Tobit will keine Eisbahn aufbauen
Winterzauber ohne Eis

Ahaus -

Eine Runde Eislaufen vor dem Schloss, eine Partie Eisstockschießen – das wird es im kommenden Winter nicht geben. Tobias Groten hat in einer Facebook-Notiz verkündet, dass Tobit-Software in diesem Jahr keine Eisbahn in der Innenstadt aufbauen wird.

Mittwoch, 20.09.2017, 18:09 Uhr

 
 

Zwei maßgebliche Gründe führt Groten an. Die Rückkehr ins Zentrum mit dem „Ahauser Winterzauber“ im vergangenen Jahr sei mit Blick auf die Belebung der Innenstadt konsequent gewesen. „Aber auch lehrreich. Sie hat uns allen gezeigt, dass eine Fläche zum Eislaufen eine schöne Sache ist. Aber eben auch nicht mehr.“ Denn wenn sie nicht vollständig und unmittelbar in ein geselliges Umfeld eingebettet sei, sei sie nichts als nur gefrorenes Wasser. „Keine Hütten, kein Zauber.“

Als weiteren Grund nennt Groten das „Lärmschutzgesetz“ des Landes NRW. Demnach sind von 22 bis 6 Uhr Betätigungen verboten, die die Nachtruhe stören können. Dieses Gesetz stamme aus dem Jahr 1975. Groten: „Das erkennt man allein schon daran, dass man um 22 Uhr von ‚Nachtruhe‘ spricht. Heute gehen die Menschen, die die Gegenwart und Zukunft sind, um diese Zeit noch nicht einmal vor die Tür.“

Groten listet auch Gründe auf, die dazu führen, dass im Zentrum Kneipen, Bars und Restaurants verschwinden, immer weniger Events dort stattfinden und die Stadtkerne sterben: Die Menschen würden lieber vor der Tür sitzen statt in dunklen Räumen. Und Politiker und Stadtverwaltungen hätten nicht mehr den Mumm, sich für die Menschen in ihrer Stadt stark zu machen. „Weil sie vergessen haben, dass im Zweifel das Gemeinwohl über dem Wohl einzelner stehen muss. Weil es nicht funktioniert, wenn sie immer nur nach Bedenken suchen oder bestenfalls etwas wohlwollend dulden.“ Tobias Groten will dabei nicht von einem „Ahauser Problem“ reden. „Ganz im Gegenteil.“ Es betreffe auch Kommunen wie Stadtlohn, Vreden, Gronau, Heek oder Legden und größere Städte.

Die Stadtverwaltung gab hierzu am Dienstag eine Stellungnahme ab. Darin wird von verschiedenen Gesprächen berichtet, die es in den vergangenen Monaten zwischen der Stadt und Tobit gegeben habe.Inhaltlich ging es darum, welche Standorte für eine Neuauflage der „Stattalm“ und des „Ahauser Winterzaubers“ in Betracht kämen. „Konkret gab es zuletzt Planungen für den Rathausplatz“, heißt es aus dem Büro der Bürgermeisterin.

Die Stadtverwaltung, Ahaus Marketing und Touristik sowie Tobit hätten gemeinsam an einer Lösung gearbeitet. Offene Fragen habe es viele gegeben: etwa die Vergrößerung der Fläche durch angrenzende Parkflächen und eine veränderte Verkehrsführung. „Der Erfolg einer solchen Veranstaltung hängt auch von rechtlich möglichen Öffnungszeiten ab“, heißt es in der Stellungnahme. Berücksichtigen müsse man dabei nicht nur die Dauer einer fünfwöchigen Winterveranstaltung, sondern auch die Rechte der Anwohner, etwa mit Blick auf den Lärmschutz.

Fabian Wellers: „Das deckt sich leider nicht immer mit dem Freizeitverhalten der Besucher. Für Veranstalter wird es immer schwieriger, attraktive Events in Innenstädten durchzuführen.“ Es gebe immer mehr Vorschriften, die bei diesen Veranstaltungen einzuhalten seien. „Ganz gleich, ob es das Baurecht, das Immissionsschutzrecht oder andere Regelungen sind.“ Laut Verwaltung gebe es bei Veranstaltungen in der Innenstadt immer wieder Beschwerden, nicht nur von direkten Anliegern. Wellers: „Oft geht es um Lautstärke, Verschmutzungen und Müll.“

Bürgermeisterin Karola Voß sagtt: „Die Entscheidung von Tobias Groten macht mich nachdenklich, welche Möglichkeiten uns am Ende noch bleiben, mit attraktiven Events für eine positive Werbung für diese Stadt zu sorgen.“

Sofern sich die Verantwortlichen – dazu gehöre auch sie als Bürgermeisterin – einig seien, müssten doch auch in Zukunft besondere Veranstaltungen in Ahaus weiterhin möglich sein. „Gerne unter Beteiligung vieler – gerne auch mit dem Unternehmen Tobit.“

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