Weitere Zuweisungen im nächsten Jahr
Turnhalle bleibt Reserve für weitere Flüchtlinge

Alstätte -

Die Turnhalle in Alstätte wird auch zukünftig als Reserve vorgehalten, um bei Bedarf weitere Flüchtlinge dort unterzubringen. Daneben gibt es noch weitere Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt, die längst nicht ausgelastet sind.

Mittwoch, 28.11.2018, 06:00 Uhr
Die Integrationshelfer sorgen in Alstätte dafür, dass sich die Flüchtlinge nicht alleine gelassen fühlen – und organisieren etwa Aktionen wie in der Vergangenheit das Kartoffelsuchen und Reibekuchen backen. Ob in Zukunft noch neue Flüchtlinge in der Unterkunft an der Gronauer Straße einziehen, ist bislang unklar. Die Turnhalle wird weiterhin als Reserve vorgehalten, heißt es von der Stadt.
Die Integrationshelfer sorgen in Alstätte dafür, dass sich die Flüchtlinge nicht alleine gelassen fühlen – und organisieren etwa Aktionen wie in der Vergangenheit das Kartoffelsuchen und Reibekuchen backen. Ob in Zukunft noch neue Flüchtlinge in der Unterkunft an der Gronauer Straße einziehen, ist bislang unklar. Die Turnhalle wird weiterhin als Reserve vorgehalten, heißt es von der Stadt. Foto: Monika Haget

Die Turnhalle in Alstätte wird auch zukünftig als Reserve vorgehalten, um bei Bedarf weitere Flüchtlinge dort unterzubringen. Sie ist für 24 Personen ausgelegt. Daneben gibt es noch weitere Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt, die längst nicht ausgelastet sind: Insgesamt sind in solchen Heimen laut Verwaltung derzeit 125 von 331 Plätzen nicht belegt. Das teilte die Stadt Ahaus jetzt den Mitgliedern des Sozialausschusses mit. Während der vergangenen Sitzung hatte die Verwaltung über die Integration Geflüchteter berichtet.

Derzeit leben laut Stadtverwaltung 17 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft in Alstätte an der Gronauer Straße. Insgesamt sind in Ahaus in ähnlichen Unterkünften aktuell 193 Flüchtlinge (Stand: 22. November) untergebracht. Angaben dazu, wie viele weitere Flüchtlinge in Alstätte etwa in privaten Wohnungen leben, könne die Stadt dagegen nicht machen. „Nach Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft besteht ein Zugang zum SGB II“, teilt sie auf Nachfrage mit – also ein Zugang zu Hartz-IV-Leistungen. „Hierdurch dürfen sich die anerkannten Flüchtlinge dann auch eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt suchen und aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen“, so die Stadt.

Allerdings scheitere der Wohnungswechsel oft daran, dass es gerade für Flüchtlinge schwierig sei, bezahlbaren und angemessenen Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt zu finden. Hinzu komme, dass zahlreiche sozial geförderte Wohnungen weggefallen seien und es demnach auch „zukünftig für die Flüchtlinge nicht einfach sein wird, passenden, angemessenen Wohnraum zu finden“.

Aktuell stellt sich die Stadt Ahaus darauf ein, weitere anerkannte Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Im Oktober gab es 266 Geflüchtete mit Aufenthaltsgenehmigung in der Stadt, laut Bezirksregierung hat sie damit jedoch nur knapp 60 Prozent der berechneten Erfüllungsquote erfüllt. Demnach würden in naher Zukunft noch 177 weitere Flüchtlinge mit Bleibeperspektive nach Ahaus kommen.

Ob dies allerdings passiert, ist aktuell völlig unklar. Denn auch in anderen Kommunen verläuft die Zuweisung anerkannter Flüchtlinge nur schleppend.

„Wenn wir keine Flüchtlinge haben, können wir auch keine zuweisen“, erklärte hierzu unlängst ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg gegenüber den WN. Es sei deutlich zu merken, dass viel weniger Flüchtlinge nach Deutschland kämen als noch 2015 und 2016. Im Dezember will die Bezirksregierung die Quoten für die einzelnen Kommunen in Nordrhein-Westfalen neu berechnen. Diese sollen dann für das kommende Jahr gelten, so der Sprecher.

Die Stadt Ahaus geht davon aus, dass frühstens ab April nächsten Jahres weitere Personen mit Bleibeperspektive zugewiesen werden.

Bei der Aufnahme von Flüchtlingen ohne Schutzstatus rechnet die Stadt mit keinen weiteren Zuweisungen mehr: Kommen noch vier weitere Personen ohne Schutzstatus, hat die Stadt in diesem Bereich ihre Aufnahmeverpflichtung zu 100 Prozent erfüllt.

„Grundsätzlich werden jedoch aufgrund der Unterbringung von Flüchtlingen in den Landeseinrichtungen regelmäßig nur 90 Prozent der Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt“, schreibt die Stadtverwaltung hierzu. Diese Quote hat sie bereits erreicht.

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