Motorrad-Wallfahrt
Immer schön rechtsherum

Alstätte -

Seit 16 Jahren pflegen die Mitglieder des Alstätter Motorradclubs Hives ihre Wallfahrt am zweiten Samstag im Juli. Doch Routine kommt auch am heutigen Samstag nicht auf. Denn jedes Mal gibt es eine andere Tour. Heute geht’s ab 9.30 Uhr vom Busbahnhof für alle interessierten Motorradfans, auch Kurzentschlossene, rund 200 Kilometer durch die Baumberge und später noch nach Hamminkeln. Die Strecke haben Christof Endejann, Matthias Niemeyer und Eric Eijkhout ausgetüftelt.

Samstag, 09.07.2016, 06:07 Uhr

Die Maschinen von (v.l.) Daniel Rensing, Dieter Ellerkamp, Oliver Völker und Christof Endejann sind für die heutige Wallfahrt des MC Hives vorbereitet.
Die Maschinen von (v.l.) Daniel Rensing, Dieter Ellerkamp, Oliver Völker und Christof Endejann sind für die heutige Wallfahrt des MC Hives vorbereitet. Foto: Rupert Joemann

Der ehemalige Alstätter Pfarrer Thomas Linsen, selbst Mitglied beim MC Hives, gab den Anstoß, die Ausfahrt als Wallfahrt auszurichten. Noch heute findet sie als Veranstaltung der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt statt. So sind die Teilnehmer der Wallfahrt über die Kirche versichert, sagen Dieter Ellerkamp, Oliver Völker , Daniel Rensing und Christof Endejann vom MC Hives. Sogar die Gema-Gebühren sind über die Kirchengemeinde abgedeckt.

Um 17 Uhr, nach der Ausfahrt, nehmen die Biker an der Vorabendmesse in der Pfarrkirche teil. „Es gibt aber keinen Gruppenzwang“, betont Daniel Rensing. „Wer Lust hat, geht in die Kirche“, fügt Oliver Völker hinzu. Gegen 19 Uhr treffen sich alle dann zur Abschlussparty in Teles Pinte.

Früher hatten die Motorradfahrer sogar schon mal selbst die vier Messdiener gestellt – in Kutte. Doch das ist eingeschlafen. „Ich war selbst dabei, obwohl ich früher kein Messdiener war“, erzählt Christof Endejann. Von den vier Ministranten waren wenigstens zwei erfahrene Messdiener, die die Liturgie und ihre Aufgaben kannten. So war ein reibungsloser Gottesdienst-Ablauf gewährleistet.

Vor der Messe steht jedoch die Tagestour an. Und dabei heißt es nach Möglichkeit, immer schön rechts halten. Damit ist nicht gemeint, dass sich alle Fahrer ganz rechts auf der Straße einordnen, sondern die Strecke möglichst so gewählt ist, dass die Biker häufig rechts abbiegen müssen. Das verkürzt die Wartezeit für die Gruppe beim Abbiegen. Zu Spitzenzeiten fuhren 140 Biker bei der Wallfahrt des MC Hives mit.

Sechs, sieben Mal seien Matthias Niemeyer, Eric Eijkhout und er selbst entweder die ganze Strecke oder zumindest ein Teilstück abgefahren, so Christof Endejann. Auch bei schlechtem Wetter fuhren die Organisatoren die Strecke ab, wenn auch schon mal mit dem Auto.

Das Trio hat dabei immer wieder die Strecke verbessert. So werden zum Beispiel möglichst Ampeln und Stoppschilder vermieden, die halten die Gruppe auch nur auf. Insgesamt, so Endejann, nähmen die Autofahrer Rücksicht auf große Biker-Gruppen. Manchmal blieben die Autofahrer sogar im Kreisverkehr stehen, um die Zweiradfahrer vorbeizulassen. Ab und zu fädelt doch ein Autofahrer ein und merkt schnell, dass ihm das keinen Zeitgewinn bringt.

Das Alstätter Organisationstrio nutzt zur Routenplanung auch ein Motorrad-Navi. „Das macht einem Vorschläge für kurvenreiche Straßen“, sagt Endejann. Die Lieblingsdisziplin der Biker – auch bei ihrer traditionellen Wallfahrt.

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