Baufeld am Beckers Brink
Knochen bei Bauarbeiten gefunden

Ahaus -

Bei Bauarbeiten am Beckers Brink in Ahaus sind Gebeine freigelegt worden. Das Baufeld wird nun in Handschachtung freigelegt. Dadurch werden die dort liegenden Gebeine (Arm-, Bein- und Schädelknochen) vollständig gesammelt und sollen zunächst bei einem Bestatter aufbewahrt werden.

Mittwoch, 16.10.2019, 17:06 Uhr
Die Bauarbeiten am Beckers Brink wurden unterbrochen.
Die Bauarbeiten am Beckers Brink wurden unterbrochen. Foto: Stadt Ahaus

Die Stadt Ahaus sucht auf dem alten Friedhof nach einer geeigneten Grabstelle. Sollte sie dort nicht fündig werden, werde eine passende Stelle auf dem neuen Friedhof gefunden, so Werner Leuker, Verwaltungsvorstand der Stadt Ahaus. Die Gebeine sollen dann unter Beteiligung der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden beigesetzt werden.

Die Herkunft der Gebeine erklärte Dr. Margret Karras vom Fachbereich Kultur der Stadt Ahaus als promovierte Archäologin nach ihrer Recherche wie folgt: „Der Kirchhof diente, wie überall im Mittelalter, als Begräbnisplatz, so auch in Ahaus. Da der Kirchhof mitten in der Stadt nicht erweitert werden konnte, wurden nach einer gewissen Liegezeit die Gebeine der Verstorbenen in einem Bein- oder Knochenhaus (Ossuarium), welches auf dem Kirchhof stand, aufbewahrt.“ Es habe dort mehrere Beinhäuschen gegeben.

Das Beinhäuschen sei nach der Verlegung des Friedhofes 1807 zunächst stehen geblieben und im Jahr 1819 schließlich leergeräumt worden, weil an gleicher Stelle ein Spritzenhaus erstellt werden sollte. „Somit mussten die Gebeine aus dem Beinhäuschen auf dem Friedhof sekundärbestattet werden, und zwar häufig am äußersten Ende des Friedhofs in Form einer regelrechten Ossuariengrube. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Hierfür hat man dann wohl die hier besagte Stelle am Friedhofsrand gewählt“, so Dr. Karras.

Der gute Zustand der Knochen erkläre sich mit dem sehr kalkhaltigen Boden, der den Knochen aufgrund der hohen Kalksättigung im Boden vergleichsweise wenig Kalk entzog. Die anhand des Zahnbildes der Schädelfunde aufgestellte Altersvermutung spreche eher für Menschen im Sterbealter bis 50 Jahre, was in etwa auch dem seinerzeitigen Sterbealter entsprechen dürfte.

Auch die sehr unsortierte und enge Lage der Knochen spreche nicht für einen Grabfund, zumal keinerlei Textil-, Knopf- oder Sargreste beziehungsweise mögliche Grabbeilagen gefunden wurden, sondern für eine Ossuariengrabstätte.

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