Familie Drops ungewöhnliches Hobby: der Zughundesport
Ein cooles Gespann

Ahaus-Alstätte -

Eine gemütliche Bollerwagenfahrt im Grünen macht Spaß. Wenn den Wagen dann auch noch von zwei Berner Sennen ziehen, wird die Fahrt zum Erlebnis. In Alstätte sorgen Amy und Fina für großes Vergnügen bei der zweieinhalbjährigen Lara.

Samstag, 11.04.2015, 08:04 Uhr

Die zweieinhalbjährige Lara hat sichtlich Spaß daran, sich von Amy und Fina im Bollerwagen ziehen zu lassen. Ihre Mutter Christine Drop (kleines Foto) läuft nebenher.
Die zweieinhalbjährige Lara hat sichtlich Spaß daran, sich von Amy und Fina im Bollerwagen ziehen zu lassen. Ihre Mutter Christine Drop (kleines Foto) läuft nebenher. Foto: Anne Alichmann

Als Christine Drop das Geschirr hervorholt, wissen Amy und Fina gleich Bescheid. Freudig wedeln die beiden Hündinnen mit dem Schwanz – und halten geduldig still, während die 29-Jährige sie einspannt. Die kleine Lara klettert indessen in den Bollerwagen und macht es sich auf einer Wolldecke gemütlich. Dann kann es losgehen. Das Mädchen schnalzt einmal laut – und die Hunde setzen sich in Bewegung.

Und zwar ganz schön flott. Die zwei haben offenbar nur auf ihren Einsatz gewartet. Christine Drop muss zügig gehen, um Schritt zu halten. Doch ein unauffälliges Signal reicht, und die beiden Berner Sennen legen ein gemütlicheres Tempo ein. „So ist es gut“, lobt das Frauchen und wirft einen Blick nach hinten. Dort sitzt Tochter Lara ganz entspannt im Wagen und lässt sich den frischen Wind um die Nase wehen. Es ist kaum zu übersehen: Der Zweieinhalbjährigen macht die Ausfahrt riesigen Spaß.

Gut so, denn so war das ja schließlich auch gedacht. Als Christine Drop und ihr Mann Simon vor mehr als drei Jahren beschlossen, mit ihren Hunden einmal das Wagenziehen auszuprobieren, hatten sie auch den Nachwuchs im Blick. Warum nicht auch mal Amy und Fina das Kind im Bollerwagen ziehen lassen? „Rassen wie diese wurden schließlich früher für das Wagenziehen gezüchtet“, sagt Christine Drop. Die robusten Vierbeiner brachten zum Beispiel einst die Milchkannen von der Alm zu den Höfen. Es liegt den Berner Sennen also quasi im Blut.

Gedacht, getan. Die beiden Alstätter, die auch beruflich mit Tieren zu tun haben – Simon Drop führt einen Dressurpferdestall – lasen sich in das Thema ein, holten sich Tipps von Experten und besorgten die passende Ausrüstung. „Gar nicht so leicht, denn hier in der Gegend ist das Wagenziehen nicht sehr verbreitet“, sagt Christine Drop. Über das Internet wurde das Paar aber fündig.

Dann begannen die beiden, ihre Hunde langsam auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. „Das geht nicht von jetzt auf gleich.“ Amy und Fina mussten sich erst mal an das Geschirr gewöhnen und Kondition aufbauen, bevor sie größere Lasten ziehen konnten. Und: „Nicht jeder Hund lernt gleich schnell.“ Das ist nicht zuletzt auch eine Frage des Charakters: „Fina ist weniger entspannt als Amy und hat deswegen länger gebraucht“, berichtet Christine Drop. Durch das Wagenziehen sei die Hündin aber „viel cooler“ geworden.

Überhaupt hätte sich das neue Hobby sehr positiv auf die Tiere ausgewirkt. „Sie sind total ausgeglichen und nie krank“, erklärt das Frauchen. Selbst Amy, die mit zehn Jahren schon zu den Senioren unter den Berner Sennenhunden zählt, sei immer noch topfit.

Natürlich genießen auch die Hundebesitzer die regelmäßigen Ausfahrten. Nicht nur die kleine Lara darf im Bollerwagen Platz nehmen – auch Christine Drop lässt sich von den Hunden ziehen: in einem sogenannten Sacco-Cart. Zwei bis drei Mal die Woche zuckelt das Gespann durch Alstätte und Umgebung. Und natürlich sorgt das immer wieder für Aufsehen: „Ich werde ständig angesprochen“, erklärt Christine Drop lachend. Die meisten fänden die Idee klasse, und mancher Hundebesitzer würde seine Vierbeiner auch gerne mal anspannen.

Einige hat Christine Drop denn auch schon in ihr besonderes Hobby eingeweiht. „Im Prinzip ist jeder gesunde Hund für das Wagenziehen geeignet“, erklärt sie. Aber: „Wer noch keine Erfahrung hat, sollte das auf keinen Fall einfach so ausprobieren. Am Anfang passieren die meisten Fehler – nicht, dass die Hunde sich am Ende gar nicht mehr anspannen lassen.“ Die Alstätterin ist gerne bereit, weiteren interessierten Hundehaltern und ihren Tieren das Wagenziehen beizubringen, auch beim Kauf des Zubehörs hilft sie weiter. Vielleicht, so hofft sie, findet sich ein kleines Grüppchen zusammen, das gemeinsame Ausfahrten unternimmt. Fina und Amy wären sicher auch begeistert . . .

► Christine Drop ist unter ✆ 0160 4556432 oder über Facebook zu erreichen.

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