Theresa Große-Schwiep hat sich für den Beruf Elektronikerin entschieden
Konzentriert und mit ruhiger Hand

Alstätte -

Als Frau in einen Männerberuf? Das hat Theresa Große-Schwiep nicht abgeschreckt. Ganz im Gegenteil. „Ich arbeite gerne mit Männern zusammen“, sagt die 20-jährige Alstätterin. Und das muss sie auch im Beruf der Elektronikerin.

Dienstag, 31.10.2017, 06:10 Uhr

Am Schaltschrank für die Biogasanlage auf dem Hof hat Theresa Große-Schwiep zum ersten Mal ihre Begeisterung für die Elektrotechnik entdeckt.
Am Schaltschrank für die Biogasanlage auf dem Hof hat Theresa Große-Schwiep zum ersten Mal ihre Begeisterung für die Elektrotechnik entdeckt. Foto: Mareike Katerkamp

Der Frauenanteil in der Berufssparte wächst langsam – im IHK-Bezirk Nord-Westfalen liegt er momentan bei den Elektronikern bei gerade Mal knapp über drei Prozent. Weniger erfolgreich in dem Job sind die Frauen allerdings nicht, wie das Beispiel Große-Schwiep zeigt. Ganz im Gegenteil: Bestanden hat die Alstätterin ihre Ausbildung am Ende als eine der Besten. Für ihre Note „sehr gut“ ist sie jetzt gemeinsam mit weiteren Prüflingen von der IHK in Ahaus geehrt worden.

Ihre Leidenschaft für die Elektrotechnik kam damals ganz unvermittelt. Als die Familie auf dem Hof im Schwiepinghook die Biogasanlage baute, halfen Theresa Große-Schwiep und ihre fünf Geschwister mit, wo sie nur konnten. Als dann die Elektrofirma kam und alles anschloss, merkte nicht nur die Alstätterin schnell, wie die Begeisterung in ihr wuchs. „Der Mitarbeiter der Elektrofirma hat mir alles erklärt und danach nur zu meiner Mama gesagt: ‚Ihre Tochter versteht das.‘“ Und damit behielt er Recht.

Die damals 16-Jährige machte ein Praktikum bei einer Elektrofirma – und war sich danach sicher, dass der Beruf etwas für sie ist. Denn auch in der Schule interessierte sie sich eher für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathe und Physik. „Im logischen Denken war ich damals schon gut“, sagt sie.

Also fing sie nach dem Realschulabschluss als Auszubildende für den Beruf Elektronikern für Betriebstechnik bei Saueressig in Vreden an. „In dem Beruf gibt es mal leichte und mal schwere Tage“, sagt sie. Körperlich anpacken muss sie dabei durchaus auch mal – „aber meist werden erst Männer gefragt, bevor ich anpacken muss“, erzählt Theresa Große-Schwiep. Dennoch seien es die Mitarbeiter zunehmend gewohnt, dass auch Frauen in dem Beruf unterwegs sind. Was aber nichts daran ändert, sich noch immer „beweisen“ zu müssen, sagt sie. Schüchterne hätten es da vielleicht schwerer.

Doch unabhängig davon ist es vor allem die „saubere Arbeit“, wie sie es nennt, die es ihr angetan hat. Also nicht die Arbeit auf dem Bau oder mit der Flex, sondern das Tüfteln am Schaltschrank. Dabei ist Konzentration gefordert. „Man darf sich nicht schnell aus dem Konzept bringen lassen.“ Ein Fehler – „und es könnte schnell qualmen“, sagt sie und lacht. Eine ruhige Hand kommt ihr dabei zu Gute – und Geduld. Wenn mal eine Maschine in einer Firma nicht funktioniert, begibt sie sich auf Fehlersuche. Und der Fehler kann bei jeder Firma und jeder Anlage an einer anderen Stelle liegen.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung ist sie nun zu Elektro-Anlagen Röring gewechselt. Doch am Ende ist sie mit ihren Berufswünschen noch nicht. Stattdessen möchte sie gerne einen Techniker machen – „und mal von Zuhause raus“.

Noch etwas könnte sie sich gut vorstellen: die Arbeit mit dem Nachwuchs. Denn schon jetzt gefällt es ihr, den Praktikanten oder Azubis etwas beizubringen. Und vielleicht kann Theresa Große-Schwiep ja so noch die eine oder andere Frau mehr für ihren Beruf begeistern.

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