Gemeinschaftskonzert „Musik, die nie verklingt“
Tänzerische Leichtigkeit

Ahaus-Alstätte -

Wenn ich Märsche von John Philip Sousa höre, spielt sich vor meinem geistigen Auge immer derselbe Film ab: Ich sehe eine marschierende Kapelle mit einem dickleibigen, amerikanischen Tambourmajor vorweg, der aber trotz seiner Leibesumfangs eine tänzerische Leichtigkeit ausstrahlt. Wie gesagt: Es ist eine optische Fantasie meinerseits. Der Musikverein Alstätte spielte zwar am Samstagabend den Sousa-Marsch „The Washington Post“; doch die 80 Musiker marschierten nicht, sie saßen. Und Dirigent Ludger Niemeier hat schon rein äußerlich so gar nichts mit dem von Tambourmajor in meiner Vorstellung weg. Die Parallele zwischen Realität und Fantasie liegt in der Leichtigkeit, mit der Musikverein die Komposition darbot und dabei das typische Klangbild zauberte, das die Sousa-Märsche ausmacht.

Montag, 14.03.2016, 07:03 Uhr

Der Musikverein Alstätte unter dem Dirigat von Ludger Niemeier
Der Musikverein Alstätte unter dem Dirigat von Ludger Niemeier Foto: Martin Borck

Ein gelungener Auftakt also zum Gemeinschaftskonzert „Musik, die nie verklingt“, das im Audimaxx im Dorf Münsterland in Legden stattfand. Der Männergesangverein „Eintracht“ und der Chor „For Pleasure“ sorgten für die vokalen Parts des Konzerts, das der Musikverein-Nachwuchs „Next Generation“ eingeleitet hatte.

Zwei großartige Stücke, die der Musikverein im vergangenen Jahr einstudiert und beim adventlichen Konzert in der Alstätter Kirche präsentiert hatte, wurden wegen des großen Zuspruchs nochmals aufgeführt: Die „Geschichte von Anne Frank “, ein aufwühlendes Stück Programmmusik, und „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“, bei dem erneut Evelyn Ziegler mit strahlendem Sopran den Gesangspart übernahm.

Der Musikverein erwies sich mit allen musikalischen Wassern gewaschen. Solistisch durften sich am Samstag die sechs Trompeter präsentieren. Sie spielten in rasendem Tempo Leroy Andersons „Buglar‘s Holiday“. Wobei, wie Moderator Ludger Gesenhues verriet, eine besondere Technik, die Doppelzunge, zur Anwendung kam. „Sie haben versucht, es mir zu erklären“, so Gesenhues. „Es läuft darauf hinaus: Wer gut küssen kann, kann auch gut Doppelzunge.“ Was andersherum Rückschlüsse auf die Kusstechnik der Trompeter zulasse, mutmaßte er. Demnach dürfen die Frauen der sechs sich glücklich schätzen . . .

Südamerikanisches Flair verbreiteten die Musiker mit dem „Tico-Tico no fubà“ und mit einem frischen Arrangement von „Copacabana“. Danach ließen die Musiker akustisch den rosaroten Panther durch den Audimaxx streifen. Die ausgezeichnete Interpretation der herrlichen Mancini-Komposition setzte erneut das Kopfkino in Gang: die durchs Unterholz schleichende Raubkatze, die zum Sprung ansetzt, dann die Lösung der Spannung – toll gemacht von den Musikern.

Kraftvoll der Tina-Turner-Titel „Simply the Best“, bei dem Anne Terhaar stimmlich die Pop-Diva gab. Mit dem Medley zum „König der Löwn“ („Hakuna matata“, „Can you feel...“) und dem rasanten Bessarabyanke, einem wunderbaren Mix aus Klezmer, Polka und anderen südosteuropäischen und vorderasiatischen Klängen verabschiedete sich das Orchester.

Die Männergesangverein bereitete den Zuhörern gute Unterhaltung mit dem schwungvollen „Dat Wasser vun Kölle“, und dem „Glöckchen“. Karibisch wurde es mit „Come, missa tallyman“, und in den Dschungel ging es mit „The Lion sleeps tonight“, das Chorleiterin Henriette Eikenaar neu arrangiert hatte. Für sie war das Konzert der letzte Auftritt mit dem MGV. Hermann Terweh dankte ihr für die neunjährige Zusammenarbeit und überreichte ihr ein gerahmtes Foto des Chors.

„For Pleasure“ hat den Wechsel schon hinter sich. Die neue Leiterin, Marion Röber, hatte gleich ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das hohe Konzentration von den Sängerinnen erforderte. Besonders „Shower the People“ von James Taylor in einem Arrangement von Juan Garcia hatte es in sich. Swingend kamen „Free your Soul“ und harmonisch „Just the way you are“.

Am Schluss des Gemeinschaftskonzerts – das übrigens zum 40. Mal stattfand – verabschiedeten sich alle Beteiligten mit dem Lied „Bis bald, auf Wiedersehen“.

Musik, die nie verklingt

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  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein Eintracht und der Frauenchor „DFor Pleasrue“ gestalteten am Samstagabend zum 40. Mal ein Gemeinschaftskonzert unter dem Titel „Musik, die nie verklingt“. Foto: Martin Borck
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