Verwaltung schlägt vor, die Einrichtung einer Tempo-30-Zone abzulehnen
Kein Gefahrenschwerpunkt

Alstätte -

Vor gut zwei Monaten bracht die UWG den Antrag in den Rat ein, die Münsterstraße im Bereich Karl-Leisner-Wohngruppe und Annette-von-Droste-Hülshoff-Haus als Tempo-30-Zone einzurichten.

Mittwoch, 29.01.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 17:52 Uhr
Die Münsterstraße ist als Kreisstraße klassifiziert. Deshalb werden an eine Tempo-30-Zone hohe Anforderungen gestellt.
Die Münsterstraße ist als Kreisstraße klassifiziert. Deshalb werden an eine Tempo-30-Zone hohe Anforderungen gestellt. Foto: Bernd Schäfer

In der kommenden Woche soll der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr darüber entscheiden. Und ihn ablehnen, wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht. So ist jedenfalls der Beschlussvorschlag des zuständigen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung formuliert. Der liefert in der Sachdarstellung auch gleich die Begründung für eine Ablehnung: An beiden Einrichtungen gebe es keinen derart starken Ziel- und Quellverkehr, der eine Tempobegrenzung rechtfertigen würde.

Auch die Parksituation an sich sei nicht außergewöhnlich angespannt: Während die Situation an der Wohngruppe der eines normalen Mehrparteien-Wohnhauses gleiche, könnten die Besucher der in der ehemaligen Hauptschule untergebrachten Praxen, Vereine und Gruppen einen eigenen, von der Münsterstraße abgetrennten Parkplatz nutzen.

85 Prozent rasen nicht

Überdies werde die als Kreisstraße mit überörtlicher Bedeutung klassifizierte Fahrbahn in diesem Bereich von breit ausgebauten Geh- und Radwegen begleitet.

Eine zweiwöchige Geschwindigkeitskontrolle des Kreises habe ebenfalls keine Ergebnisse erbracht, die für außergewöhnliche Gefahren sprechen würden. 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge hätten ein Tempo von 49 Stundenkilometern nicht überschritten, daher könne nicht von einem Sicherheitsmangel gesprochen werden. Das lässt den Kreis Borken schlussfolgern: „Die eigens durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen zeigen keine Auffälligkeiten die ein Eingreifen erforderlich machen würden.“

Eine beigefügte Unfallstatistik zeigt, dass der von der UWG angesprochene Bereich bislang nicht als Gefahrenschwerpunkt aufgefallen ist: Laut der Statistik hat es in den vergangenen Jahren genau zwei Unfälle in dem Abschnitt der Münsterstraße gegeben. Im Februar 2017 übersah ein nach links auf sein Grundstück abbiegender Pkw-Fahrer einen entgegenkommenden Mofafahrer, der durch den Unfall leicht verletzt wurde. Im Mai vergangenen Jahres legte sich ein alkoholisierter Pedelecfahrer ohne fremde Einwirkung ab.

In einer Stellungnahme geht deshalb auch die Kreispolizei davon aus, dass die rechtlichen Voraussetzungen zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf der Münsterstraße an dieser Stelle nicht vorliegen.

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