Sommerfest der Ahauser Flüchtlinge
Tanz und Essen verbinden Kulturen

Alstätte -

Nicht bloß der Geruch heißer Kohlen erfüllte die Luft am Alten Weg. Vielmehr dürfte sich so mancher Nachbar des Malteserstandortes in Alstätte über die orientalischen Klänge gewundert haben. Persische Musik sorgte neben der meterhohen Hüpfburg für so manchen schaulustigen Passanten. Über hundert Männer, Frauen und Kinder kamen zusammen, um gemeinsam wie ortsübergreifend ein interkulturelles Grillfest zu feiern.

Sonntag, 07.07.2019, 19:33 Uhr aktualisiert: 10.07.2019, 17:48 Uhr
Ohne Berührungsängste feierten Geflüchtete und Einheimische das Sommerfest.
Ohne Berührungsängste feierten Geflüchtete und Einheimische das Sommerfest. Foto: Tina Rogozinski

„Wir sind sehr glücklich, wie gut die Kooperation zwischen dem Malteser und den Integrationslotsen in Alstätte funktioniert“, sagte Bianca Zilisch als Leiterin des Alstätter Malteserstandortes. „Dieses Fest trägt einen großen Teil zur interkulturellen Verständigung bei“, meinte Carmen Esposito-Stumberger von der Ahauser Caritas, ebenfalls mitwirkend bei den Integrationslotsen. Als Vertreter der Stadt Ahaus machte sich Michael Bethmann ein Bild von der Integrationsarbeit und zeigte sich erfreut über den Andrang.

Bis in den späten Abend tobten die Kinder so auf der stark frequentierten Hüpfburg. Manche Mütter hatten angesichts dieser Verlockung sichtlich Mühe, ihren Nachwuchs vom Essen zu überzeugen. Viele Flüchtlingshelfer, insbesondere aus Alstätte und Ottenstein, nutzen die Gelegenheit, einmal unbefangen die Freizeit mit ihren Schützlingen zu verbringen, abseits der üblichen bürokratischen Aufgaben.

„In dieser Größe war die Veranstaltung zu Beginn gar nicht geplant“, erklärte Tina Rogozinski schmunzelnd. Gemeinsam mit Louisa Wolters hatte sie ein Sommerfest für die Alstätter Geflüchteten anvisiert und die Ottensteiner Integrationslotsen irgendwann mit einbezogen. „Dann haben wir uns mit dem Malteser zusammengetan und es zog immer weitere Kreise“, sagte Louisa Wolters. Und so brachten die beiden gemeinsam mit den Maltesern über hundert Menschen unterschiedlichster Nationen zusammen.

Wie simpel Völkerverständigung sein kann, zeigte sich nicht zuletzt beim Tanzen. Während so mancher Münsterländer noch gemütlich an seinem Erfrischungsgetränk nippte, sprangen drei Syrer auf, um voller Tatendrang einen syrischen Volkstanz anzustimmen. Was zunächst als Folklore-Darbietung daherkam, mauserte sich schnell zu einem ausgelassenen Tanz für alle. Und so wollte beinah jede vertretene Nation zum Zuge kommen und ihren Tanzstil näherbringen.

Dass ein Grillfest einen großen Teil interkultureller Verständigung ausmachen kann, zeigte sich auch an der langen Schlange hungriger Gäste vor dem vielfältigen Salatbuffet. Eine irakische Familie ließ es sich nicht nehmen, samt beachtlichem Suppentopf vorbeizukommen, sodass kurzerhand noch Tassen organisiert werden mussten, damit auch alle von der für manchen Gaumen unbekannten Hausmannskost kosten konnten.

Dem Zuschauer des bunten Treibens wurde nur allzu schnell klar, bei Hunger spielt die Herkunft nur noch eine untergeordnete Rolle und auch die letzten sprachlichen Barrieren wurden schnell überwunden wenn es darum ging, gemeinsam zu feiern. „Weil Nähe zählt“, lautet treffend hierzu ein Leitspruch der Malteser.

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