Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden
Vier Prozent Dividende für die Windkraft

Ahaus/Heek -

„Wir sind ausverkauft!“ Am Mittwoch, am Tag der Generalversammlung, hat die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden die letzten der 15 300 Anteile verkauft. Da konnten sich die 241 Mitglieder, die in die Stadthalle gekommen waren, gratulieren. Sie erhalten nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2018 erstmals eine Dividende in Höhe von vier Prozent, die im August ausgezahlt wird.

Freitag, 28.06.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 18:24 Uhr
241 Mitglieder der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden besuchten die Generalversammlung.
241 Mitglieder der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden besuchten die Generalversammlung. Foto: Ronny von Wangenheim

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg ist das gute Gefühl nicht zu unterschätzen, etwas gegen den Klimawandel getan zu haben. Das erläuterte eindrucksvoll Heinz Thier , der am Ende aus der Sicht des Projektbegleiters auf das Bürgerwindprojekt schaute. Doch bis dahin ging es um Bilanzen, Erträge und viele Zahlen zur Energiegenossenschaft, die eine der größten in Deutschland ist.

Fast einstimmig beschlossen wurde der Vorschlag, künftig ein Eintrittsgeld in Höhe von vier Prozent der Einlage einzuführen. „Sie haben Mut bewiesen und Anteile gekauft, als es noch keine Dividende gab“, sagte Vorstandsmitglied Heinz Bendfeld . Die Altmitglieder sollten nicht bestraft werden. „Heute ist die Entscheidung leichter und der Erfolg ist absehbar.“ Wer sich jetzt für eine Beteiligung meldet, kommt auf eine Warteliste. Aufsichtsratsmitglied Michael Kersting erläuterte: „In der Höhe haben wir uns an der Dividende orientiert.“ Altmitglieder können sich bis 31. Juli auf die Warteliste setzen und zahlen dann keinen Zuschlag.

Zu Beginn der Generalversammlung zog Vorstandsmitglied Karl-Heinz Siekhaus Bilanz. 2018 lief es gut für die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden mit ihren drei eigenen Anlagen und Beteiligung an weiteren Windenergieanlagen. Insgesamt gehören 19 Anlagen zur wachsenden „Ahleg-Familie“. „Alle Anlagen außer einer, und das wegen technischer Probleme, sind termingerecht in Betrieb gegangen“, erläuterte Siekhaus. Bei einer Anlage in Quantwick stehe eine Abnahme kurz bevor. Erfreulich sei, dass mit dem Windenergieanlagen-Hersteller Enercon eine gute Regelung getroffen wurde. 2018 waren Risse in den Türmen einiger Windanlagen aufgetreten. Sanierung und Ertragsausfall übernimmt Enercon.

Ansonsten seien die Anlagen sehr zuverlässig gelaufen, so Siekhaus. 2018 wurden insgesamt 150,6 Millionen Kilowattstunden in den 19 Windkraftanlagen eingespeist, mit denen 43 025 Durchschnittshaushalte versorgt werden könnten. Der Anteil der Energiegenossenschaft liegt bei 50,2 Millionen Kilowattstunden, was einer rechnerischen Versorgung von 14 341 Haushalten entspricht. „Pro Anteil wird mehr als ein Haushalt mit regenerativem Strom versorgt“, so Siekhaus: „Wir sind sehr nahe an unserem Ziel.“

Heinz Thier, Geschäftsführer der BB-Wind, beleuchtete am Ende das Bürgerwindprojekt Ahaus-Heek-Legden mit Blick auf den Klimawandel. „Die fossile Energiewelt geht zu Ende“, sagt er und belegte eindrucksvoll, wie Windkraft zu einer sehr großen regionalen Wertschöpfung führe. Offen sprach er auch über die Probleme einiger Enercon-Anlagen und die Insolvenz der Herstellerfirma Senvion.

Für die Teilnehmer der Versammlung hatte er noch eine gute Nachricht: Jedes Mitglied verbessere seinen CO2-Fußabdruck. Neun Tonnen pro Jahr beträgt er für jeden Menschen. Für die 1100 Mitglieder verbessere er sich um minus 17 Tonnen. Thier augenzwinkernd: „Da können sie noch mal nach Malle fliegen oder eine Kreuzfahrt machen.“

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