Brand in Werkstatt als angenommenes Szenario
Simuliertes Feuer im BZA

Ahaus -

Feuer in der Werkstatt am Brennelemente-Zwischenlager. Zur Übung sind jetzt 44 Feuerwehrleute der Rettungswache und des Löschzugs Ahaus der Freiwilligen Feuerwehr nach Ammeln ausgerückt.

Montag, 28.10.2019, 07:00 Uhr
Mit einem Feuer im BZA hatte es jetzt die Feuerwehr im Rahmen einer Übung zu tun. Aber auch für einen Ernstfall dort ist die Feuerwehr nach eigenen Angaben gut gerüstet.
Mit einem Feuer im BZA hatte es jetzt die Feuerwehr im Rahmen einer Übung zu tun. Aber auch für einen Ernstfall dort ist die Feuerwehr nach eigenen Angaben gut gerüstet. Foto: Kip-Pic

Feuer am BZA? Eine besondere Gefahr oder ein besonders sensibles Gebäude? Für Ulrich Honrath , Führer des Löschzugs Ahaus der Freiwilligen Feuerwehr , nicht: „Die Werkstatt dort befindet sich ja nicht im Kontrollbereich“, erklärt er im Gespräch mit der Redaktion. Daher sei die Werkstatt ein Objekt wie jedes andere auch: Schweißgeräte, Maschinen, Werkzeuge – eben eine typische Werkstatt, mit den typischen Gefahren, wie es sie auch in jedem anderen Unternehmen in Ahaus gebe.

Ein Feuer in der Lagerhalle selbst mag sich aber auch der Löschzug-Leiter nicht vorstellen. Aber dort gebe es ja auch so gut wie keine brennbaren Stoffe. Auch laut Burghard Rosen, Sprecher der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), ist ein Feuer in der Lagerhalle so gut wie ausgeschlossen. „Es gibt dort fast keine Brandlasten“, erklärt er. Angenommen werde für den schlimmsten Fall immer ein Flugzeugabsturz genau auf das Gebäude.

Auch in so einem Fall entstehe aber keine besondere Gefahr durch den eingelagerten Atommüll. „Die Schutzziele werden auch im Brandfall eingehalten“, sagt er. Das komme auch nicht von der BGZ, sondern von der Aufsichtsbehörde, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW.

Das gelte auch für einen Absturz des momentan größten Flugzeugs, einem Airbus A 380. Die Gefahr dabei sei ein angenommener Kerosin-Brand. Der Flugzeugtreibstoff könne aber durch spezielle Kerosin-Auslässe aus der Halle fließen.

Die Anlage hat sogar einen besonderen Vorteil für die Feuerwehr : Selten wird so genau dokumentiert, wer sich in einem Gebäude aufhält wie rund um das Brennelemente-Zwischenlager. „Da können wir uns dann bei der Erkundung darauf verlassen, dass die Zahl der Vermissten genau stimmt“, sagt er. Auch ist 24 Stunden am Tag Personal vor Ort, das bei einem Feuer die Feuerwehr genau einweisen könnte. Auch das gibt es nicht in vielen Gebäuden im Stadtgebiet.

Zur Übung selbst: Laut Übungsszenario war das Feuer in der Werkstatt vor der Lagerhalle des Brennelemente-Zwischenlagers ausgebrochen. Dabei wurden zwei Personen eingeschlossen und vermisst. Unter schwerem Atemschutz rückten drei Angriffstrupps in das völlig verrauchte Gebäude vor. Sie suchten die Vermissten und brachten sie in Sicherheit. Danach wurde das simulierte Feuer gelöscht und die Halle gelüftet.

Soweit ein völlig normaler Einsatz für die Ahauser Feuerwehr. Bei der Übung war auch die Vernetzung mit den Angestellten im BZA und die Begehung der Anlage ein wichtiger Teil. „Auch das ist allerdings beim BZA nicht anders als in anderen Anlagen oder Gebäuden“, erklärt Ulrich Honrath. Schließlich komme es für die Feuerwehr im Ernstfall darauf an, sich in verschiedenen Gebäuden gut auszukennen. Deswegen rotieren die Übungen im ganzen Stadtgebiet in unterschiedlichen Gebäuden.

Auch Berthold Büter, Leiter der Feuerwehr Ahaus, sieht die Feuerwehr Ahaus gut für einen Ernstfall am BZA vorbereitet: „Wie für andere Gebäude auch haben wir für ein Feuer dort spezielle Einsatzpläne“, erklärt er. Für insgesamt rund 250 Objekte im Stadtgebiet hat die Feuerwehr solche Pläne in der Schublade, etwa auch für das Krankenhaus oder Altenheime.

Das Fazit der Beteiligten: Die Übung wurde rundum als Erfolg verbucht. Sowohl der eigentliche Einsatz als auch die Kommunikation zwischen Feuerwehr und Personal des Brennelemente-Zwischenlagers habe sehr gut funktioniert.

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