Helga Lösing freut sich über abwechslungsreiches Programm
Neun Mitglieder auf einen Schlag

Alstätte -

Im Vorgarten steht ein historischer Pflug. Dabei haben Helga und Stefan Lösing selbst keinen landwirtschaftlichen Familienhintergrund. „Der hat uns einfach gut gefallen“, sagt die gelernte Familienpflegerin. Helga Lösing ist seit rund zehn Jahren Mitglied bei den Landfrauen Alstätte. Die Nicht-Landwirtinnen machen mit 57 Prozent der Mitglieder im Kreis Borken mittlerweile die Mehrheit in den Vereinen aus.

Donnerstag, 16.01.2020, 19:00 Uhr
Den historischen Pflug im Vorgarten hat Helga Lösing nur aus dekorativen Gründen hingestellt. Weder sie noch ihr Mann Stefan haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Dennoch ist die Alstätterin Mitglied bei den Landfrauen.
Den historischen Pflug im Vorgarten hat Helga Lösing nur aus dekorativen Gründen hingestellt. Weder sie noch ihr Mann Stefan haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Dennoch ist die Alstätterin Mitglied bei den Landfrauen. Foto: Rupert Joemann

Die Landfrauen setzen sich nach eigenen Angaben sowohl für Frauen in der Landwirtschaft als auch in anderen Berufsfeldern ein. Ein wichtiges Ziel des Bundesverbandes ist die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum.

Ein Pinnwandzettel hängt bei Helga Lösing in der Küche. Darauf sind alle wichtigen Landfrauen-Termine des Jahres notiert. „Für jeden ist etwas dabei“, findet die 46-Jährige. Das Programm sei sehr abwechslungsreich. Mal ist es eine Fahrt mit Kindern in den Movie-Park Kirchhellen, dann ein medizinischer Vortrag oder eine zweitägige Tour. Wenn sie Zeit und Lust habe, nehme sie daran teil, Helga Lösing findet es aber gut, dass es „überhaupt keinen Druck gibt“.

Für den 6. April möchte die zweifache Mutter gerne mit zum Musical Jesus Christ im Kloster Bardel. „Ich überlege, ob meine Tochter mit will“, sagt Helga Lösing. Sie wolle die Verantwortlichen fragen, ob das überhaupt gehe.

Landfrauen kooperieren mit anderen Vereinen

Am 19. August 1947 schlossen sich einige Landfrauenvereine zur Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände zusammen. Marie-Luise Gräfin Leutrum zu Ertringen wurde am 19. Oktober 1948 zur ersten Präsidentin gewählt.Die Ursprünge waren die Ende des 19. Jahrunderts entstehenden landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine. Das damalige Ziel: ein struktureller Rahmen für Frauen zur Weiterbildung im ländlich-hauswirtschaftlichen und kulturellen Bereich.„Früher waren nur Frauen aus der Landwirtschaft bei den Landfrauen“, sagt Landfrauen-Teamsprecherin Maria Hackfort. Das hätte sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Sie schätzt, dass heute rund 60 bis 65 Prozent der Mitglieder nicht aus dem landwirtschaftlichen Bereich kommen. Kreisweit sind es 57 Prozent.Die Alstätter Landfrauen kooperieren bei einigen Veranstaltungen mit der KFD und der Senioren- und Rentnergemeinschaft. Maria Hackfort schätzt, dass etwa die Hälfte der Landfrauen, vor allem die älteren, auch Mitglied in der KFD sind.Der Bundesverband wirbt heute damit, dass er die Interessen von mehr als 12 000 Ortsvereinen mit etwa 500 000 Mitgliedern vertritt. „Das Ziel heißt mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit für Frauen, die im ländlichen Raum zu Hause sind. Dies beinhaltet die Wahrnehmung und Anerkennung der Leistungen und gleichberechtigte Teilhabe von Landfrauen in Beruf und Familie, in Gesellschaft und Politik, in Bildung, Wirtschaft und Kultur“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverbandes.

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Seit 2000 wohnt sie mit ihrem Mann Stefan, einem gebürtigen Alstätter, und den beiden Kindern Anne (16) und Klaus (14) in Alstätte. Die Landfrauen seien eine gute Möglichkeit, schnell Anschluss zu finden. „Man lernt schnell Leute kennen.“

Sie selbst fand den Weg zu den Landfrauen über die Nachbarschaft. Zu neunt saßen die Nachbarinnen zusammen. Die gebürtige Ottensteinerin hatte schon zuvor von einer Freundin, deren Mann Landwirt ist, gehört, was die Landfrauen alles unternehmen. „Dann sind wir mit allen neun Nachbarinnen eingetreten“, sagt sie mit einem Schmunzeln im Gesicht. Bis heute ist sie dabei geblieben.

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