Mani Beckmann bringt mit „Schuldacker“ neuen Münsterland-Krimi heraus
Jede Menge Rätsel um den Tod eines Verbrechers

Alstätte -

Was ein echter Münsterländer ist, dem sind plattdeutsche Wörter und mundartliche Besonderheiten mit der Muttermilch eingeflößt worden. Dass man ein Fenster losmacht etwa. Oder dass jemand „gut zufrieden“ ist. Für den aus Ostdeutschland stammenden Kommissar Maik Bertram fühlen sich diese sprachlichen Wendungen immer noch exotisch an – obwohl er schon den dritten Fall mit seinem Kollegen Tenbrink im westlichen Münsterland lösen muss.

Donnerstag, 12.09.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 17:53 Uhr
Mani Beckmann alias Tom Finnek.
Mani Beckmann alias Tom Finnek. Foto: Tom Finnek

Und Heinrich Tenbrink ist ein echter Münsterländer. Also einer von der Art, die eher nicht allzu viel sprechen. Tenbrink bedrückt zudem die Sorge, er könne mit dem Tod seiner Ehefrau zu tun haben. Seine Vergesslichkeit – ist es schon eine Demenz? – lässt ihn an der offiziellen Version zweifeln, dass ihr Tod ein Unfall war.

Diese Frage zieht sich schon seit dem ersten Münsterland-Krimi von Mani Beckmann alias Tom Finnik durch die Romanreihe. Und – so viel sei gesagt: Auch in „Schuldacker“ kommt diese Wahrheit noch nicht ans Licht. Ein Cliffhanger macht jetzt schon neugierig auf den vierten Teil der Reihe.

Doch worum geht es im dritten Fall? In dem Örtchen Westerwick wird die Leiche von Paul Winterpacht gefunden. Der stand einst vor Gericht, weil er einen jungen Mann getötet hat – aber mit einer Bewährungsstrafe davonkam. Stammt der Täter aus dem Umfeld des damaligen Opfers? Doch dessen Familienmitglieder sind gläubige Mennoniten – die gerade nicht für Gewalttätigkeit bekannt sind.

Welche Rolle spielt der Zeitungsreporter Nollmann, der mit einer Art Landwehrgruppe für Recht und Ordnung sorgt? Ein Rätsel ist auch ein Zettel, den die beiden Kommissare bei dem Toten gefunden haben. Trägt er zur Lösung des Falls bei?

Die Kommissare sind für regelmäßige Leser der Finnek-Krimis schon beinahe alte Bekannte. Trotz der unterschiedlichen Herkunft und Charaktere baut sich ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Protagonisten auf. Auch Ereignisse aus Bertrams Vergangenheit holen ihn in der Gegenwart ein, so dass die beiden eine gewisse Schicksalsgemeinschaft bilden – neben der Wohngemeinschaft, die sie in Schöppingen eingegangen sind.

Wiedererkennbare Orte und wiedererkennbare Namen machen das Lesen für Orts- und Wesenskundige besonders lesenswert (Alstättern, aber vor allem ehemaligen Schülern des Alexander-Hegius-Gymnasiums werden die Namen mancher Protagonisten irgendwie bekannt vorkommen).

Und des Pudels Kern? Der Fall wird schließlich geklärt. Natürlich. Auch ein zweiter Todesfall, der mit dem ersten in Verbindung steht. Dabei kommt eine Wahrheit ans Licht, die für immer im Dunkeln hätte verborgen bleiben sollen – und die das Motiv für die grausamen Taten liefert.

Bis dahin bietet das Buch des gebürtigen Alstätters Mani Beckmann wieder Spannung und eine gute Milieuschilderung. Leser können also gut zufrieden sein mit dem Buch.

Zum Thema

Tom Finnek: Schuldacker, Bastei Lübbe, ISBN: 978-3-7413-0110-0, 14,90 Euro (E-Book 4,99 Euro).

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