Original Grenzland-Musikanten
Renaissance der Blasmusik

Alstätte/Graes -

Liebhaber der Blasmusik können mit der Zunge schnalzen: Die Original Grenzland-Musikanten geben am 27. Oktober (Sonntag) ein Konzert. Die Musikanten verbuchten in den späten 1970er-Jahren nicht nur regional viele Erfolge. Beim Gastspiel in Graes treten Experten des Genres auf.

Mittwoch, 16.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 17:06 Uhr
Die Original Grenzland Musikanten erleben mit (v.l.) Manfred Wermer, Willi Hackfort und Karl-Heinz Höper eine Renaissance. In der 1970er-Jahren hat das international bekannte Ensemble auch eine Langspielplatte aufgenommen.
Die Original Grenzland Musikanten erleben mit (v.l.) Manfred Wermer, Willi Hackfort und Karl-Heinz Höper eine Renaissance. In der 1970er-Jahren hat das international bekannte Ensemble auch eine Langspielplatte aufgenommen. Foto: Alex Piccin

Dabei handelt(e) es sich um ein Egerländer Orchester, das böhmische Blasmusik spielt. Konzerte gab es in Deutschland und den Niederlanden, es folgten Live-Auftritte in Rundfunk und Fernsehen sowie bei großen Messen, Ausstellungen und auch bei Weltmeisterschaften. 1978 gingen die Original-Grenzland-Musikanten sogar auf eine Tournee durch Belgien.

Heute haben Karl-Heinz Höper , Willi Hackfort und Manfred Wermer nicht bloß den Namen wieder auferstehen lassen. Aus der damaligen Besetzung sind mit Josef Rickers, Sonja Bertelmann und Gerd Venker sogar noch einige Musiker dabei. Die Idee dahinter ist 30 Jahre alt.

Höper, Wermer und Peter Mönkediek bildeten in den 1980er-Jahren das Trio Da Capo. „Beruflich gingen unsere Wege 1989 auseinander. Aber wir haben immer gesagt, wenn wir älter werden, machen wir wieder zusammen Musik“, erinnert sich „Kalle“ Höper. Viele Musiker seien im Laufe der Jahre an ihn herangetreten mit der Bitte, mal wieder ein zusammen ein größeres Konzert zu spielen. Konkreter wurde die Sache an einem Nachmittag im Dezember des vergangenen Jahres. Beim Kaffee trinken schmiedeten die ehemaligen Da Capos einen Plan.

„Wie verpacken wir das Ganze?“, fragten sie sich und fanden die Antwort in den Original Grenzland-Musikanten, die gut 25 Jahre lang geruht hatten. Willi Hackfort war Mitbegründer und hatte bis zuletzt die Leitung inne. Ende Oktober erfolgt die symbolische Dirigentenstab-Übergabe an Karl-Heinz Höper; Hackfort bleibt aber als Musiker an Bord. Bereits im Januar hatten Höper, Wermer und Mönkediek das Ensemble komplett bestückt und die Proben begannen.

Die drei Initiatoren freuen sich auf ihren Auftritt, der möglichst perfekt ablaufen soll. „Die Blasmusik erlebt eine Renaissance“, sagt Höper. Beim Festival „Woodstock der Blasmusik“ im österreichischen Ort im Innkreis haben sie Eindrücke gesammelt, wie sie das eigene Konzert aufziehen können und was sie tunlichst vermeiden sollten. Was fällt unter letzteres? „Wir spielen ohne Gesang“, antwortet Karl-Heinz Höper sogleich. Das habe ihnen in der Alpenrepublik nicht gefallen.

Ganz ohne Gesang stimmt nicht, denn für das Programm haben sich die Veranstalter einige Höhepunkte überlegt. Zu drei Stücken werden die Gäste mitsingen können, entsprechende Textzettel liegen dann aus. Märsche und Polka-Stücke bestimmen das Konzert, garniert wird es mit Walzern sowie Soli von Peter Mönkediek wie die Teufelszunge und das zehnminütige Stück „Bravour-Polka“. Er ist der erste Solotrompeter am WDR-Symphonieorchester und Professor für Trompete in Düsseldorf.

„Eines der neueren Stücke ist ‚Der Berg (g)ruft‘“, kündigt Manfred Wermer an. Auch Karl-Heinz Höper hat ein Schmakerl im Köcher – den selbst komponierten Haarmühlen-Walzer: „Das wird seine Uraufführung und ist in Anlehnung an Clemens-August Brüggemann (Senior-Chef des Alstätter Ausflugslokals, Anm. d. Red.) entstanden, einem guten Freund, dem ich das schon lange versprochen hatte.“

Die Original Grenzland-Musikanten werden in 20-köpfiger Besetzung am 27. Oktober zwei Stunden lang bei Elkemann in Graes spielen. Beginn ist um 17 Uhr, Einlass eine Stunde früher. Es gibt auch einen Livemitschnitt, der später auf CD käuflich erworben werden kann. Karten gibt es im Vorverkauf in den Alstätter Geldinstituten und der Volksbank in Graes, telefonisch unter ✆ 0170 5701904 oder an der Abendkasse für jeweils zehn Euro.

Der Spaß und die Vorfreude ist vor der Probe bei den Musikanten spürbar. Es wird geflachst, gelacht. Doch der Ernst kommt nicht zu kurz. Denn kaum ist der Pressetermin zu Ende, gibt Kalle Höper den Ton an und ruft die draußen Rauchenden zusammen: „So Leute, acht Uhr, alles einsteigen!“ Auf eine gute Vorbereitung.

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