Heinrich Ellerkamp sammelt auch Plastikverschlüsse
Sammeln für den guten Zweck: Die Masse macht’s

Alstätte -

Seine Kronkorkensammlung kennt jeder in Alstätte. Doch Heinrich Ellerkamp sammelt nicht nur Schrott für den guten Zweck. Auch Säcke mit Plastikschraubverschlüssen stapeln sich mittlerweile bei ihm im Keller.

Donnerstag, 06.09.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 06:00 Uhr
Allein in diesem Sack im Keller von Heinrich Ellerkamp befinden sich rund 12 000 Plastikverschlüsse. Allerdings noch lange nicht genügend, um einen Blindenhund zu finanzieren – dafür sind fast 14 Millionen Deckel nötig,
Allein in diesem Sack im Keller von Heinrich Ellerkamp befinden sich rund 12 000 Plastikverschlüsse. Allerdings noch lange nicht genügend, um einen Blindenhund zu finanzieren – dafür sind fast 14 Millionen Deckel nötig, Foto: Mareike Meiring

Seine Kronkorkensammlung kennt jeder in Alstätte. Doch Heinrich Ellerkamp sammelt nicht nur Schrott für den guten Zweck. Auch Säcke mit Plastikschraubverschlüssen stapeln sich mittlerweile bei ihm im Keller. „In Holland werden die für Paletten verarbeitet“, sagt der 76-Jährige. Und mit dem Erlös wird ein Hundeverein in den Niederlanden unterstützt.

Eine holländische Kellnerin von der Haarmühle hatte ihn vor einigen Jahren auf die Idee gebracht. Mit 14 Millionen gesammelten Verschlüssen ist es möglich, einen ausgebildeten Blindenführhund für bedürftige Menschen zu finanzieren. Denn während in Deutschland die Kosten für einen Blindenhund die Krankenkasse übernimmt, ist das in den Niederlanden nicht der Fall. Also entschied sich Kolpingsfamilienmitglied Heinrich Ellerkamp, auch hier bei der Sammlung zu helfen.

Und Ellerkamp nimmt dafür so einiges an: Verschlüsse von Wasserflaschen, Limonade, Milchtüten, Apfelsaftbehältern, Tetra-Paks – „am liebsten die großen Verschlüsse“, sagt er.

Sammeln liegt in Heinrich Ellerkamps Blut. Seit Jahren werden er und seine Frau Mathilde nicht müde, Kronkorken, Partyfässer und jeglichen Metallschrott zu sammeln. „Jeden Tag bin ich damit ein paar Stunden beschäftigt“, sagt der 76-Jährige. Einige bringen die Fässer und den Schrott mittlerweile direkt zu ihm in den Container, ansonsten fährt er durch die benachbarten Orte und sammelt alles ein, was er bekommen kann.

Mittlerweile erhalten die Ellerkamps schon Pakete aus Bayern, prall gefüllt mit Kronkorken. „Die Absenderin hat das wohl im Internet gelesen“, meint der Alstätter und schmunzelt. Den Paketaufdruck mit der Adresse hat Heinrich Ellerkamp als stolzen Beleg aufbewahrt.

Vernetzt ist er auch mit einem Sammlerehepaar aus Heek, Anni und Josef Schulten. Auch sie haben bei sich zu Hause am Ahauser Damm eine Sammelstelle eingerichtet und fahren ab und an mit den Ellerkamps zu einer Spendenübergabe.

Erst Ende August brachte Heinrich Ellerkamp aus den Sammelerlösen 1000 Euro zum Hospiz Anna Katharina nach Dülmen, der gleiche Betrag ging an dem Tag noch zum Familienhaus am Universitätsklinikum in Münster. Dort haben die Mitarbeiter mittlerweile selbst eine Sammelstelle eingerichtet, um das Engagement des Alstätter Kolpingmitglieds zu unterstützen. Auch an das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn gehen immer wieder einige Spenden.

„Im letzten Jahr haben wir insgesamt 10 000 Euro an die drei Institutionen übergeben können“, sagt Heinrich Ellerkamp. Und so waren 33 886 Kilogramm Kronkorken-Schrott auf einmal nicht mehr nur Müll, sondern ein Zeichen für Hilfe, die ankommt – zumindest, wenn viele mitmachen. Denn nur dann funktioniert das Sammeln für den guten Zweck.

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