Keine Probleme in Kitas vor Ort
Impfen ist für fast alle Eltern selbstverständlich

Heek/Alstätte/Schöppingen -

Impflicht – ja oder nein? Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert. In den Kitas in Heek, Schöppingen und Alstätte reagieren die drei Verbundleiterinnen derweil gelassen. Denn mit Impfgegnern haben sie kaum zu tun.

Donnerstag, 28.03.2019, 06:00 Uhr
Es ist nur ein kleiner Piks, der vor Masern schützt. Dennoch gibt es immer mehr Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen möchten. In den Kitas in Heek, Alstätte und Schöppingen dagegen erhalten noch immer fast alle Kinder die empfohlenen Impfungen.
Es ist nur ein kleiner Piks, der vor Masern schützt. Dennoch gibt es immer mehr Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen möchten. In den Kitas in Heek, Alstätte und Schöppingen dagegen erhalten noch immer fast alle Kinder die empfohlenen Impfungen. Foto: dpa/Franziska Gabbert

Impflicht – ja oder nein? Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert. Auslöser sind gleich mehrere Vorfälle. So hatte schon im Februar ein privater Kita-Träger in Essen beschlossen, keine Kinder mehr aufzunehmen, die nicht die empfohlenen Impfungen nachweisen. In einer Schule in Hildesheim kam es diesen Monat zum Schulverbot für einige Schüler und Lehrer ohne Impfschutz, weil zwei Schüler an Masern erkrankt waren. Und nun erwägt auch die Regierungskoalition, eine generelle Impfpflicht gegen Masern einzuführen.

In den Kitas in Heek, Schöppingen und Alstätte reagieren die Verantwortlichen derweil gelassen, wenn sie auf die Diskussion zur Impflicht angesprochen werden. Denn allen drei Verbundleiterinnen sind kaum Fälle bekannt, in denen die Eltern für ihre Kinder nicht die empfohlenen Impfungen nachweisen konnten.

Eine Impflicht gibt es in den Kitas nicht. Allerdings müssen die Eltern nachweisen, dass sie sich von einem Arzt oder einer Ärztin „zu einem altersgemäßen, ausreichenden und vollständigen Impfschutz“ haben beraten lassen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, eine entsprechende Bescheinigung gibt es zum Beispiel beim Gesundheitsamt. Darauf ist dann auch vermerkt, welche Impfungen das Kind bereits erhalten hat. Zudem zeigen die Eltern in der Regel den Impfausweis ihres Nachwuchses bei der Kita-Anmeldung vor.

„Wir tragen dann ab, welche Impfungen bei dem Kind vorhanden sind“, sagt Christiane Hilbring, Verbundleiterin der katholischen Kindergärten in Heek. Sie fügt an: „Uns ist es immer am liebsten, wenn das Kind durchgeimpft wird.“ Denn das verringert nicht nur für die Kinder die Ansteckungsgefahr, sondern auch für die Erzieherinnen. Da aber die Impfung freiwillig ist, können sie keine Konsequenzen ziehen, sofern Kinder bestimmte Impfungen nicht haben.

Ähnlich läuft es bei den Kitas in Alstätte, wie Verbundleiterin Melanie Tenhagen auf Nachfrage sagt: „Es gibt Vorlagen vom Land, nach denen richten wir uns.“ Die Eltern legen zu Beginn die entsprechenden Formulare und den Impfausweis vor, davon kommt eine Kopie zu den Unterlagen. Dann können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit nachschauen, ob und wie das entsprechende Kind geimpft ist. Dass manche Eltern ihr Kind nicht impfen lassen wollen – „das ist bei uns kein großes Problem“, sagt Tenhagen. Für fast alle sei das selbstverständlich. „Ich denke, das ist auch von den früheren Generationen noch so transportiert worden“, sagt Tenhagen. Dem kann auch die Verbundleiterin der Kitas in Schöppingen, Melanie Rotterdam , nur zustimmen. Sie schätzt, dass weit über 95 Prozent der Kinder in den Kitas in Schöppingen die vom Arzt empfohlenen Impfungen bekommen haben. Von Impfgegnern hat sie zwar in den Medien schon gehört oder gelesen – aber die gebe es in Schöppingen so nicht, sagt Rotterdam. „Zum Glück“, wie sie betont.

Zahl der Maserninfektionen gestiegen

Bundesweit ist die Zahl der Maserninfektionen deutlich gestiegen. 2019 gab es in Deutschland bisher 170 Masern-Erkrankungen, viele davon in NRW. Die Zahl der Fälle schwankt stark von Jahr zu Jahr, manchmal gab es mehrere Tausend Erkrankungen. „Wir kommen mit der Elimination nicht so recht voran“, sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin, wo die Meldungen aus den Bundesländern zusammenlaufen. Zu Ausbrüchen kommt es öfter in Großstädten und Ballungsräumen. Das extrem ansteckende Masern-Virus wird durch Tröpfchen übertragen und hat dort leichtes Spiel, wo sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten. Laut RKI erreichen bei der Schuleingangsuntersuchung inzwischen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 Prozent für die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Verbesserungsbedarf gebe es aber bei der zweiten Impfung, die den Impfschutz ausweiten soll.

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