Tag des Waldes
Viertklässler auf der Jagd

Alstätte -

Die Backen sind mit Luft gefüllt, vor der Haarmühle ertönt aus den Hörnern das Jagdhornsignal. Der Hegering AOWG begrüßt auf traditionelle Weise zum 23. Mal die Viertklässler aus Alstätte, Ottenstein, Wessum und Graes zu seinem jährlichen Tag des Waldes.

Freitag, 13.09.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 12:51 Uhr
Mit dem Jagdhornsignal begrüßte der Hegering AOWG die Viertklässler zum Tag des Waldes.
Mit dem Jagdhornsignal begrüßte der Hegering AOWG die Viertklässler zum Tag des Waldes. Foto: Alex Piccin

Mit viel Geduld vermitteln die Jäger den circa 175 Grundschülern Basiswissen rund um Wald und Tier, von Tauben und Stockenten bis hin zu Falken und Jagdhunden. Staunen und anfassen ist angesagt.

An verschiedenen Stationen bekommen die Kinder alles genau erklärt, doch es bleibt nicht bloß bei Erzählungen. Sie sehen die Jagdtiere live in Aktion. Falkner Detlev Schulz erklärt, wie er seine Wanderfalken für die Jagd erzieht. Das faszinierende dabei ist die Kooperation mit seinem Jagdhund: „Der Hund zeigt an, auf dem Feld ist ein Fasan. Also löse ich die Leine des Falken und dieser steigt auf 600 Meter Höhe, um die Beute zu suchen. Sobald er sie entdeckt hat, stürzt der Falke mit einer Geschwindigkeit von über 300 km/h hinab.“ Wie ein Ferrari , hört man aus den Reihen der Zuhörer. Die Augen der Kinder werden groß, die Ohren sind sowieso bereits gespitzt.

Seit 28 Jahren geht Detlev Schulz seinem Hobby mit Leidenschaft nach. Das 13-jährige Falkenweibchen Lea wie auch die erst drei Monate alte Lucy tragen eine Falkenhaube. Sie dient der Fokussierung bei der Jagd und auch der Stressvermeidung, denn Dunkelheit bedeutet Ruhezeit für den Vogel. Auch der Transport ist damit einfacher.

Nach der faszinierenden Kurzeinführung in die Falkenjagd bekommen die Kinder die Möglichkeit, Lea vorsichtig zu streicheln. Anfassen dürfen sie auch Frettchen Freddy – das Potenzial zum neuen Lieblingstier erkannten die Grundschüler schnell.

Freddy wird als Haustier gehalten, um die Kaninchen zu verscheuchen. Auch Frettchen kooperieren bei der Jagd mit dem Falken. Sie sind dafür zuständig, die Kaninchen aus ihrem Bau zu locken, damit der Falke sie schnappen kann. „Wie bringt man Freddy bei, dass er die Kaninchen aus dem Bau jagen soll?“, möchte ein Kind wissen. Das geschehe ganz instinktiv, lautet die Antwort. Es erinnert ein wenig an ein Kirmesspiel, wenn man raten muss, aus welchem Erdloch das nächste Kaninchen geschossen kommt.

Frühe Hundeausbildung

Immer noch begeistert von der Jagdaktion der Frettchen, sorgt die nächste Station für große Erheiterung. Auf lustige Art und Weise bekommen die Grundschüler gezeigt, wie das Jagen mit Labradoren und Deutschen Langhaarhunden funktioniert. Im Alter von acht Wochen beginnt bereits eine spielerische Ausbildung.

Der Labrador mit seinen kleinen Schwimmhäuten wird auch als Wasserhund bezeichnet. Vorgeführt wird diese Vorliebe mit einer Kunststoffente, die in weitem Bogen in die Ahauser Aa geworfen wird. Von der Leine gelöst stürzt sich der Hund ins Wasser. Er riecht seine Beute, ohne sie überhaupt gesehen zu haben. Einmal aufgenommen apportiert der Hund das Plastiktier zum Herrchen. Dann folgt die Dusche für die Kinder, als der Hund sich wieder trocken schüttelt.

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Falkner Detlev Schulz (kl. Foto) gab eine kurze Einführung in die Jagd mit Falkenweibchen Lea. Foto: Alex Piccin

Die rollende Waldschule frischt das Wissen der Kinder auf. Thomas Pesenacker erklärt die hiesige Fauna anhand ausgestopfter Tiere. Die Viertklässler ließen eigenes Wissen und Erfahrungen miteinfließen, die sie mit Eltern und Großeltern schon einmal gemacht haben. Der Jäger gab ihnen augenzwinkernd auch eine Lebensweisheit vergangener Tage mit: „Das Fasanenmännchen kümmert sich nicht um die Brut, er ist einfach nur schön anzuschauen.“

Das Aufpassen hat sich für die Schüler gleich mehrfach gelohnt. „Es gibt am Ende einen Fragebogen“, hatte der Hegeringsleiter Manfred Gevers zu Beginn versprochen. Seine Mitstreiter und er hatten ein Quiz über den Wald und die Jagd für die Kinder organisiert. So konnten sie ihr neu erlerntes Wissen festigen und mit jeder richtig beantworteten Frage noch etwas Geld für die Klassenkasse gewinnen.

Geld erhielt auch der Hegering von der Volksbank Gronau-Ahaus, die eine Spende über 500 Euro überreichte.

Manfred Gevers freut sich, dass der Zuspruch auch nach 23 Jahren ungebrochen ist. „Unser Ziel ist, den Kindern die Natur näher zu bringen.“ Die Rückmeldungen aus den Schulen seien Beweis genug, dass dieses Vorhaben gut umgesetzt wird. Dafür nehmen der Hegering und besonders Werner Thiemann und Hermann Hemker, die bereits seit den Anfangsjahren an der Aktion teilnehmen, den Aufwand gerne in Kauf.

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