Leistungsnachweis der Feuerwehren
Theorie, Praxis und Organisation

Alstätte -

In anderthalb Wochen muss alles sitzen: Der Alstätter Löschzug bereitet sich in zweierlei Hinsicht intensiv auf den 1. September vor. Im Bocholder Esch organisieren die Blauröcke den diesjährigen Leistungsnachweis der Feuerwehren im Kreis Borken. Während der Trainingsstunde am Montagabend wurde deutlich, woran die teilnehmenden Feuerwehrmänner und -frauen arbeiten müssen.

Mittwoch, 21.08.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 18:20 Uhr
Die Alstätter Feuerwehr organisiert den diesjährigen kreisweiten Leistungsnachweis. Dafür übt auch die Angriffsgruppe fleißig.
Die Alstätter Feuerwehr organisiert den diesjährigen kreisweiten Leistungsnachweis. Dafür übt auch die Angriffsgruppe fleißig. Foto: Alex Piccin

„Das ist zu langsam“, sagt Feuerwehr-Schriftführer Stefan Lösing mit Blick auf die gestoppte Zeit beim Löschangriff, der sogenannten Laufübung. Drei Minuten und zehn Sekunden hat die Gruppe benötigt, um die Rohre auszulegen und einsatzbereit zu sein. Fünf Minuten Zeit hätte sie. Noch ist es eine Trockenübung, beim Leistungsnachweis fließt dann auch das Wasser. Die Geschichte mit dem Tempo ist bei den ehrgeizigen Alstättern seit langem verankert. „Als Sandhasen können wir schnell laufen“, merkt Lösing augenzwinkernd an.

Für die Prüfer gilt die Devise: bestanden oder durchgefallen. Die Aufgaben müssen fehlerfrei absolviert werden, dann folgt der Blick auf die Uhr. Dass eine Gruppe durchfällt, passiert relativ selten. Eine Konsequenz daraus wäre beispielsweise ein Nachsitzen im Schulungsraum, aber auch eine zu tragende Schmach, da sich zwischen den Wehren jedes Jahr aufs Neue ein inoffizieller interner Wettkampf entwickelt. Seit 25 Jahren befänden sich die Alstätter regelmäßig unter den ersten Fünf.

Die Vorbereitungen für den Leistungsnachweis binden viele Freizeitressourcen, wie Stefan Lösing erklärt: „Im Prinzip haben wir im September damit begonnen. Der neunköpfige Vorstand bildet das Organisationsteam, das wiederum aus neun Arbeitsgruppen besteht.“ Große Posten wie auch viele Kleinigkeiten stehen an. Vom Donnerstag- bis Samstagnachmittag wird das Gelände hergerichtet und anschließend von den Prüfern abgenommen.

Feuerwehr Alstätte

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Die Veranstaltung soll so nah an der Perfektion sein wie möglich, denn: „Wir sehen den 1. September als Start unseres Jubiläumsjahres“, sagt Alfons ter Huurne, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Alstätter Blauröcke. Im kommenden Jahr feiert die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen.

92 Mitglieder zählt die Feuerwehr Alstätte, je 15 davon gehören der Ehrenabteilung sowie den Passiven an. Von den 62 aktiven Feuerwehrleute nehmen 27 in drei Gruppen am Leistungsnachweis teil. Dieser besteht aus dem feuerwehrtechnischen und sportlichen Teil, dem Anlegen von Knoten und Stichen, der Überprüfung des theoretischen Wissens sowie einem Erste-Hilfe-Teil. Dieser hat den sogenannten Staffellauf abgelöst. Bei erfolgreich abgelegter Prüfung erhält der Teilnehmer das Leistungsabzeichen in Bronze, Silber oder Gold, je nach Teilnahmezahl.

In den jeweiligen Gruppen sind die Positionen des Gruppenführers und des Maschinisten fest vergeben. Die anderen sieben (Schlauchtruppmann und -führer, Angriffstruppmann und -führer, Wassertruppmann und -führer sowie Melder) werden morgens am Prüfungstag ausgelost. „Jeder muss jede dieser sieben Positionen beherrschen“, schildert Stefan Lösing den Grund dafür.

Sorgen muss sich die Bevölkerung bei einem Notfall am 1. September übrigens nicht machen: Eine Gruppe wird zur Bereitschaft abgestellt.

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