Aktion von Heinrich Ellerkamp wird untergraben
Langfinger am Sammelcontainer

Alstätte -

Heinrich Ellerkamp weiß gar nicht, wie er seine Gefühle in Worte fassen soll. „Traurig“, sagt er schließlich. Seit rund fünf Jahren sammelt der 75-Jährige in Eigenregie Kronkorken und anderen Metallschrott für den guten Zweck. Doch seit geraumer Zeit ist sein Sammelcontainer Ziel von Metalldieben. Sonntagnacht schließlich wurde ein Kompressor aus dem Container am Kolpinweg gestohlen.

Samstag, 19.08.2017, 06:08 Uhr

Heinrich Ellerkamp freut sich, wenn sich der Sammelcontainer füllt. Doch aktuell verschwinden immer wieder Metallspenden.
Heinrich Ellerkamp freut sich, wenn sich der Sammelcontainer füllt. Doch aktuell verschwinden immer wieder Metallspenden. Foto: Rupert Joemann

„Ich habe ihn am Sonntag im Container liegen sehen“, erzählt Heinrich Ellerkamp . Auch habe er sofort überlegt, das Stück aus dem Container zu nehmen, um es zu sichern. Aber weil er noch im Sonntagsstaat war, verschob er das auf den Montagmorgen – nur um festzustellen, dass die Diebe mal wieder zugeschlagen hatten: Der Kompressor weg war.

„Das ist jetzt zum wiederholten Mal passiert“, schimpft Heinrich Ellerkamp. Ihn ärgert die Unverfrorenheit der Diebe besonders, weil das Metallsammelgeschäft ein ausgesprochen mühsames ist: Die Erträge sind derart gering, dass er und seine Frau viel Zeit darauf verwenden müssen, ausgedientes Metallwerk zu finden und einzusammeln. „Jede Schraube, jeden Nagel sammeln wir“, beteuert er. Mehrere Stunden täglich investiere er in diese Form des Ehrenamts.

Alles für den guten Zweck; Für die beiden Hospize in Stadtlohn und in Dülmen ist der Erlös gedacht, und für das Familienhaus am Universitätsklinikum in Münster. Mehrfach war Heinrich Ellerkamp zur Übergabe von Spenden vor Ort.

Und auch das Geld, das es fürs Metall derzeit beim Schrotthändler gibt, sammelt Heinrich Ellerkamp jedes Mal persönlich ein, wenn der Container mal wieder geleert wurde, um es beim eigens dafür angelegten Kronkorkenkonto der Sparkasse Westmünsterland einzuzahlen.

Wann genau die Metalldiebe seinen Container ins Visier genommen haben, kann Heinrich Ellerkamp nicht eindeutig sagen. Aber er beobachte schon eine Weile, dass immer wieder Dinge verschwinden, die er zuvor darin liegen sah: Teile von Fahrrädern, aber eben auch andere, größere Stücke: „Ganze Treppengeländer, Fahrräder, Blumenkübel aus Metall“, zählt der Rentner auf, außerdem „Teile von Fahrrädern, und sogar ein Roller.“

Etwa eine Tonne fasst ein Container, wenn er voll ist. Dann wird er abgeholt. Aber das kann er selbstverständlich nur werden, wenn sich nicht zwischendurch Unbefugte daraus bedienen.

Heinrich Ellerkamp hofft nun, dass aufmerksame Mitbürger ein Auge darauf haben, ob jemand Metallspenden aus dem Sammelcontainer an sich nimmt.

„Wenn man jeden Tag stundenlang dafür arbeitet, dass da was zusammenkommt und man dann merkt, dass die Leute die Sachen einfach mitnehmen. . .“, sagt er, bevor er wieder nach Worten sucht. Und dann erneut eines findet: „Traurig“.

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