Archivalien
Ahauser Archivalien werden in Leipzig entsäuert

Ahaus -

1244 Akten in 224 Kartons aus dem Stadtarchiv Ahaus mit einem Gesamtgewicht von etwa einer Tonne werden zurzeit im Zentrum für Bucherhaltung (ZfB) in Leipzig entsäuert.

Donnerstag, 22.08.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 17:44 Uhr
In Leipzig wird ein Teilbestand des Ahauser Stadtarchivs einer Entsäuerung unterzogen.
In Leipzig wird ein Teilbestand des Ahauser Stadtarchivs einer Entsäuerung unterzogen. Foto: LWL-Archivamt Münster

Das Stadtarchiv nimmt in diesem Jahr erstmalig an der Landesinitiative zur Massenentsäuerung von Archivgut teil, um auch für zukünftige Generationen die Archivbestände zu erhalten. Das Land NRW übernimmt 60 Prozent der Kosten. Organisatorisch betreut wird es durch das LWL-Archivamt für Westfalen in Münster.

Durch das Entsäuern wird versucht, ein in der Papierherstellung liegendes Grundproblem zu beseitigen. Um 1840/50 herum wurde das Papier nicht mehr aus alten Lumpen hergestellt, sondern hauptsächlich aus Holz, das zu Holzschliff und Zellstoff verarbeitet wurde. Gleichzeitig wurde diese Masse mit einer Harz-Alaun-Leimung versehen, die das so entstandene Papier im wahrsten Sinne des Wortes sauer macht. Darüber hinaus führt das im Holzschliff vorhandene Lignin dazu, dass das Papier schnell brüchig und gelb wird.

Besonders betroffen sind Papiere bis 1970, die im Stadtarchiv Ahaus etwa 70 Prozent des Archivbestands ausmachen. Damit eine dauerhafte Aufbewahrung gewährleistet werden kann, müssen diese Akten entsäuert werden. Hierbei wird die Säure neutralisiert und ein alkalischer Puffer eingebracht, um den Abbau des Papieres zu verlangsamen.

Um die Archivalien zu schonen, werden in Leipzig alle Akten zunächst einzeln durchgesehen und nicht geeignete Materialien wie zum Beispiel Fotografien aussortiert. Danach werden die Archivalien in einem Spezialbehälter unter Vakuum mit dem Trägermedium Heptan getränkt, wodurch feinst vermahlenes Magnesium/Calciumcarbonat in das Papier eingetragen wird. Anschließend wird alles getrocknet, kontrolliert und zum Ende des Jahres wieder zurück ins Stadtarchiv transportiert.

Mit dieser Aktion sind dann knapp 20 Prozent des Gesamtbestands der betroffenen Dokumente des Stadtarchivs behandelt. Die restlichen Dokumente sollen in den kommenden Jahren ebenfalls auf diesem Weg entsäuert werden.

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