Amtsgericht Ahaus
Mann beleidigt Polizisten als Hurensöhne

Ahaus -

Anstand ist so eine Sache. Als der Angeklagte am Dienstag im Gerichtssaal Platz nimmt, bittet ihn der Richter höflich, doch die Mütze abzunehmen. Auch der Grund der Verhandlung spricht nicht für eine gute Kinderstube.

Dienstag, 26.09.2017, 17:09 Uhr

Das Amtsgericht in Ahaus.
Das Amtsgericht in Ahaus. Foto: Rupert Joemann

Der 36-Jährige hatte am 25. Mai nach einem feuchtfröhlichen Abend mit einigen Freunden gegen 4.45 Uhr vor einer Ahauser Kneipe Polizisten gleich dreimal beleidigt – er hat sie etwa als Hurensöhne bezeichnet.

Die Beamten waren zur Kneipe gerufen worden, weil die Gruppe sich sehr laut verhalten hatte. Gegen den Strafbefehl in Höhe von 2500 Euro (50 Tagessätze zu je 50 Euro) hatte der Ahauser Einspruch eingelegt. Seine Begründung dafür: „Ich kann mich an gar nichts erinnern.“ Er stritt die Beleidigungen nicht ab, er könne sich nur an nichts mehr erinnern, nachdem die Beamten gekommen seien. Erst an Geschehnisse in der Ausnüchterungszelle könne er sich wieder erinnern, so der 36-Jährige, „weil ich ein Glas Wasser haben wollte“.

Den Richter überzeugte diese Version nicht. Die 1,8 Promille Alkohol seien keine Ursache für einen völligen Gedächtnisverlust. Es gebe immer Gedächtnisinseln, so der Richter.

„Ich rate Ihnen, nehmen Sie den Einspruch zurück. Günstiger wird es nicht“, empfahl der Richter dem Angeklagten. „Wenn Sie sagen, es ist sinnvoller, dann mache ich das“, antwortete der Ahauser.

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