Stadt Ahaus möchte Wirtschaftsförderung und Pressearbeit trennen
Diskussion um Stellen hält an

Ahaus -

Bürgermeisterin Karola Voß ist hartnäckig, wenn es darum geht, ihre Verwaltung gut aufzustellen. Mit 29 Nein-Stimmen hatte der Rat im Februar die Schaffung neuer Stellen abgelehnt. Jetzt legt die Bürgermeisterin nach.

Freitag, 07.04.2017, 06:04 Uhr

Bürgermeisterin Karola Voß will mit einer weiteren Stelle die Wirtschaftsförderung stärken.
Bürgermeisterin Karola Voß will mit einer weiteren Stelle die Wirtschaftsförderung stärken. Foto: Stadt Ahaus

Für die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Tourismus stand die Bildung einer vollen Stelle für die Wirtschaftsförderung erneut auf der Tagesordnung. Nicht wörtlich, aber Pressesprecher und Wirtschaftsförderer Stefan Hilbring stellte den Kommunalpolitikern seinen Aufgabenbereich, die Wirtschaftsförderung, vor. Allerdings: Hilbering ist gleichzeitig auch noch Pressesprecher der Stadt Ahaus .

Diese beiden Funktionen seien eindeutig zu viel für einen alleine, meinte Hilbring. „Die Öffentlichkeitsarbeit nimmt eine Stelle in Anspruch“, sagte er. Viele Vorhaben ließen sich bei Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung nicht umsetzen, weil zu viele Aufgaben zusammenkämen.

„Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit sind zu wichtig, als dass wir sie nur mit einer Stelle besetzten“, schloss Hilbring seinen Vortrag.

„Wir kommen so nicht weiter“, meinte Andreas Dönnebrink ( SPD ). Die Wirtschaftsförderung lasse sich nicht vom Schreibtisch aus machen. Er merkte aber auch an, dass es mit dem städtischen Wirtschaftsförderer, der Arbeit des AMT in diesem Bereich und auch dem Ahaus e.V. mehrere Akteure gleichzeitig gibt. Dönnebrink befürchtete, dass dadurch auch einiges aneinander vorbei oder doppelt bearbeitet wird.

„Ich hätte gerne eine Sitzungsvorlage gehabt“, sagte Christian Rudde ( CDU ). Er bemängelte, dass die Ausschussmitglieder sich nicht ausreichend auf das Thema vorbereiten konnten. Für die gesamte Sitzung gab es keine Vorlagen. Die seien aber „zur Vorbereitung von Entscheidungen wichtig“, betonte nicht nur Rudde, sondern auch andere Ausschussmitglieder.

„Wie kann man eine Stabsstelle Wirtschaftsförderer von einem Bewerber vorstellen lassen?“, fragte Felix Ruwe (UWG) rhetorisch. Er fand das Vorgehen der Verwaltung „nicht geschickt“, Stefan Hilbring als Berichterstatter gewählt zu haben. Das sei Wunsch „aus der Politik gewesen“, entgegnete die Bürgermeisterin.

Als Vertreter von Ahaus e.V. in dem Ausschuss fand Karl-Heinz Wegener „mindestens eine Stelle“ für die Wirtschaftsförderung als nötig. 20 Millionen Euro Gewerbesteuer werde die Stadt in diesem Jahr einnehmen. Das bei einem Etat von insgesamt rund 80 Millionen Euro. Mit einer Stelle würden immer noch „mehr Leute auf dem Friedhof arbeiten“ als in der Wirtschaftsförderung. Auch Klaus Ikemann (CDU) findet die Arbeit dort „in letzter Zeit ein bisschen zu kurz gekommen“.

Festzuhalten ist am Ende: Eine so eindeutige Ablehnung gegen die Schaffung einer vollen Stelle für die Wirtschaftsförderung wie im Rat gab es im Ausschuss nicht. Die von der Bürgermeisterin gewünschte neue Stelle war aber auch nicht dessen Thema.

Es ging in dem Tagesordnungspunkt darum, den Politikern die Aufgaben eines Wirtschaftsförderers darzustellen. Der Ausschuss nahm das zur Kenntnis und will in seiner nächsten Sitzung – dann mit Vorlage – erneut über das Thema sprechen.

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