Öffentliches WC
„Nette Toilette“ Thema in Ahaus

Ahaus -

Damit die Not mit der Notdurft ein Ende hat, soll das Projekt „nette Toilette“ eingeführt werden. Die Resonanz im Wirtschaftsausschuss war positiv.

Donnerstag, 10.10.2019, 17:34 Uhr
„Die nette Toilette“: Auf den Eingangstüren von Gastronomiebetrieben zeigen Aufkleber mit einem Lachgesicht, dass eine Toilette gratis benutzt werden kann.
„Die nette Toilette“: Auf den Eingangstüren von Gastronomiebetrieben zeigen Aufkleber mit einem Lachgesicht, dass eine Toilette gratis benutzt werden kann. Foto: sff

Eine öffentliche Toilette kann ein wunderbarer Ort sein – wenn man dringend darauf angewiesen ist. Doch nicht immer sind diese WC-Anlagen in ausreichender Zahl vorhanden. Was noch hinzukommt: „Manchmal sind sie nicht besonders gastfreundlich“, berichtete Bürgermeisterin Karola Voß im Wirtschaftsausschuss. Anfang des Monats musste sogar die öffentliche Toilette an der Wallstraße in Ahaus geschlossen werden. Unbekannte hatten dort Feuer gelegt und die Anlage erheblich beschädigt.

Hilfe in der Not könnte das Projekt „Die nette Toilette“ bieten. Dabei stellen Gastronomen ihre Toiletten gegen eine Ausgleichszahlung durch die Stadt für die öffentliche Nutzung kostenlos zur Verfügung. Das Konzept gibt es bundesweit in über 270 Städten und Gemeinden.

Bündnis 90/ Die Grünen hatte Anfang des Jahres die nette Toilette als Projekt für Ahaus ins Spiel gebracht. Claudia Platte , Geschäftsführerin von Ahaus Marketing und Touristik, sagte damals zu, die Gastronomiebetriebe zwecks einer Beteiligung zu kontaktieren. Im Ausschuss berichtete sie über den Stand der Dinge.

Auf 1230 Euro beläuft sich die einmalige Gebühr für die Nutzungsrechte. Diese Summe würde die Stadt Ahaus übernehmen. Hinzu kommt ein monatlicher Zuschuss für die teilnehmenden gastronomischen Betriebe. Hier nannte Claudia Platte eine Summe von 40 Euro pro Betrieb.

Gronau habe mit der „netten Toilette“ sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort gebe es von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 40 Euro. Auch in Rheine gibt es die „nette Toilette“. Dort zahlt die Stadt den beteiligten Betrieben einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 20 Euro.

Die teilnehmenden Betriebe erhalten einen Aufkleber, der am Eingangsbereich angebracht wird. Der Aufkleber dient als Leitsystem und Hinweis, dass in der jeweiligen Gaststätte die Toilette kostenlos benutzt werden kann.

„Alle 50 Meter eine nette Toilette?“ fragte Ruth Marx (Ahaus e.V.) mit Blick auf die Vielzahl der möglichen Anlaufstellen in der Innenstadt. „Wir sollten keinen Gastronomen ausschließen“, antwortete die Bürgermeisterin. „Auch wenn es eine hohe Zentralität in der Innenstadt gibt, aber wir haben hier auch viele Gäste.“ Karola Voß sprach von „gut investiertem Geld“ und einem Imagegewinn für die Stadt. „Alle haben etwas davon, Ahauser und Gäste.“

Norbert Frankemölle (WGW) regte an, bei dem Konzept über die Innenstadt hinaus zu blicken. „Ein solches Angebot ist gerade auch in den Ortsteilen wichtig.“ Durch die Vielzahl an „netten Toiletten“ sei es sogar denkbar, in absehbarer Zeit auf einen Teil der öffentlichen Toiletten zu verzichten, sagte Claudia Platte und erinnerte an die Zerstörung der Anlage an der Wallstraße.

Hubert Kersting (UWG) hatte in der Sitzung schon überschlägig die auf die Stadt zukommenden Kosten kalkuliert. Bei 20 beteiligten Betrieben und einem monatlichen Zuschuss von 40 Euro müsste die Stadt jährlich etwas weniger als 10 000 Euro bezahlen. Hinzu käme noch die einmalige Gebühr von 1230 Euro. Der Ausschuss empfahl einstimmig die Teilnahme, das letzte Wort hat der Rat.

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