„Konkreter Friedensdienst“
Christoph Bockhold und Fabian Kemper unterstützten Arbeit des Ghana-Kreises

Ottenstein -

Land und Leute haben Christoph Bockhold und Fabian Kemper aus Ahaus drei Monate lang in Ghana beobachtet, erlebt und ihre ganz eigenen Schlüsse daraus gezogen. Sie waren nicht als Touristen dort, sondern um die Arbeit des Ottensteiner Ghana-Kreises St. Georg zu unterstützen, gefördert durch das NRW-Programm „Konkreter Friedensdienst“.

Montag, 15.01.2018, 18:01 Uhr

Computer-Unterricht ohne Computer. Fabian Bockhold nutzte seinen Laptop, um den Schülern Grundlagen zu vermitteln.
Computer-Unterricht ohne Computer. Fabian Bockhold nutzte seinen Laptop, um den Schülern Grundlagen zu vermitteln. Foto: privat

Als die beiden Abiturienten im September in Accra ankamen, waren sie schockiert. „Zu Beginn habe ich mich in der Hauptstadt nicht sehr sicher gefühlt“, erinnert sich Christoph Bockhold (19). „Accra war laut, dreckig, voller Armut“, bestätigt der 20-jährige Fabian Kemper . Die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft, der sie immer wieder begegneten, heilten sie schnell vom Kulturschock.

Zunächst nahmen sie an einem Einführungskurs in Sitten und Gebräuche des Landes teil. Danach ging es nach Bulenga-Chaggu, der Ottensteiner Partnergemeinde, im bäuerlich geprägten Nordwesten Ghanas. Sie wohnten in der Missionsstation, unterrichteten Sachkunde und Computer-Grundwissen und besichtigten den Zustand der Brunnen und der Gebäude, die der Ghana-Kreis errichtet hatte.

„Der Schulalltag sieht deutlich anders aus als in Deutschland. 40 bis 50 Schüler sitzen in einer Klasse. Geschockt waren wir, dass der Einsatz von Schlägen durch die Lehrer zum Schulalltag gehört. Nach drei Wochen hatten wir einigermaßen Disziplin in unseren Klassen ganz ohne Schläge“, erzählt Fabian Kemper.

Und noch etwas hat die beiden geschockt. Tische und Stühle lagen defekt in der Ecke. Sie besorgten Hammer und Nägel und begannen mit der Reparatur.

Zahlreiche Partnerschaftstreffen, Gottesdienste und Besuche bei den Häuptlingen der Nachbardörfer brachten sie mit den Menschen in Kontakt. Sie spielten mit Lehrern und Schülern Fußball. Besonders bewunderten sie den Einsatz von Pater John Bosco Eledi, der sich selbstlos für seine Mitmenschen einsetzte.

Bevor sie in den letzten zwei Wochen den Süden bereisten, wurden sie mit einem Fest mit Trommeln, dem landesüblichen Hirsebier Pito und den traditionellen Smocks (handgewebte Oberteile) als Geschenke verabschiedet.

Beide möchten auch weiter die Arbeit des Ghana-Kreises unterstützen. „Der Aufenthalt hat uns weltoffener gemacht. Wir schätzen jetzt Dinge, die vorher selbstverständlich waren wie fließend Wasser und Strom viel mehr als vorher“, ziehen sie ein gemeinsames Fazit.

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