Nach 34 Jahren beim Familien-Blatt
Willy Brunner zieht sich zurück

Alstätte -

Nach 34 Jahren ist für Willy Brunner Schluss. So lange hat der Gründer des Familienblättkens an dem Alstätter Werk mitgewirkt. Nun will er Platz für Jüngere machen.

Samstag, 12.01.2019, 06:00 Uhr
In mehreren Bänden hat Willy Brunner die Ausgaben der vergangenen 34 Jahre gebunden. Der Gründer des Familien-Blatts hat jetzt aus Alters- und Gesundheitsgründen aufgehört.
In mehreren Bänden hat Willy Brunner die Ausgaben der vergangenen 34 Jahre gebunden. Der Gründer des Familien-Blatts hat jetzt aus Alters- und Gesundheitsgründen aufgehört. Foto: Rupert Joemann

Willy Brunner hat einen großen Wunsch: „Ich würde mich freuen, wenn jüngere Leute aus Alstätte dazukommen und meine Aufgabe weiterführen.“ Für ihn, den Gründer des Familienblättkens, ist nach 34 Jahren Schluss. Aus Alters- und Gesundheitsgründen hört er beim Familien-Blatt auf.

Zuletzt kümmerte sich Brunner, der lange Jahre eine Druck- und Medientechnik-Firma führte, vor allem um die Anzeigen, das Layout und den Druck. „Das war zwar eine Menge Aufwand, hat aber auch viel Spaß gemacht. Das Team war gut“, sagt der 66-Jährige.

Vor gut 34 Jahren war der gebürtige Ammelner noch ein Einzelkämpfer. Es war die Zeit, als Broschüren in diesem Format in Mode kamen. Willy Brunner war gerade zum Gründungsvorsitzenden des Gewerbevereins gewählt worden. Darüber besaß Brunner, der 1979 nach Alstätte gezogen war, Kontakte zu Geschäftsleuten, die im Familien-Blatt Werbung schalteten. So konnte die zunächst 16-seitige Ausgabe finanziell gestemmt werden.

„Anfangs erschien das Familienblättken in unregelmäßiger Folge – zwei, drei Mal im Jahr. Mittlerweile ist der Turnus klar strukturiert. Die vier Ausgaben erscheinen zu Ostern , eine Woche vor dem 1. Juli, vor dem verkaufsoffenen Sonntag während des Alstätter Herbstes und zehn Tage vor Weihnachten. „Wenn wir nicht frühzeitig mit der Auslieferung dran sind, dann rufen die Leute schon an“, erzählt Willy Brunner.

Besonders die Berichte über lange zurückliegende Ereignisse und verstorbene Alstätter Persönlichkeiten seien beliebt, so der 66-Jährige. Dazu kommen unter anderem Informationen aus den Vereinen, Klassentreffen, Goldhochzeiten und die ältesten Bürger. Nur die Standesamtsnachrichten dürfen sie aus Datenschutzgründen nicht mehr abdrucken.

„Wir haben das Glück und bekommen von den Vereinen eine Vielzahl von Berichten und haben genügend Stoff“, sagt Brunner. Obwohl die Verantwortlichen vor einigen Jahren die Seitenzahl auf 32 verdoppelt haben, muss das Familien-Blatt-Team auch Absagen erteilen.

Nachdem Willy Brunner in den ersten Jahren alles alleine machte, kamen zunächst Toni Winter , Heiner Sicking und Hermann-Josef Winter dazu. Ohne sie, so Willy Brunner, sei das alles nicht leistbar gewesen.

Als die Arbeit noch mehr wurde, schlüpften Brunner und sein Familien-Blatt-Team unter das Dach des Heimatvereins. Mitte der 90er-Jahre stießen Alftons ter Huurne und Josef Hartmann dazu. Mittlerweile helfen noch Willy Bengfort, Heinrich Holters und Thomas Steinhoff mit.

Und die moderne Technik hat auch schon lange Einzug gehalten. Willy Brunner erinnert sich noch an die ersten Jahre, als das anders war. „Wir mussten alles von Hand montieren.“ Das war zeitaufwendig. Die einzelnen Textstreifen wurden genauso aufgeklebt wie die Fotos. So wurden die Seiten einzeln zusammengepuzzelt.

Hermann-Josef Winter war für die grafischen Elemente verantwortlich. „Durch seine Kontakte hat er später viele Firmenlogos der Alstätter Unternehmen entwickelt“, erinnert sich Willy Brunner. Das Titelblatt, wie es noch heute genutzt wird, entwarf der Haaksbergener Jan ten Asbroek.

Nicht nur das Layout und die Inhalte haben die Verantwortlichen über die Jahre weiterentwickelt, auch die Auflagenstärke ist angepasst worden. Früher wurden 1600 Exemplare gedruckt, heute sind es 2300. Das hat zum einen mit der wachsenden Einwohnerzahl zu tun, zum anderen aber auch mit dem großen Interesse von auswärts lebenden Alstättern. 150 Exemplare verschickt der Heimatverein mit der Post. Zudem wird das Familienblättken beim Bäcker in Lünten, im Modehaus Render und der Hama-land-Apotheke zum Mitnehmen ausgelegt. „Die Niederländer lesen es auch gerne“, weiß Willy Brunner.

Auch deshalb hofft der Alstätter, dass künftig ein oder mehrere Nachfolger seinen Platz in der Redaktionssitzung einnehmen werden.

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