Edelstahltafeln entlang der renaturierten Aa
Industriepfad erinnert an die ersten großen Betriebe

Ahaus -

Ein Industriepfad erinnert nun in Ahaus entlang der renaturierten Aa an die ersten großen Betriebe der Stadt.

Sonntag, 13.10.2019, 18:12 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 17:24 Uhr
Auf Edelstahltafeln sind Informationen über die ehemaligen Großbetriebe vermerkt.
Auf Edelstahltafeln sind Informationen über die ehemaligen Großbetriebe vermerkt. Foto: Stadt Ahaus

Die Tabakfabrik Oldenkott im Schloss (gegründet 1819), die Schuhfabrik Dües (1820), die Westfälische Zündwarenfabrik (1881), die Westfälische Jutespinnerei und Weberei van Delden (1883) sind fest im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert – auch wenn sie heute nicht mehr existieren.

Edelstahltafeln am neuen Industriepfad von der Hovesaat bis zur van-Delden-Straße erinnern an die Geschichte dieser Betriebe und damit auch an die vielen Arbeiterinnen und Arbeiter, die aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und den Niederlanden nach Ahaus kamen und hier nicht nur Arbeit, sondern auch eine neue Heimat fanden.

Aber auch an die dunkle Zeit unter den Nationalsozialisten erinnert eine Tafel. Zwischen 1942 und 1945 wurden weit über 3000 Zwangsarbeiter in Lagern untergebracht und unter anderem in Ahauser Betrieben zur Arbeit gezwungen.

Die Stadt Ahaus, gegründet im Hochmittelalter um einen kleinen Herrensitz an der Aa, erlebte nach einer langen Blütezeit als fürstbischöflich-herrschaftlicher Mittelpunkt im Westmünsterland in der Frühzeit der Industrialisierung einen neuen Aufschwung.

So ist das 19. Jahrhundert geprägt von der Ansiedlung erster Großbetriebe. Nicht mehr die vielen kleinen Handwerksbetriebe, sondern die industriell arbeitenden Firmen waren Motor für die boomende Wirtschaft.

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