Nisthilfe für Störche
Nachwuchs in luftiger Höhe

Alstätte -

Nachwuchs macht stolz. Das ist bei Clemens-August Brüggemann nicht anders, auch wenn dieser hier tierischer Natur ist. Dem Senior-Chef der Haarmühle ist es gelungen, ein Storchenpaar eine ideale Brutstelle an den Schnabel zu geben. Zwei kleine weiß-schwarz gefiederte Vögel bewohnen Brüggemanns künstlichen Wohnsitz.

Freitag, 05.07.2019, 18:00 Uhr
Clemens-August Brüggemann ist stolz, dass ein Storchenpaar sich das eigens hergerichtete Nest an der Haarmühle zum Brüten ausgesucht hat.
Clemens-August Brüggemann ist stolz, dass ein Storchenpaar sich das eigens hergerichtete Nest an der Haarmühle zum Brüten ausgesucht hat. Foto: Alex Piccin

Ursprünglich tummelten sich sogar drei Storchenküken im Nest in luftiger Höhe. Doch eines morgens hat Clemens-August Brüggemann einen kleinen Vogel tot am Boden aufgefunden. Denkbar sei es, dass der dritte im Bunde verhungert ist oder von den Geschwistern als schwächstes Glied aus dem Nest gestoßen wurde.

Auch vor einem Jahr hatte Brüggemann einen Versuch gestartet, ein Storchenpaar zum Bleiben zu bewegen. Das Nest wurde zwar von Meister Adebar nicht angenommen, war im Winter jedoch ein Quartier für Nilgänse. Ein Blick ins hölzerne Heim machte deutlich, warum die anspruchsvollen wie erbetenen Gäste dieses verschmäht hatten: „Es lag sehr viel Dreck drin. Das Nest wurde ausgebessert und in diesem Jahr kamen sehr viele Störche. Zwei sind schließlich geblieben.“

Die Storchtradition im Hause Brüggemann geht sogar noch weiter zurück. „1938 wurden hier die letzten Storche aufgezogen“, berichtet Clemens-August Brüggemann. Der Seniorchef erinnert sich an seinen Großvater, der elf Kinder hatte: „Zu einem potenziellen Schwiegersohn sagte er mal: ‚Wenn du den Storch satt kriegst, kannst du meine Tochter heiraten.‘“ Der Überlieferung nach soll der Angesprochene es sogar geschafft haben.

Der Storchenhorst ist gut gefüllt.

Der Storchenhorst ist gut gefüllt. Foto: Alex Piccin

Vor drei Jahren hat Brüggemann begonnen, sich intensiv mit Störchen zu beschäftigen. Vom Nabu und Biologen hat er sich wertvolle Tipps geholt: „Unter dem Strich muss alles passen.“ Futter soll es im Naturschutzgebiet Witte Venn ausreichend geben. Eine ehemalige Tierweide wurde einst zu einem Froschreservoir umgewandelt – praktisch einem Delikatessenladen für den Storch. Die Trockenheit mache allerdings auch den Reptilien zu schaffen.

Mindestens ebenso wichtig ist das richtige Nest. Brüggemann weiß, wie ein gutes Storchenhaus auszusehen hat: „Das Nest muss einen stabilen Unterbau haben, in der die Flüssigkeit abläuft.“ Weidenmulch, Heu oder Stroh sowie einen etwa 30 Zentimeter hohen Rand aus Weidenholz sind die weiteren Baumaterialien. Um die Störche anzulocken, wird das Nest von Außen mit weißer Farbe bekleckst. „Am wichtigsten ist aber, dass das Nest in einer Einflugschneise liegt und von zwei Seiten anfliegbar ist“, sagt Brüggemann.

60 Tage bleiben die Küken im Nest und werden dann flügge. Lange kann es nicht mehr dauern, ehe die jungen Segenbringer in ihren zweiten Lebensabschnitt starten. Das Nest wird dann zunächst wieder verwaist sein, doch Clemens-August Brüggemann hat dann sein Ziel erreicht: „Ich bin richtig stolz darauf. So etwas kannst du nicht kaufen.“

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