Heimatverein Alstätte feiert Schlachtfest
Das Mäuschen ist gar nicht so zart

Alstätte -

„Da wird die Sau geschlacht`, daraus wird Wurst gemacht“, heißt es in einem Lied des Duos Klaus und Klaus. Oft wird dann ein dem Heimatort entsprechender Vers angehängt. Am Samstag hieß es „Im schönen, schönen Alstätter Land“. Anlass war das Schlachtfest, zu dem der Heimatverein eingeladen hatte. Rund 50 Personen ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Dienstag, 14.02.2017, 07:02 Uhr

Gewusst wie. Hubert Vortkamp setzt das Messer gekonnt an und schneidet fachmännisch ein Stück aus dem halben Schwein.
Gewusst wie. Hubert Vortkamp setzt das Messer gekonnt an und schneidet fachmännisch ein Stück aus dem halben Schwein. Foto: Monika Haget

Bereits am Freitag war in der Metzgerei Baumeister das Schwein geschlachtet worden. Das Ergebnis der anschließend durchgeführten Trichinenschau durch Tierarzt Bernhard Woltering war negativ, und so konnte er den Stempel für Genusstauglichkeit vergeben.

Als am Samstag die Besucher am Heimathaus eintrafen, fanden sie das Schwein an einer Leiter hängend vor. Heinrich Holters begrüßte die Gäste und stellte die beiden Fleischer Hubert Vortkamp und Norbert Frankemölle vor, die die weitere Verarbeitung des Schweines übernahmen.

Seine kurze Ansprache beendete Holters mit den Worten: „Vull Glück mett`n Dooden!“ Das sei ein uralter Spruch, erklärte er später. Er sei früher immer bei Hausschlachtungen üblich gewesen, bevor das Schwein an die Leiter gehängt wurde. Danach habe es ein Schnäpschen für den Schlachter gegeben. Darauf verzichteten die beiden Fleischer am Samstag, sie begaben sich unverzüglich an das Schneiden des Fleisches.

Den interessiert zusehenden Frauen erklärten sie geduldig, wie die einzelnen Stücke heißen. So lernten diese den Unterschied zwischen Oberschale und Unterschale des Schnitzelstücks kennen. Sie erfuhren, dass das „ Mäuschen “ ein viel beanspruchtes Muskelstück aus der Schulter ist und deshalb nur in der Bratwurst Verwendung finden kann. Dagegen sei das Filet ein wertvolles Teil aus dem Rücken. „Das ist ein Muskel, der eigentlich nicht gebraucht wird“, erklärte Hubert Vortkamp, „und genau deshalb ist das Filet so besonders zart“.

Norbert Frankemölle schnitt derweil einige Speckscheiben und briet sie in einer Pfanne aus. Schnell wurde er von Männern umringt, die sich diese Köstlichkeit nicht entgehen ließen. Auch die ersten Schnitzel aus der Pfanne waren heiß begehrt. Im Hintergrund sorgten einige Frauen des Heimatvereins dafür, dass Brote geschmiert, Kaffee gekocht und Glühwein zubereitet wurde. Allen voran Ursula Olbring, die unermüdlich darauf bedacht war, alle gut zu umsorgen. Dass das Schlachtfest ein toller Erfolg wurde, ist somit zum großen Teil auch ihr Verdienst.

In der Schlachtküche ging das Verarbeiten des Fleisches unterdessen weiter. Hubert Vortkamp drehte einige Stücke durch den Fleischwolf, um daraus Mett, Bratwurst und Frikadellen zu machen. Er füllte ein Nackenstück mit Pflaumen und ein Schulterstück mit einem Mett-Paprika-Mix, das er zu einem Rollbraten aufwickelte. Im Ofen schmurgelten die Braten dann langsam vor sich hin. Am Ende dürfte es allen Anwesenden gut geschmeckt haben, die fachmännische und sorgfältige Zubereitung durch die beiden Fleischer sprach jedenfalls dafür.

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