„Musik, die nie verklingt“
Ein „göttliches“ Konzert

Alstätte -

Nach sechs Jahren im Legdener „Exil“ sind die Alstätter Musikschaffenden für ihr Gemeinschaftskonzert nach Ahaus zurückgekehrt. Die Premiere von „Musik, die nie verklingt“ in der neuen Stadthalle fand am Samstagabend unter perfekten Bedingungen statt: Musiker, Sängerinnen und Sänger – und erst recht das Publikum – freuten sich über die gute Akustik, die den Klang transparent bis in die hintersten Reihen trug.

Montag, 03.04.2017, 06:04 Uhr

Die Young Voices unter Leitung von Martraud Leeners, die ihre Sängerinnen mit Esprit anfeuerte.
Die Young Voices unter Leitung von Martraud Leeners, die ihre Sängerinnen mit Esprit anfeuerte.

Doch was nützte die tollste Akustik, wenn die Musikauswahl und Umsetzung nicht stimmen würde? Doch da lieferten die Alstätter wieder die gewohnte 1-A-Qualität. Mit einem kleinen Minuspunkt bei der Auswahl.

Es ist Tradition, dass der Musikverein Alstätte das Konzert mit einem Marsch eröffnet. Wobei Marsch nicht gleich Marsch ist. Allein diese Musikgattung verfügt über eine schier unendliche Fülle unterschiedlicher Charaktere – von zackig bis tänzerisch. Dem temperamentvollen „Amparito roca“ merkte man seine spanische Herkunft an. In ihm spiegelten sich musikalisch Stolz und Feuer.

Die „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé mit seinem schmissigen Hauptthema ist ein Evergreen der Blasorchester-Literatur. Der Musikverein unter Ludger Niemeier intonierte das Stück mit Schmackes – aber auch mit den notwendigen Abstufungen, die den unterschiedlichen Stimmungen der Ouvertüre gerecht wurde.

Dieses gute Gespür für die Anforderungen an den jeweiligen Charakter der Kompositionen zeichnet das Können Niemeiers aus – und des Orchesters, das seine Anweisungen genau umsetzt. Das Ergebnis ist ein ungeheurer Umfang an Klangnuancen, den die Musiker in fast kristallener Transparenz umzusetzen verstehen.

Einzelne Register bekommen dabei immer wieder Gelegenheit, sich gesondert zu profilieren. Wie beim flotten „Trombone Rag“, bei dem die Posaunen mit schleifenden Klängen Bigband-Atmosphäre erzeugten.

„Musik, die nie verklingt“

1/29
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck
  • Der Musikverein Alstätte, der Männergesangverein und der Chor „Young Voices“ gestalteten am Samstagabend in der Ahauser Stadthalle ihr Gemeinschaftskonzert. Foto: Martin Borck

Wenn eine Komposition den Titel „Lexikon der Götter“ trägt, kann man davon ausgehen, dass ihm ein gewisser bombastisch-heroischer Stil zu eigen ist. Die Götter der griechischen Mythologie – vor allem Zeus – waren schließlich nicht für zimperliche Zurückhaltung bekannt. Mit entsprechender dramatischer Wucht ging der Musikverein an die Umsetzung des dreisätzigen Werks heran. Doch auch Götter haben ruhige Phasen, die sich in sanft fließenden Melodien äußern. Doch schon bald übernahmen drängende Rhythmen die Überhand und die göttlichen Kräfte brachen sich Bahn. Ein anspruchsvolles, überwältigendes Werk. Eben „göttlich“.

Umso größer der Kontrast zu Puccinis Arie „O mio Babbino caro“, die Sopranistin Evelyn Ziegler darbot. Ihre Stimme wurde instrumental von den Klängen des Orchesters umarmt. Ein Moment von großer Innigkeit.

Im Gegensatz zu der Musik von „Miss Saigon “: Musical-Komponisten versuchen emotionale Betroffenheit herzustellen, bedienen sich dabei aber immer wieder musikalischer Klischees, die sie zudem noch so dick auftragen, dass sie in ihrer Gekünsteltheit das Gegenteil bewirken, nämlich Irritationen. Evelyn Ziegler sang ausgezeichnet, und der Musikverein spielte großartig – es war die Komposition selbst, die einen schalen Beigeschmack erzeugte.

Das war aber auch der einzige Kritikpunkt des Abends. „Takaramija“, eine Art japanische Samba, wie Moderator Ludger Gesenhues sie beschrieb, der großartige „Queen“-Titel „Don‘t Stop me now“ und das abschließende „El Cumbanchero“ zeigten durchschlagende, überzeugende Wirkung. Klasse!

Der Männergesangverein Alstätte unter der Leitung von Paul Kempers gab sich international: Russisches, amerikanisches, österreichisches, deutsches und polnisches Liedgut erklang. Schwungvoll, stimmkräftig , mit Humor – und im Verlauf des Vortrags hemdsärmelig und hosenträgerisch – brachten die Sänger Flair und Stimmung in die Halle. Kräftig das „Korobuschka“, mit träumerischer Lässigkeit „California Dreaming“, schwungvoll Udo Jürgens „Mit 66 Jahren“, weinselig „Aus der Traube in die Tonne“ und ausgelassen in „Szta Dzieweczka“.

Und die Frauen? In diesem Jahr war der Chor „Young Voices“ unter Leitung von Martraud Leeners an der Reihe. Moderator Ludger Gesenhues geriet fast in räumliche Bedrängnis, als immer mehr Sängerinnen die Bühne betraten: Schließlich waren es 80 Frauen, die swingend, mit ansteckender Fröhlichkeit und hoher Textverständlichkeit ihre Beiträge sangen. Das populäre „Rather be“, das in der Version der Gruppe „Clean Bandit“ bekannt wurde, „Say something“, dessen Sound durch den Celloklang von Carla Gerwing aufgepeppt wurde, und das poppige „Chöre“, das Mark Foster mitgeschrieben und bekannt gemacht hat. In der Pause hatte der Chor Tütchen mit Konfetti verteilt in Anspielung auf den Refrain „Ich lass’ Konfetti für dich regnen. Ich schütt’ dich damit zu . . .“ Auch die Trompeter des Musikvereins machten an der entsprechenden Stelle des Lieds mit.

Mit euphorischem Applaus dankte das Publikum den Aktiven für ein wunderbares Konzert.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4743096?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F4848685%2F4894326%2F
Der Münsteraner, der von Stauffenbergs Attentats-Plänen wusste
Zwischen 1940 und 1944 gehörte Paulus van Husen dem Oberkommando der Wehrmacht an.
Nachrichten-Ticker