeindruckende Weise. Schnelle Weisen, die sich mit balladenhaften Passagen abwechselten, verlangten den Musikern wiederum hohe Konzentration ab.

Der Männergesangverein Eintracht“ unter Leitung von Henriette van Eikenaar schlug einen Bogen von Ost (mit dem russischen „Mno gaja ljeta“ von Bortnjanski) nach West mit dem Spiritual „Give me that old time religion“ sowie dem Webber-Titel „Schau, was Liebe ändern kann“ und dem „Sänger-Blues“. Die besondere Stärke des Chors lag auf der Her­ausarbeitung der harmonischen Finessen der Stücke.

Die „Young Voices“ überzeugten erneut durch ihre erfrischende Strahlkraft. Leiterin Martraud Leeners schafft es mit ihrer ansteckenden Begeisterungsfähigkeit stets, ihre Sängerinnen auf den Punkt zu Höchstleistungen zu motivieren. Es machte Spaß, dem Chor zuzuhören, der mit „Royals“ und – mit Nicola Gewing und Iris Steinhoff als Solistinnen – „Calm after the Storm“ das Publikum aufhorchen ließ. Und beim Eurythmics-Hit „Sweet Dreams“ die Zuhörer zum Mitsingen zu motivieren. Klasse.

Eine Überraschung gab es schließlich noch für Dirigent Ludger Niemeier, der seit 50 Jahren dem Musikverein angehört: Das Orchester hatte sich im Saal des Muziekcentrums Enschede fotografieren lassen – an einer Stelle, wo hochdekorierte Orchester auftreten. Über das Foto freute sich der überraschte Niemeier sichtlich.

Mit dem gemeinsam vorgetragenen „Bis bald, auf Wiedersehen“ verabschiedeten sich die Aktiven des Gemeinschaftskonzerts bis zum nächsten Jahr. Der Musikverein allerdings nur bis Ende Juni, wenn das Jubiläumsprogramm steigt. Unter anderem wird es einen Umzug mit rund 30 Musikkapellen und ein Konzert mit „Vlado Kumpan und seinen Musikanten“ geben, die wie Ludger Gesenhues meinte, zur Champions-League der Kapellen gehören, die böhmische Volksmusik machen.

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