Feuerwehrübung an der Biogasanlage bei Große Schwiep
Besonderes Gefahrenpotenzial

Alstätte -

Um 14.15 Uhr am Samstag geht der Alarm bei der Alstätter Feuerwehr ein: Brand an der Biogasanlage auf dem Hof Große Schwiep, eine Person ist eingeklemmt, zwei weitere Menschen werden vermisst. Bereits fünf Minuten nach der Meldung trifft der erste Löschzug am Unfallort ein. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine Übung handelt. Josef Große Schwiep hat seine Anlage dafür zur Verfügung gestellt.

Montag, 09.10.2017, 06:10 Uhr

Der Hof Große Schwiep mit seiner Biogasanlage diente als Kulisse für das realistisch wirkende Szenario. Die Mitglieder der beteiligten Löschzüge mussten beweisen, dass sie schnell und richtig handeln. So wurde ein „Eingeklemmter“ mit einer Brechstange aus seiner Position befreit.
Der Hof Große Schwiep mit seiner Biogasanlage diente als Kulisse für das realistisch wirkende Szenario. Die Mitglieder der beteiligten Löschzüge mussten beweisen, dass sie schnell und richtig handeln. So wurde ein „Eingeklemmter“ mit einer Brechstange aus seiner Position befreit. Foto: Monika Haget

Vorbereitet worden war die Übung von Martin Schwiep und Erich Bramkamp . Sie erläuterten dem eintreffenden Einsatzleiter Tobias Asbeck das Szenario. „Ein Feuer an einer Biogasanlage birgt ein besonderes Gefahrenpotenzial, da müssen wir vorsichtig herangehen“, sagt Asbeck. Deshalb seien die Löschzüge zunächst nicht direkt auf das Gelände gefahren. Mit einem Messgerät sondieren die Wehrleute erst, ob sich ein explosives Gasgemisch in der Luft befindet. Der Bescheid ist negativ, also rücken die Wagen näher an die Unfallstelle heran.

Die Wehren aus Ottenstein und Wessum sind zusätzlich angefordert worden, denn es müssen mehrere Einsatzstellen gleichzeitig bedient werden. Ein Trupp schafft Wasser aus der nahe gelegenen Aa herbei, andere sind für das Löschen der Brände zuständig. Ein Arbeiter ist bei einer Explosion im Blockheizkraftwerk aus dem Gebäude geschleudert und von einer großen Baggerschaufel eingeklemmt worden. Den gilt es zu befreien.

Auf der anderen Seite des Geländes brennt es im Nebengebäude, in dem sich die gesamte Elektronik befindet. Dort werden die beiden Personen vermisst. Da das Tor auf Grund eines Stromausfalls sich nicht öffnen lässt, müssen die Wehrleute einen anderen Weg finden, wie sie in das Gebäude gelangen können. Zum Glück befindet sich an der Rückseite ein kleines Fenster. Mit Atemschutzmasken ausgestattet kriechen sie hindurch und bringen die Personen ins Freie.

Ein anderer Trupp kümmert sich um den Eingeklemmten. Nach kurzer Besichtigung der Unfallstelle holen sie eine Brechstange und hebeln die große Schaufel auf. So kann der Verletzte schnell geborgen werden.

Martin Schwiep beobachtet genau die Handlungsweisen der Kameraden. Dass der „Eingeklemmte“ – es war ein ausgestopfter Overall – mit einer Brechstange befreit wird, bewertete er positiv. „Die Jungs haben nicht lange gefackelt, nicht erst technisches Gerät herbeigeschafft, sondern schnell und pragmatisch gehandelt“, lobt er die Männer.

Der stellvertretende Wehrleiter der Stadt Ahaus, Josef Terhalle , erläutert, was bei einer Übung noch alles beobachtet wird: „Wir schauen, ob die Fahrzeuge so stehen, dass bei Bedarf ein Rettungswagen hindurchfahren kann. Wichtig ist auch eine gute Kommunikation der Wehrleute untereinander, aber auch der Löschzüge aus den verschiedenen Orten“, sagte er. Das habe diesmal alles prima geklappt. Auch Erich Bramkamp zeigte sich ganz zufrieden mit den Leistungen der Feuerwehrleute: „Es wurde alles erreicht, was wir uns vorgestellt haben“, meint er.

  Foto: Monika Haget

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5208573?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F
Nachrichten-Ticker