117 Schüler behandelt
Atemwegsreizungen und Übelkeit

Ahaus -

Ein sogenannter „Massenanfall von Verletzten“ verursachte am Mittwochmorgen am Alexander-Hegius-Gymnasium um kurz nach 10 Uhr einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. 160 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Borken sind nach Ahaus gerufen worden.

Mittwoch, 13.05.2015, 15:05 Uhr

Zahlreiche Feuerwehr- und Rettungswagen säumten am Mittwochmorgen die Fuistingstraße. Ebenso zahlreich waren die schaulustigen Schüler.
Zahlreiche Feuerwehr- und Rettungswagen säumten am Mittwochmorgen die Fuistingstraße. Ebenso zahlreich waren die schaulustigen Schüler. Foto: heu

Was zunächst Schlimmes befürchten ließ, endete relativ glimpflich. 117 Schüler und Lehrer mussten zwar vor Ort aufgrund von Reizerscheinungen behandelt werden, die meisten konnten aber kurz darauf nach Hause gehen. Sechs Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. Der leitende Notarzt schloss allerdings aus, dass alleine wegen der möglichen Gefahrstoffe eine ambulante oder stationäre Behandlung nötig sei. Vielmehr seien Begleiterscheinungen wie ein Asthmaanfall Hintergrund für die Fahrt ins Krankenhaus.

Im naturwissenschaftlichen Flügel im Erdgeschoss hatten die ersten Schüler aus der Mittelstufe während des Unterrichts über Atemwegreizungen, Übelkeit und einen Belag auf der Zunge geklagt. Daraufhin wurde zunächst der betroffene Trakt und kurz darauf die ganze Schule mit etwa 1150 Schülern, 100 Lehrern und Verwaltungspersonal evakuiert. „Das hat in Ruhe und ohne Panik geklappt“, berichtete Schulleiter Michael Hilbk.

Die Schüler und Lehrer, die über gesundheitliche Probleme klagten, wurden zunächst vom Lehrerkollegium und später von Rettungskräften in der Aula des Gebäudes betreut. Die Feuerwehr machte sich derweil unter Einsatz von Atemschutzgerät auf die Suche nach der Ursache für den „beißenden Geruch“, wie Polizeipressesprecher Dieter Hoffmann den Eindruck der Betroffenen wiedergab.

Diese konnte bislang allerdings nicht ermittelt werden. Verschiedene Tests mit moderner Messtechnik blieben ergebnislos. „Wir haben allerdings auch als erstes die Fenster aufgerissen und gelüftet, um die Gefahr zu bannen. Somit wird das Messen schwierig“, sagte Kreisbrandmeister Josef Thesing.

Sicher ist nur, dass schulische Experimente mit chemischen Substanzen als Ursache ausgeschlossen werden können. „Ausschließen kann ich ansonsten zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Berthold Büter auf die Frage, ob die Reizungen auch absichtlich herbeigeführt worden sein könnten.

Nachdem alle Schüler und Lehrer das Gebäude verlassen hatten, richteten Polizei und Feuerwehr zeitnah eine Personenauskunftsstelle für Eltern und Schüler im angrenzenden Jugendheim ein. Die medizinische Rettung war am Mittag abgeschlossen, doch der Bereich rund um die Fuistingstraße war aufgrund der Ursachensuche noch bis in den Nachmittag gesperrt. Die Kriminalpolizei Ahaus will Ermittlungen wegen eines Anfangsverdachts auf fahrlässige, eventuell sogar vorsätzliche Körperverletzung aufnehmen, sagte Polizeisprecher Hoffmann.

Während am Mittwoch der weitere Unterricht am Alexander-Hegius-Gymnasium ausfiel, soll dieser nach dem langen Wochenende am Montag wieder ganz normal stattfinden.

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