Brinker Esch 12: In den Sipex-Hallen werden Metallteile lackiert und beschichtet
Schön und schützend

Alstätte -

Die graue Halle mit dem „Sipex“-Schriftzug wirkt von der B 70 aus riesig, aber auch unscheinbar. Erst seit einigen Monaten weisen Buchstaben darauf hin, was dort im Brinker Esch 12 eigentlich passiert: Strahltechnik, Industrielackierung, Pulverbeschichtung.

Mittwoch, 11.12.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 11:54 Uhr
In der Halle im Brinker Esch beschichten und lackieren Sascha Bitterlich (l.) und Kai Weyck mit ihrem Team von fast 30 Mitarbeitern Metallteile in allen Größen und Formen.
In der Halle im Brinker Esch beschichten und lackieren Sascha Bitterlich (l.) und Kai Weyck mit ihrem Team von fast 30 Mitarbeitern Metallteile in allen Größen und Formen. Foto: Bernd Schäfer

„Vorher kamen immer mal wieder Leute aus dem Ort bei uns vorbei und fragten: Was macht ihr eigentlich da?“, lacht Kai Weyck , der das Unternehmen 2003 Jahren gemeinsam mit Sascha Bitterlich gegründet hat. Und immer noch gemeinsam mit ihm als Geschäftsführer leitet.

Wir waren sehr jung und hatten nichts zu verlieren.

Kai Weyck

Vor 16 Jahren fingen die beiden damals gerade mal 22-Jährigen in einem Schuppen in Epe an, Metallstücke zu beschichten. Das war zu der Zeit eine ganz neue Technik. „Ich war der erste, der das damals hier im Umkreis gelernt hat“, erinnert Weyck sich. Kumpel Sascha Bitterlich war als gelernter Metallbauer ebenfalls vom Fach. „Das passte einfach gut zusammen“, fiel die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, genauso schnell wie unbedarft. „Wir waren sehr jung und hatten nichts zu verlieren“, beschreibt Sascha Bitterlich den Anfang.

Zur richtigen Zeit auf dem richtigen Pferd

Bis dahin wurden Metallteile für den Korrosionsschutz und die Optik in der Regel lackiert. Bei der Pulverbeschichtung wird Farbstaub elektrisch aufgeladen, damit er gleichmäßig statisch geerdete Metallteile ablegen kann. Die kommen anschließend in einen Ofen, wo die Farbpartikel zu einer widerstandsfähigen Schicht in das Metall eingebrannt werden.

„Wir sind damals zu richtigen Zeit aufs richtige Pferd gesprungen“, meint Kai Weyck im Rückblick – auch wenn es damals nicht leicht gewesen sei und die beiden aus Gronau stammenden Firmengründer auch ein paar Rückschläge einstecken mussten. Insgesamt ging es jedoch immer nur nach vorne: „Wir kamen relativ schnell immer wieder an unsere Grenzen – der Markt und der Bedarf wuchsen rasant“, erklärt Sascha Bitterlich die vielen Umbauten und Umzüge: Es musste immer wieder mehr Platz her. Für den Umzug nach Alstätte gaben vor allem zwei Gründe den Ausschlag: zum einen sei die Stadtverwaltung flexibler als die in Gronau gewesen – und zum anderen gibt es in Ahaus viele metallverarbeitende Betriebe als potenzielle Kunden.

Wenn du im Ruhrgebiet einen Lastwagen voll Stahl hast aber nicht weißt, wo der hin muss, dann fahr am besten nach Ahaus.

Sascha Bitterlich

„Wenn du im Ruhrgebiet einen Lastwagen voll Stahl hast aber nicht weißt, wo der hin muss, dann fahr am besten nach Ahaus – da bist du in den meisten Fällen richtig“, scherzt Sascha Bitterlich.

Einen richtig schlimmen Rückschlag musste Sipex im Jahr 2015 einstecken: Am 13. April wurde die gesamte Produktion bei einem Großbrand zerstört. Ausgerechnet eine Woche vor den Gewerbetagen, für die in den Hallen schon alles auf Hochglanz gebracht worden war.

„Wir haben von den anderen Betrieben hier viel Unterstützung erhalten“, denken die beiden Geschäftsführer dankbar an den Zusammenhalt zurück, der es ihnen möglich machte, sich dennoch bei den Gewerbetagen zu präsentieren und an einem neuen Standort wieder neu anzufangen – noch größer, moderner und breiter aufgestellt als vorher.

In der ehemaligen Lackiererei im Brinker Esch können Teile von der Größe einer Schraube bis zum 80-Tonnen-Koloss bearbeitet werden – etwa Teile für Kräne, Radlader oder Kreuzfahrtschiffe oder Regalsysteme für Discounter.

Achja, wofür steht der Name „Sipex“ überhaupt? „Der erste Teil steht für Strahltechnik, Industrielackierung und Pulverbeschichtung“, erklärt Kai Weyck. Und muss dann schmunzeln: „Das -ex haben wir eigentlich nur angehängt, damit es sich besser anhört.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7126236?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F
Grünen-Chefin bereit zum nächsten Schritt
Grünen-Sprecherin Anna M. Blundell zieht es in den Rat.
Nachrichten-Ticker