Lossprechung der Tischlergesellen mit dem Wettbewerb „Die gute Form“
Wertschätzung fürs Handwerk steigt

Stadtlohn/Ahaus/Heek/Gronau -

„Der Nordkreis des Kreises Borken ist neben der starken Anzahl an Metallbetrieben vor allem eine Tischlerhochburg in Deutschland“, lobte Winfried Tenbrink, Obermeister der Tischlerinnung Ahaus, während der Lossprechung von 73 Lehrlingen seiner Innung in der Stadthalle Stadtlohn. 130 Mitgliedsbetriebe zählt die Innung mit derzeit 200 Auszubildenden. Davon seien 19 Prozent junge Frauen, so Tenbrink. In diesem Jahr waren es „nur“ vier weibliche Auszubildende, die losgesprochen wurden. „Gerade sie möchte ich aufrufen, als Vorbild und Multiplikator bei weiblichen Jugendlichen für unser Handwerk zu werben“, so Tenbrink. Die aktuelle gute Konjunkturlage sorge dafür, dass man nicht sofort einen Handwerker bekommen könne. „Immer, wenn etwas knapp werde, steigt die Wertschätzung. Das gilt mehr und mehr für das Handwerk“, setzte Tenbrink seine Rede fort, in der er auf die Anforderungen an die Kreativität, die Präzision, die Flexibilität und die Leistungsbereitschaft verwies, die gerade dieser Beruf biete.

Sonntag, 28.07.2019, 17:18 Uhr
Die losgesprochenen Gesellinnen und Gesellen sowie die Vertreter der Innung nach der Lossprechungsfeier in Stadtlohn.
Die losgesprochenen Gesellinnen und Gesellen sowie die Vertreter der Innung nach der Lossprechungsfeier in Stadtlohn. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Kreishandwerksmeister Günther Kremer markierte den Neustart nach dem Ende der Lehrzeit in seiner Festrede. Ursprünglich sei dieser Tag mit dem Wort „Freisprechung“ belegt gewesen. „Das bedeutete früher die Befreiung aus der Erziehungsgewalt des Meisters. Der Geselle verließ den Familienverband des Meisters, ging auf die Walz und machte dort gute und manchmal auch abenteuerliche Erfahrungen“, so Kremer. Heute biete das Tischlerhandwerk ganz andere Anforderungen und auch Möglichkeiten. Die Digitalisierung sei eine davon. „Früher musste man sein Wissen alle fünf Jahre erneuern. Heute alle paar Monate. Bleiben sie deshalb auf dem Laufenden und bleiben sie neugierig“, so Kremer.

Geschäftsführer Daniel Janning hatte Zahlen mitgebracht, mit denen er die Wertschätzung und das Ansehen des Tischlerberufs untermauerte. 62 Prozent der heutigen Gesellen würden in ihren Ausbildungsbetrieben weiter machen, 16 Prozent strebten eine Weiterbildung an. 13 Prozent der frisch gebackenen Gesellen seien in Vorstellungsgesprächen, während ganze zehn Prozent sich vollkommen anders orientieren wollten.

Großen Beifall erhielten die losgesprochenen Gesellen nach der Übergabe ihrer Gesellenbriefe, vor allem auch die Preisträger des Wettbewerbs „Die gute Form“ und die Jahrgangsbesten. Till Nötzelmann aus Stadtlohn und Benedikt Wischemann aus Heek konnten sich über zwei zusätzliche Auszeichnungen freuen. Nötzelmann war der Drittbeste seines Jahrgangs und er erhielt den dritten Preis im Wettbewerb „Die gute Form“. Wischemann erhielt in diesem Wettbewerb eine Belobigung. Als Jahrgangsbester gewann er den Johann-Riesener-Preis und darf damit nach Paris reisen.

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