Denise Terhaar bietet mit Mischlingshund tiergestützte Therapie
Mila öffnet Patienten Türen

Alstätte -

„Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.“ Mit diesem Zitat von Louis Armstrong hat Denise Terhaar ihr Konzept zur tiergestützten Therapie überschrieben.

Donnerstag, 22.11.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2018, 12:40 Uhr
Ein eingespieltes Team sind die Heilerziehungspflegerin Denise Terhaar und ihr Mischlingshund Mila. Terhaar absolvierte mit Mila zusammen die Ausbildung zum Therapiehund.
Ein eingespieltes Team sind die Heilerziehungspflegerin Denise Terhaar und ihr Mischlingshund Mila. Terhaar absolvierte mit Mila zusammen die Ausbildung zum Therapiehund. Foto: Monika Haget

Seit drei Jahren arbeitet die Heilerziehungspflegerin mit ihrem Mischlingshund Mila, zunächst als Ergänzung zu ihrer beruflichen Tätigkeit mit schwerst mehrfach behinderten Menschen. Inzwischen ist sie auch mobil tätig und besucht ihre Klienten in deren Einrichtungen oder Zuhause.

Dabei verwendet sie unterschiedliches Hilfsmaterial, das im Laufe der Zeit immer umfangreicher wurde und nicht mehr in ihrer Wohnung gelagert werden kann. Deshalb hat sie einen kleinen Praxisraum angemietet, in den sie am Sonntag (25. November) zum Tag der offenen Tür einlädt. Zurzeit wird dort noch eifrig gearbeitet, unter anderem soll eine Snoezelecke für besondere Entspannungstherapien entstehen.

Denise Terhaar hat gemeinsam mit ihrem Hund Mila die Ausbildung zum Therapiehund absolviert. Mila ist ein Mischling aus Schäferhund und Kuvasz. Der Schäferhund zeichne sich durch seine hohe Intelligenz aus, sagt Denise Terhaar, während der Kuvasz eine hohe Frustrationstoleranz habe, was bedeute, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringe. Dies sei die ideale Mischung für einen Therapiehund.

Die Einsatzmöglichkeiten für Mila sind vielfältig. Sie richten sich an Personen mit einem speziellen Förderbedarf. Dazu gehören unter anderem Menschen mit einer geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung, Menschen mit Demenz, Menschen mit Sucht- oder psychischer Erkrankung.

Ebenso vielfältig sind die Indikationen. Störungen der Sprache, der Motorik, der Kommunikation, ADHS, Autismus, Depression oder Angst sind einige. Für jeden Klienten erstellt die Pädagogin nach umfangreicher Analyse einen individuellen Förderplan.

„Der Hund ist bei meiner Arbeit die Brücke zu den Menschen“, sagt sie. Terhaar erklärt es an einem praktischen Beispiel. Ein Mensch mit einem Tremor, der seine Bewegungen schwer kontrollieren kann, bekommt die Aufgabe, eine Schachtel zu öffnen, darin ein Leckerli für den Hund zu legen, die Schachtel wieder zu verschließen und sie dem Hund zu reichen. Für einen Tremorpatienten ist dies eine sehr schwierige Übung. Der Hund schließlich öffnet mit dem Maul die Schachtel und nimmt sich das Leckerli, Hund und Mensch sind glücklich.

„Würde ich ohne meinen Hund eine ähnliche Übung anbieten, hätte ich nur halb so großen Erfolg“, ist die Alstätterin sicher. So aber könne sie von Mal zu Mal die Übung anders oder schwieriger gestalten und den Menschen in seiner Motorik weiter fördern.

Von einem besonderen Erlebnis erzählt sie dann. Sie besuche seit einiger Zeit ein autistisches Kind zu Hause. Autisten sind sehr in sich zurückgezogen und können kaum oder gar nicht mit anderen Menschen kommunizieren. Beim dritten Besuch hätte das Kind beim Öffnen der Tür gerufen: „Mama, Mila ist da.“ Das sei das erste Mal gewesen, dass dieses Kind mit einem anderen Menschen kommuniziert habe, sagt Denise Terhaar. „Das sind die kleinen Glücksmomente, die mich in meiner Arbeit bestätigen“, freut sie sich.

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Die Tür zur Praxis an der Müggenbergstraße 22 ist am Sonntag (25. November) von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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