Regionalplan
Keine Windräder vor Alstätte

Ahaus-alstätte -

Eine Sorge weniger: Der Protest der Bürgerinitiative „Besorgte Alstätter“ hat offenbar Früchte getragen. Der gestern vom Regionalrat Münster verabschiedete „Sachliche Teilplan Energie“ des Regionalplanes für das Münsterland sieht keinen Windenergiebereich „Ahaus 4“ mehr vor.

Montag, 21.09.2015, 00:09 Uhr

Bilder wie diese in direkter Nachbarschaft: Das wird es wohl für die Alstätter nicht geben.
Bilder wie diese in direkter Nachbarschaft: Das wird es wohl für die Alstätter nicht geben. Foto: Karin C. Punghorst

Der Regionalrat habe sich „mit den nicht ausgeräumten Anregungen und Bedenken der Verfahrensbeteiligten und aus der Öffentlichkeitsbeteiligung intensiv und abschließend befasst“, heißt es in einer Erklärung des Regionalrats zum Abschluss des Verfahrens. Im wesentlichen sei er den von der Bezirksregierung erarbeiteten Positionen gefolgt. „Lediglich im Fall der Anregungen und Bedenken zur Darstellung eines Windenergiebereichs in der Nähe von Ahaus-Alstätte teilte er diese Position nicht und beschloss, den Bereich „ Ahaus 4“ nicht als Windenergiebereich in den Regionalplan aufzunehmen.“

Zur Begründung erklärte der Vorsitzende Engelbert Rauen , es gebe Artenschutz-Vorbehalte und den Zwang, erhebliche Ausgleichsflächen auszuweisen. Hinzu komme – allerdings erst als nachgeordnetes Argument – der „erhebliche Widerstand“ der Alstätter Bevölkerung und vor allem die Tatsache, dass die 600 Meter Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnbebauung „nur so gerade erreicht werden“.

Rauen betonte, mit der Entscheidung, „Ahaus 4“ aus dem Regionalplan zu nehmen, sei indes kein Präzedenzfall geschaffen worden. Regionalplaner Ralf Weidmann erklärte zudem, dass mit den 142 Vorrangzonen, die für den Regierungsbezirk Münster aufgestellt wurden, eine Gesamtfläche von 8260 Hektar für die Windenergie vorgesehen ist. „Das ist ein Drittel mehr Fläche, als landespolitisch von uns gefordert wurde.“

Präzedenzfall hin oder her – die Bürgerinitiative dürfte die Entscheidung als Sieg verbuchen. Sie hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auf ihre Bedenken aufmerksam zu machen. Die Ängste reichten von Belastungen durch Schattenwurf und Infraschall bis hin zum so genannten Windrad-Syndrom.

Bei der Stadt Ahaus gab es ebenfalls Bedenken gegen das von der Bezirksregierung vorgeschlagene Areal, weil dort Kibitze nisten und Kraniche das Gebiet als Rastplatz nutzen. Schon allein deswegen sei ein Bürgerwindpark dort nur schwer zu realisieren, hatte der Ahauser Rat schon Ende 2014 festgestellt. Eine sehr große Ausgleichsfläche werde benötigt: insgesamt zwölf Hektar. Auch den Bürgerprotest führte der Rat ins Feld.

Stefan Hilbring, Pressesprecher der Stadt Ahaus, zeigte sich zufrieden mit dem gestrigen Votum. Der Regionalrat sei mit seiner Entscheidung der Empfehlung des Rates gefolgt, erklärte er unserer Zeitung. „Dementsprechend freuen wir uns über diese Entwicklung des Verfahrens“.

Der Sprecher der Bürgerinitiative, Andreas Render, will sich indes nicht zu früh freuen. „Das ist erstmal das erste Etappenziel“, sagte er gestern auf Anfrage. „Jetzt geht es darum, wie die Stadt damit umgeht.“

Außerdem gebe es noch die – nicht nur theoretische – Möglichkeit, dass ein Landeigentümer, der unbedingt eine Windkraftanlage bauen wolle, dies als privilegiertes Bauvorhaben juristisch durchboxe. „Davon gehen wir jetzt aber nicht aus“, sagte Render.

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