Smombies ausgestellt
Eine gewagte Kombination

Alstätte -

Wer in diesen Tagen das Möbelhaus van Weyck besucht, wird im Untergeschoss von merkwürdigen Gestalten empfangen. Elf „Smombies“ – ein zusammengesetztes Wort aus Smartphone und Zombie – stehen dort zwischen den Möbeln.

Samstag, 08.04.2017, 08:04 Uhr

Ungewöhnliche Gestalten empfangen derzeit im Möbelhaus van Weyck die Besucher. Kunstschüler der Canisiusschule stellen dort ihre Arbeiten aus.
Ungewöhnliche Gestalten empfangen derzeit im Möbelhaus van Weyck die Besucher. Kunstschüler der Canisiusschule stellen dort ihre Arbeiten aus. Foto: Monika Haget

Die Figuren menschlicher Gestalt starren ganz vertieft auf das Smartphone in ihrer Hand und nehmen dabei ihre Umwelt gar nicht wahr. Erschaffen wurden die Figuren von den Schülern des Kunstkurses der Abiturklasse der Canisiusschule Ahaus . Ina van Weyck ist eine Schülerin des Kurses, ihre Eltern ermöglichen die Ausstellung in den Räumen des Möbelhauses .

„Entstanden sind die Figuren in einem langen Schaffensprozess, der den Schülern sowohl technische und handwerkliche wie auch kreative und gestalterische Fähigkeiten und eine Menge Durchhaltevermögen abverlangt hat“, erklärte Kunstlehrer Ralf Woltering während der Ausstellungseröffnung.

Die Thematik sei hochaktuell und von den angehenden Abiturienten in ihrer Abschlussarbeit in den Plastiken mit individueller Akzentsetzung bearbeitet worden. Woltering lobte seine Schüler: „In beeindruckender Weise habt ihr Kunstwerke erschaffen, die es wert sind, beachtet und im öffentlichen Raum ausgestellt zu werden.“ Auch Schulleiter Ulrich Walters zeigte sich beeindruckt von den Arbeiten und merkte an: „Sie machen deutlich, wo sich unsere Gesellschaft im Augenblick befindet.“

Kai hat in seiner Plastik Donald Trump dargestellt, der Twitter-Nachrichten in die Welt sendet. „Einige seiner Aussagen, die mir besonders missfallen, habe ich ausgeschnitten und auf die Figur geklebt“, sagte er. Josef hat seine Gestalt komplett mit Fußballmotiven beklebt. „Jeder Junge träumte früher davon, Fußballprofi zu werden“, sagte er, „da wurde viel öfter auf dem Bolzplatz gespielt“.

„Herz oder Handy“ nennt Imke ihre Figur, die sie mit dem Herz-Kreislaufsystem bemalt hat. „Wofür wollen wir uns entscheiden?“, meinte sie erklärend dazu.

Auf die Frage, wie denn der eigene Umgang mit dem Smartphone bisher gewesen sei, meinte Josef: „Ich muss da selbstkritisch sein und zugeben, dass ich sehr oft darauf schaue.“ Andere nickten zustimmend.

Ob sich das Verhalten nach dem Kurs geändert habe? „Bei mir auf jeden Fall“, versicherte Imke, „mein Umgang mit dem Smartphone hat sich gewandelt.“ Das eigene Handeln erleben offensichtlich auch die anderen Schüler nun bewusster. „Ich achte jetzt viel mehr auf das, was ich tue und auch auf das, was andere machen“, sagte Josef und die übrigen Abiturienten pflichteten ihm bei.

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