Mit Nachbarschaftsgebeten angefangen
Marion Nolte ist im Trauer- und Begräbnisdienst der Kirchengemeinde aktiv

Alstätte/Ottenstein -

Marion Nolte wirkt zufrieden, wenn sie von ihrer neuen Tätigkeit im Trauer- und Beerdigungsdienst der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt spricht. Selbstredend nicht, weil sie sich freut, wenn jemand gestorben ist. Sondern, weil es sie ehrt, dass sie in solchen Momenten den Gemeindemitgliedern beistehen kann.

Freitag, 02.11.2018, 17:40 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.11.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 02.11.2018, 17:40 Uhr
In Wortgottesdiensten stand Marion Nolte schon oft an dem Mikro in der Kirche. Seit Kurzem ist sie auch im Begräbnisdienst tätig und hält dabei in der Aussegnungshalle auch die Traueransprache für den Verstorbenen. Dabei trägt sie eine schlichte Albe mit Kreuz.
In Wortgottesdiensten stand Marion Nolte schon oft an dem Mikro in der Kirche. Seit Kurzem ist sie auch im Begräbnisdienst tätig und hält dabei in der Aussegnungshalle auch die Traueransprache für den Verstorbenen. Dabei trägt sie eine schlichte Albe mit Kreuz. Foto: Mareike Meiring

„Tot ist jemand erst, wenn man nicht mehr über ihn spricht“, findet Marion Nolte. Denn auch wenn jemand verstorben ist, ist er für die Freunde und Angehörigen noch immer präsent: im Haus, in Gedanken, in Gefühlen. Und das ist auch gut so, findet die 45-Jährige.

„Viele geben der Trauer keine Zeit mehr“, bedauert Marion Nolte. „Dabei vergisst man, dass Trauer die kleine Schwester von Glück ist.“

Marion Nolte lächelt, wenn sie von ihrer neuen Tätigkeit im Trauer- und Beerdigungsdienst der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt spricht. Selbstredend nicht, weil sie sich freut, wenn jemand gestorben ist. Sondern, weil es sie ehrt, dass sie in solchen Momenten den Gemeindemitgliedern beistehen kann.

Ihr ist dabei in jeder Sekunde bewusst, dass die Beerdigung für Hinterbliebene ein trauriger Anlass ist, zusammenzukommen. „Aber es ist ein schönes Gefühl, wenn ich den Angehörigen dabei helfen kann, dass es eine würdige Beerdigung wird.“ Und das bedeutet für Nolte nicht nur die Traueransprache an dem Tag selbst. Auch später spricht sie noch mit den Angehörigen, besucht sie, fragt, wie es ihnen geht. „Es ist ein Dienst am Menschen“, findet die Ottensteinerin.

In der Kirche aktiv ist die dreifache Mutter schon so lange, dass sie die Jahre nicht mehr zählt. Erst hat sie Familienmessen vorbereitet, seit einigen Jahren ist sie als Küsterin in St. Georg angestellt. Auch einen Kurs zur Wortgottesdienstleiterin hat die Ottensteinerin bereits gemacht, während sie fast wie nebenbei noch hauptberuflich als Chefsekretärin im Krankenhaus arbeitet. Und immer wieder hatte Marion Nolte in der Vergangenheit schon Nachbarschaftsgebete vorbereitet.

Als sie dann sah, dass das Bistum Münster wieder einen Kurs für den Trauer- und Begräbnisdienst anbot, ergriff sie die Initiative. Mehrere Monate dauerte das Seminar, bei dem sich die Teilnehmer mit dem eigenen Glauben, dem kirchlichen Verständnis von Tod und Auferstehen und den rechtlichen Grundlagen der Beerdigung auseinandersetzten. Am Ende gab es ein Zertifikat des Bistums – und die Erlaubnis, in den Heimatpfarreien den Begräbnisdienst zu übernehmen.

Dieser ist nicht an die Weihe gebunden. Eine Eucharistiefeier in der Kirche ist zwar dem Priester vorbehalten. Doch ein Wortgottesdienst mit der Traueransprache darf nunmehr auch Marion Nolte halten. „Und nur weil ihn ein Laie macht, heißt es ja nicht, jemand wird unwürdiger beerdigt“, findet die Ottensteinerin.

Die bisherigen Rückmeldungen der Gemeindemitglieder geben ihr Recht. Bislang seien diese immer auf sie mit dem Wunsch zugekommen, die Beerdigung zu gestalten – „Mund-zu-Mund-Propaganda“, kommentiert sie es. „Einige kannten mich schon von den Nachbarschaftsgebeten.“

Serie zum Thema Tod

Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag – der November ist der Monat des Gedenkens. Er ruft jene Menschen ins Gedächtnis, die wir nicht vergessen wollen und ist für viele Anlass, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Diesen dunklen Monat wollen die WN nutzen, um die Themen Sterben und Tod in den Mittelpunkt einer Serie zu rücken. Sie sprechen mit Betroffenen, Ehrenamtlichen und Experten und beleuchten den letzten Weg im Leben von ganz unterschiedlichen Seiten.

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Bei drei Beerdigungen in der Kirchengemeinde hat sie bereits den Dienst übernommen, auch in Alstätte stand sie vor Kurzem bereits in ihrer neuen Funktion in der Aussegnungshalle. Statt normaler Kleidung trägt sie dann eine schlichte Albe mit einem Kreuz um den Hals – zwar nichts Auffälliges, aber doch so, dass jeder sie in ihrer Funktion erkennt. Und die Vorbereitung macht sie sich nicht leicht. „Die richtigen Worte zu finden, bedarf Zeit“, sagt Marion Nolte. „Jeder hat seine Geschichte“ – mit guten wie schlechten Momenten.

Die 45-Jährige will den Trauernden gleichzeitig auch Hoffnung geben. Denn sie glaubt nicht, dass der Tod schon das Ende ist. „Ich glaube an das Leben danach“, sagt sie. Auch nach dem Tod sei der Mensch noch da – „er ist dann nur aus dem Blickfeld verschwunden.“

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