Bundestagswahl
FDP in Ahaus überall zweistellig

Ahaus -

Jens Spahn legte in Ahaus noch einmal zu. Während die CDU dort zahlreiche Zweitstimmen verlor, gewann Jens Spahn bei den Erststimmen sogar noch 1,4 Prozentpunkte hinzu. Damit holte der gebürtige Ottensteiner mit 58,2 Prozent in der Stadt klar die absolute Mehrheit. Bei den Zweitstimmen verloren die ehemaligen Regierungsparteien gleichermaßen.

Dienstag, 26.09.2017, 06:00 Uhr
Der Anteil der Briefwähler war in Ahaus so hoch wie nie zuvor.
Der Anteil der Briefwähler war in Ahaus so hoch wie nie zuvor. Foto: Mareike Katerkamp

Bei der CDU waren es 5,3 Prozentpunkte weniger, bei der SPD minus 4,6 Prozentpunkte. „Dass die Mitte viel verloren hat, hängt mit der Großen Koalition zusammen“, mutmaßte Bürgermeisterin Karola Voß noch am Wahlabend.

Dass 5,2 Prozent der Wähler in Ahaus die AfD gewählt haben, stimmte sie nachdenklich. „Ich denke, das sind eher Protestwähler“, so Voß. Das höchste Zweitstimmen-Ergebnis fuhr die AfD im Wahlbezirk des Alexander-Hegius-Gymnasiums mit 9,1 Prozent ein, über die Acht-Prozent-Marke sprang sie auch in der Anne-Frank-Realschule (8,8 %), der Josefschule (8,5 %) und der Gesamtschule (8,4 %).

Die Grünen kommen auf 5,7 Prozent und verlieren nur geringfügig um 0,1 Prozentpunkte. Die Linke haben mit 0,7 Prozentpunkten leicht zugelegt, kommen jedoch insgesamt nur auf 4,3 Prozent.

Auffällig ist dabei, dass das Zweitstimmen-Ergebnis bei den Parteien Grüne, Linke und AfD nur gering vom Erststimmen-Ergebnis abweicht, die Wähler dort also nur in wenigen Fällen ihre Stimmen gesplittet haben.

Größer sind die Unterschiede hier bei den Parteien CDU und SPD, allen voran jedoch bei der FDP . Während sie bei den Erststimmen auf 6,9 Prozent kommt, holt sie in Ahaus über die Zweitstimmen 13,4 Prozent, und damit 7,7 Prozentpunkte mehr als noch 2013. In jedem der 27 Wahlbezirke kommt die FDP auf mehr als zehn Prozent, das höchste Ergebnis hat sie mit 16,1 Prozent der Zweitstimmen in einem der sechs Briefwahlbezirke.

Briefwahl ist eines der Themen, das die Wahlleiter in den nächsten Jahren wohl noch stärker beschäftigen wird. Über 26 Prozent der Wahlberechtigten in Ahaus stimmten dieses Mal per Briefwahl ab, bei der vergangenen Bundestagswahl waren es noch 22,5 Prozent. Die Helfer in den Briefwahlbezirken hatten damit „so viel zu tun wie noch nie zuvor“, sagte Doris Zevenbergen vom Büro der Bürgermeisterin. Hier kamen im Schnitt 1300 Briefe auf einen Bezirk, die Rücklaufquote lag nach Angaben der Stadtverwaltung bei fast 99 Prozent.

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