Zusammenarbeit mit den Niederländern
Bürgerbus bietet mehr Mobilität

Alstätte -

Seit Montag bedient der Bürgerbusverein Ahaus-Haaksbergen die Strecke zwischen der Grenze und dem Aquahaus in Ahaus. Die Haltestellen sind sorgsam ausgewählt.

Dienstag, 13.06.2017, 06:06 Uhr

Zwei Busse, ein Ziel: möglichst vielen Bürgern den Weg über die Grenze zu ermöglichen. Darauf hoffen (v.l.) Franz-Josef Woltering, Josef Terbeck, Gerd Hüsing und ihre niederländischen Kollegen Paul Wilderink und Ton Wolf.
Zwei Busse, ein Ziel: möglichst vielen Bürgern den Weg über die Grenze zu ermöglichen. Darauf hoffen (v.l.) Franz-Josef Woltering, Josef Terbeck, Gerd Hüsing und ihre niederländischen Kollegen Paul Wilderink und Ton Wolf. Foto: Rupert Joemann

Es ist Montagmorgen, 9.22 Uhr. Franz-Josef Woltering hält den Bürgerbus beim Hollandmarkt ter Huurne an der ehemaligen Grenze. Nur wenige Meter entfernt steht ein niederländische Bürgerbus und wartet auf den deutschen Wagen. Die beiden Fahrer, der Deutsche Woltering und der Niederländer Paul Wilderink, steigen aus und begrüßen sich herzlich. Es ist das erste Treffen im Echtbetrieb der beiden Bürgerbusse. Der Umstieg klappt reibungslos. Seit Montag bedient der Bürgerbusverein Ahaus-Haaksbergen die Strecke zwischen der Grenze und dem Aquahaus in Ahaus.

45 Bürgerbus-Fahrer

Auf der Ablage neben Franz-Josef Woltering liegt eine große Merci-Schokolade. Dazu ein schriftliches Dankeschön für das Engagement der 45 Bürgerbus-Fahrer, darunter sechs Frauen. Spendiert hat die Schokolade die Alstätter UWG-Ratsfrau Annegret Heijnk.

Ein zahlender Fahrgast ist bei der ersten Runde noch nicht eingestiegen. Das müsse sich erst noch herumsprechen, glaubt Bürgerbusfahrer Gerd Hüsing, der Woltering bei seiner Tour begleitet. Er selbst habe schon einige Gespräche geführt und dabei Interesse herausgehört.

Durch das ehrenamtliche Engagement der Fahrer ist die Anbindung sowohl nach Ahaus als auch über Buurse nach Haaksbergen deutlich verbessert. Bei ter Huurne müssen die Gäste nur drei Minuten beim Umsteigen warten. Wer von Haaksbergen kommt, muss möglicherweise länger warten, je nach dem, wann der Bus in Haaksbergen losfährt.

21 Haltestellen

Denn die Haaksbergener Kollegen fahren die Strecke in nur 15 Minuten und drehen somit mehr Runden. Dagegen benötigt der deutsche Bürgerbus für die Strecke von der Grenze zum Aquahaus 42 Minuten.

21 Haltestellen fährt der Bürgerbus zwischen Alstätte, Ottenstein, Wüllen und Ahaus an. Und die sind sorgsam ausgewählt. So hält der Bus zum Beispiel direkt vor dem Katharinen-Stift. „Der Bus fährt am Ahauser St.-Marien-Hospital direkt bis zum Eingang. Das ist vor allem für ältere Menschen gut“, erklärt Josef Terbeck , Vorsitzender des Bürgerbusvereins Ahaus-Haaksbergen. Auch ein Rollator kann (zusammengeklappt) mitgenommen werden.

Die Fahrt bis zur ersten Station ist frei

Durch den neuen Bürgerbus steigen die Mobilitätsmöglichkeiten für die Menschen. Profitieren dürften auch die Haarmühle und ter Huurne. „Es werden sicherlich viele Leute das Angebot für einen Abstecher zur Haarmühle nutzen“, glaubt Gerd Hüsing. Wer aus Haaksbergen kommt, hat sogar noch einen Vorteil. Die Fahrt bis zur ersten Station auf der deutschen Seite, die Haarmühle, ist kostenfrei.

Noch gar nicht abschätzen kann Ton Wolf, Vorsitzender der Bürgerbusvereinigung Buurse-Haaksbergen, wie groß das Interesse von Berufspendlern ist. „Es muss sich zeigen, was da möglich“, lässt sich auch Josef Terbeck überraschen.

Verein im April gegründet

Nach der Vereinsgründung im April startet nun der Fahrbetrieb. „Wir haben eine Fahrpflicht gegenüber den Passagieren“, betont auch der Niederländer Ton Wolf. Die Zuverlässigkeit sei das Wichtigste.

„Wir wollen erst einmal Erfahrungen sammeln“, sagt Josef Terbeck. Die Fahrer führen eine Strichliste, damit festgestellt werden kann, welche Haltestelle wie oft angefahren wird. „Nach einem Jahr schauen wir uns das an“, so Terbeck. Gegebenenfalls werde dann die Route noch verändert. Doch das ist Zukunftsmusik.

Aktuell will Josef Terbeck erst einmal schauen, wie sich Urlaube und Krankheiten bei den Fahrern auswirken. Auch hier gelte es Erfahrungen zu sammeln, so der Vorsitzende. Sein niederländischer Kollege Ton Wolf lächelt bei dem Thema ganz entspannt. „Das regeln die Fahrer untereinander“, sagt Wolf.

Niederländische Kollegen mit mehr Erfahrung

Während der deutsche Bürgerbus gerade erst startet, können die niederländischen Kollegen auf 35 Jahre Erfahrung zurückblicken. Etwa 10 000 Gäste nutzen derzeit jährlich den Haaksbergener Bürgerbus. „Es waren auch schon 14 000“, sagt Ton Wolf. Da die Schülerzahlen sinken, gehen auch die Transportzahlen zurück. 80 bis 90 Prozent der niederländischen Nutzer haben eine spezielle Nahverkehrskarte, mit der sie kostenfrei den Bürgerbus nutzen dürfen.

Wer keine solche Karte besitzt, muss von der Grenze nach Haaksbergen 1,50 Euro zahlen. Auf deutscher Seite variieren die Kosten zwischen einem Euro (innerhalb Alstättes) und zwei Euro (bis nach Ahaus). Kinder und Jugendliche zahlen weniger, unter Sechsjährige gar nichts.

Einstieg

Während der deutsche Bürgerbus aus rechtlichen Gründen nur an den offiziellen Haltestellen halten darf, dürfen die Niederländer ihre Gäste auch an der Strecke aufnehmen oder rauslassen. „Ein Handzeichen reicht“, sagt Ton Wolf, Vorsitzender der Bürgerbusvereinigung Buurse-Haaksbergen.

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