Gemeinsames Carsharing-Projekt
Startschuss für E-Autos im April

Ahaus/Heek/Legden -

Ahaus, Heek und Legden wollen ein System anbieten, das es Menschen aus der Leader-Region ermöglicht, E-Autos zu testen. Anfang April sollen die Fahrzeuge und das Buchungssystem erstmals vorgestellt werden.

Samstag, 23.03.2019, 06:00 Uhr
Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sowie die Mitarbeiter der Gemeinde Heek haben bereits Erfahrungen mit einem Elektroauto als Dienstwagen gemacht. Diese Chance sollen bald auch weitere Bürger bekommen.
Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sowie die Mitarbeiter der Gemeinde Heek haben bereits Erfahrungen mit einem Elektroauto als Dienstwagen gemacht. Diese Chance sollen bald auch weitere Bürger bekommen. Foto: Christiane Nitsche

Das Thema Carsharing ist in Ballungszentren ein hochaktuelles: Die Nutzung des Fahrrads wird angeregt, der CO-Austausch durch den Verzicht auf das eigene Auto verringert. Auch der Umstieg auf Elektromobilität im Zuge der Energiewende ist ein politisch gewolltes Ziel. Beide Vorzüge vereint das E-Carsharing. Und das ist auch der Baustein eines neues Leader-Projekts, das in Kürze an den Start geht: Unter dem Namen „Erneuerbare Elektromobilität für die ländliche Region Ahaus-Heek-Legden (AHL)“ (WN berichteten) wird ein System angeboten, das es Menschen aus der Leader-Region ermöglicht, E-Autos zu testen. Ziel ist es, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen sowie Carsharing zu erhöhen. Anfang April sollen die Fahrzeuge und das Buchungssystem erstmals vorgestellt werden.

Die Grundidee: Künftig stehen E-Fahrzeuge an Standorten in Ahaus, Heek und Legden, die auch von Bürgern geliehen werden können. Zur Koordination des Projektes wurde im Leader-Verein eine Personalstelle eingerichtet, die Ute Schwietering seit dem 1. März besetzt.

Der Strom für die Fahrzeuge kommt aus erneuerbaren Energien – damit entsteht eine Verbindung zum ebenfalls seinerzeit über Leader geförderten regionalen Ansatz zur Windkraft. Stichwort: Energiegenossenschaft AHL. Im Boot sind bei diesem Projekt die drei Gemeinden, die Stadtwerke Ahaus für die Ladeinfrastruktur, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken sowie als lokaler Kooperationspartner die Autovermietung Althoff. Die E-Fahrzeuge werden von Althoff den Stadtwerken als Ankermieter zur Verfügung gestellt. Diese stellen sie wiederum den Kommunen und Unternehmen bereit.

Und wie kommt das Projekt zum Bürger? In den Randzeiten – sprich ab dem späten Nachmittag und an den Wochenenden – können Interessierte die Fahrzeuge ausprobieren. Auch Touristen, die mit dem Öffentlichen Nahverkehr anreisen. Mit den Ankermietern wird ein günstiger Mietpreis für die Nutzer erreicht. In der Summe soll durch dieses Projekt auch ermittelt werden, mit welchen Maßnahmen und Angeboten sich ein solches Angebot im ländlichen Raum wirtschaftlich etablieren lässt, um dieses Vorgehen in andere Regionen zu exportieren. Gerade deshalb gilt es als sogenanntes Leuchtturmprojekt.

Bei entsprechender Resonanz könnte das Projekt zudem ausgebaut werden. Vorbereitet ist man darauf auch bei den Stadtwerken Ahaus. „Ohne die Ladeinfrastruktur können E-Carsharing-Modelle nicht funktionieren. Daher ist es für uns so wichtig, die Ladesäulen flächendeckend aufzustellen“, berichtet Geschäftsführer Karl-Heinz Siekhaus. Allein in Ahaus sind 13 mit einer Leistung von jeweils 22 kW installiert, weitere drei sollen noch in diesem Jahr folgen. Damit sei man vergleichsweise „sehr gut aufgestellt“. In Heek steht zum Beispiel eine Ladesäule am Rathaus, auch in Legden sind erste Ladestationen in Betrieb.

Die Ladesäulen würden immer mehr genutzt, das zeige der Verbrauch an diesen: In 2018 war dieser mit insgesamt 100 000 Kilowattstunden doppelt so hoch wie 2017. Für 2019 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. „Die Anfragen zum Thema E-Mobilität in unserem Kundencenter werden immer mehr. Daher haben wir unser Produktportfolio bereits um Ladeboxen für Zuhause und einen Autostromtarif erweitert“, sagt Karl-Heinz Siekhaus.

Über das Leader-Projekt wird allerdings nicht die Infrastruktur, sondern nur die Koordination, das Management und das Marketing gefördert. „Das Projekt lebt vor allem vom Mitmachen“, erklärt Ute Schwietering. Im April kann es losgehen – die praktische Umsetzung liegt dann in den Händen der drei beteiligten Gemeinden.

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