Seelsorgeteam erinnert sich noch an Unstimmigkeiten
Auch nach Fusion für Gläubige da

Alstätte/Ottenstein -

Die beiden Kirchen St. Georg und St. Mariä Himmelfahrt stehen immer noch auf festen Fundamenten. Das ist die gute Nachricht nach knapp sechs Jahren gemeinsamer Gemeindearbeit. Ein Zwischenergebnis, auf das Pfarrer Matthias Wiemeler, sein Kollege Johannes Volmer und Pastoralreferent Benedikt Rake stolz sein dürfen.

Donnerstag, 11.04.2019, 17:52 Uhr
Die Pforten der Kirche stehen Gläubigen jederzeit offen: Vicarius Cooperator Johannes Volmer, Pastoralreferent Benedikt Rake und Pfarrer Matthias Wiemeler an der Alstätter Kirche.
Die Pforten der Kirche stehen Gläubigen jederzeit offen: Vicarius Cooperator Johannes Volmer, Pastoralreferent Benedikt Rake und Pfarrer Matthias Wiemeler an der Alstätter Kirche. Foto: Anna-Lena Haget

Rake ist das jüngste Teammitglied. Er unterstützt die Arbeit der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Alstätte und Ottenstein erst seit 2017 nachdem Pastor Reinhard Hemsing in den Ruhestand gegangen war.

Mit der Fusion im Jahr 2013 ist die Zeit in den ehemaligen Pfarrgemeinden St. Mariä Himmelfahrt Alstätte und St. Georg Ottenstein nicht stehengeblieben. Aber: „Unsere Kirchtürme sind auf dem Weg, sich besser zu verstehen“, sagt Johannes Volmer zuversichtlich an diesem Vormittag im Besprechungsraum des Alstätter Pfarrhauses.

Unstimmigkeiten habe es, zugegebenermaßen, am Anfang gegeben, erinnert sich Matthias Wiemeler. Die damalige Entscheidung des Münsterischen Bischofs Felix Genn, die neue Pfarrgemeinde ‚St. Mariä Himmelfahrt Alstätte und Ottenstein‘ zu nennen – obwohl die Gemeindeteile selbst teils abweichende Vorschläge gemacht hatten – ist manchem Gläubigen sauer aufgestoßen. Daran erinnert sich auch das örtliche Seelsorgeteam noch gut.

„Gerade die Kleineren hatten Angst, dass sie geschluckt werden. Wir haben aber aufgepasst, dass das nicht passiert“, erklärt Matthias Wiemeler. Inzwischen laufe es recht rund.

Zu den Organen der Pfarrei gehören unter anderem ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat, der Kirchenvorstand sowie Ausschüsse und Gruppen, die meistens harmonisch miteinander kooperieren. Auch wenn das dreiköpfige Seelsorgeteam den Blick für die Realität darüber nicht verloren hat.

„Ein System, wie es das in den 70ern und 80ern gab, konnten wir so nicht mehr aufrecht erhalten“, sagt Johannes Volmer. Die Überalterung der Pfarrgemeindemitglieder und des Personals sowie der damit verbundene Mangel von Pfarrern und Pastoralreferenten macht nicht nur der Kirche im Bistum Münster zu schaffen.

„Die Besucherzahlen gehen immer weiter runter. Es gibt da keinen Weg, die fehlende Gottesdienstteilnahme zu ändern“, sagt Matthias Wiemeler und zuckt die Schultern. Da helfe weder Betteln noch Schimpfen, um die Situation zu verbessern.

„Trotzdem gilt das, was wir an den Kirchtürmen stehen haben: ‚Ja, ich bin da‘. Natürlich ist es schön, wenn die Kirche voll wird, aber das ist nur die Äußerlichkeit. Es geht ja ums Innerliche“, ergänzt Pastoralreferent Benedikt Rake. Ein wenig Werbung für den katholischen Glauben müsse in der heutigen Zeit, da sich viele von der Kirche abwenden, jedoch schon sein.

Bistum und Kirche haben sich deshalb vor kurzer Zeit den Sinnspruch „Für dein Leben gern“ auf ihre Fahne geschrieben – und auf Kugelschreiber, Kaffeebecher und Einkaufsbeutel. „Wir wollen den Menschen sagen: Ja, wir sind da, für dein Leben gern. Da müssen wir hinkommen“, zeigt sich Benedikt Rake überzeugt.

Ihm sei klar, dass er nicht alle abtrünnigen Gläubigen zurück in den Schoß der Kirche holen könne. Aber auch der Mensch müsse ein Stück weit für die Kirche da sein, wie die drei Seelsorger betonen. „Heute geht es um Einsicht und Entscheidung. Ich entscheide mich für Gott. Gewohnheit, das ist vorbei“, sagt Johannes Volmer. Die Pforten der Kirche, darauf legen die drei großen Wert, stehen allerdings jederzeit für die Menschen offen.

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