Zusammenarbeit in der Oberstufe
Gymnasien verstärken Kooperation

ahaus -

Man kennt sich, schätzt sich und versteht sich. Niels Hakenes, Leiter der Canisiusschule, und sein Pendant am Alexander-Hegius-Gymnasium, Michael Hilbk, funken auf einer Wellenlänge. Während die beiden Schulen in der Vergangenheit häufig als Konkurrenten wahrgenommen wurden, stehen Hilbk und Hakenes für eine neue Ära.

Dienstag, 05.02.2019, 08:00 Uhr
Weiter ausbauen wollen die Schulleiter Michael Hilbk (l.) und Niels Hakenes die Zusammenarbeit beider Gymnasien.
Weiter ausbauen wollen die Schulleiter Michael Hilbk (l.) und Niels Hakenes die Zusammenarbeit beider Gymnasien. Foto: privat

„Wir möchten die gute Zusammenarbeit, die unsere Schulen seit Jahren pflegen, noch mehr ausweiten“, sagt Michael Hilbk . Im Fokus steht dabei vor allem die Oberstufe. Hakenes : „Im Leistungskursbereich sehen wir großes Potenzial.“

Wenn an einem der Gymnasien zu wenig Schüler einen bestimmten (Leistungs)-Kurs wählen, schauen die Schulleiter, ob die Möglichkeit eines gemischten Kurses besteht. Häufig mit Erfolg, wie die aktuellen Zahlen belegen. 70 Schüler nehmen derzeit an schulübergreifenden Kursen teil – Tendenz stark steigend. Ein Modell, das sich mit der Zeit etabliert hat.

Die Fächer, in denen die Schulen kooperieren, sind keine Hauptfächer wie Englisch oder Mathematik. „Traditionell kommen zum Beispiel Informatik- und Kunstkurse eher am AHG zustande, die Sozialwissenschaften wiederum eher bei uns“, sagt Niels Hakenes. Das gemeinsame Ziel: Den Schülern eine vielfältige Auswahl bei der Kurswahl zu garantieren. „Wir wollen im Leistungskursbereich auf Dauer ein verlässliches Portfolio schaffen“, so Niels Hakenes.

Neben den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik, Chemie und Informatik soll in Zukunft auch das Angebot in den kleineren Sprachen (Spanisch, Französisch, Russisch) noch mehr gestärkt werden. „So haben wir wirklich die Möglichkeit, dass jeder Schüler seinen Neigungen nachgehen kann“, sagt Michael Hilbk.

Als die ersten Schüler vor mehr als einem Jahrzehnt für einzelne Kurse die Schulen wechselten, gab es die erwarteten Anlaufschwierigkeiten. „Der organisatorische Aufwand ist immens, wenn zwei Schulen involviert sind“, sagt Niels Hakenes. Vor allem die Stundenplaner standen vor hohen Hürden. Doch über die Jahre entwickelte sich, auch dank digitaler Kommunikation, eine gewissen Routine.

Mittlerweile wurden auch die Skeptiker überzeugt. „Die Akzeptanz und Alltagstauglichkeit haben sich eingespielt. Die Teams arbeiten unkompliziert zusammen und sehen die Kooperation als normal an“, so Michael Hilbk. „Anders als früher ist man kein Exot mehr, wenn man wechselt“, ergänzt Niels Hakenes. Die kurzen Wege waren für den Erfolg ein wichtiger Faktor.

Das Profil der zwei Schulen soll von diesem Austausch unberührt bleiben. „Beide haben ihre eigene Geschichte und legen in der Sekundarstufe I verschiedene Schwerpunkte. Das halten wir auch in Zukunft für wichtig und richtig“, betont Hakenes. Daher sei es auch unwahrscheinlich, dass in nächster Zeit schon vor der Oberstufe gemischte Kursen angeboten würden.

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