Landwirtschaft
Bauern wollen Image aufpolieren

Alstätte -

Ordentlich auf Schmusekurs mit den Bauern sind Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes am Dienstagabend während der Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Alstätte gegangen.

Donnerstag, 06.02.2020, 07:00 Uhr
Der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Markus Weiß, warb für ein geschlossenes Handeln der Bauern.
Der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Markus Weiß, warb für ein geschlossenes Handeln der Bauern. Foto: Rupert Joemann

„Die Geschlossenheit muss bleiben. Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen. Das ist ganz wichtig“, sagte Markus Weiß , stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands. Das Engagement der Bauern in den vergangenen Monaten sei hervorragend gewesen. Doch jetzt gehe es darum, weiterzumachen, aber auch kompromissbereit zu sein. „Redet nicht über uns, sondern mit uns“, forderte er die Landwirte auf. Veränderungen könnten nur erreicht werden, „wenn wir mit am Tisch sitzen“.

Respekt vor der Bewegung Land-schafft-Verbindung

Er habe großen Respekt vor der Bewegung Land-schafft-Verbindung. Markus Weiß räumte Versäumnisse des Verbands in der Vergangenheit ein. Doch jetzt gelte es, gemeinsam aufzutreten, so seine Credo.

Passend dazu stellte Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Borken, die Aktivitäten und Angebote für die Bauern vor. „Sie brauchen einen festen Ansprechpartner“, sagte Sümpelmann. Und der müsse möglichst stark sein, um die Interessen der Landwirte der Region zu vertreten. Als Erfolg bezeichnete Sümpelmann, dass die Bauern im veredelungsstarken Kreis Borken auch in den vergangenen zwei Jahren Baugenehmigungen erhielten. Damit sei Borken der einzige Kreis im Umland.

Öffentlichkeitsarbeit und Imagewerbung

Aber auch bundesweit müsse der Verband für seine Interessen eintreten. Jörg Sümpelmann erklärte, dass über die Hälfte der Mitglieder des Deutschen Bauernverbands aus Bayern stammten. Damit verfüge der dortige Landesverbands über viel Einfluss.

Neben den internen Diskussionen wollen die Bauern aber auch verstärkt Öffentlichkeitsarbeit und Imagewerbung betreiben. Dazu haben der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftverband (WLV) und der Raiffeisenverband Westfalen-Lippe (RVWL) die Landwirt schafft Leben GmbH gegründet. Beide Verbände beteiligen sich zu 50 Prozent an der Gesellschaft. Bei der Landwirt schafft Leben GmbH handelt es sich um eine Marketinggesellschaft, die mit einer professionellen PR-Agentur zusammenarbeiten soll.

Finanziert werden soll die Gesellschaft ausschließlich von den Bauern. Die Trennung vom WLV sei bewusst gemacht worden, „damit jeder mitmachen kann“, so Jonathan Herick , der das Projekt vorstellte. Es gebe Landwirte, die etwas auf Distanz zum WLV gegangen seien, so der Vredener. Auch sie sollen mit ins Boot geholt werden, wenn es um die Finanzierung von Imagekampagnen geht.

Keine Sponsoren

Auch verzichtet die Landwirt schafft Leben GmbH auf Sponsoren aus der Wirtschaft. Dadurch sollen mögliche Interessenkonflikte vermieden werden, die den Landwirten später vorgehalten werden könnten.

Im Kreis Borken beteiligen sich mittlerweile 126 Bauern finanziell an dem Projekt. Im WLV-Gebiet sind es insgesamt rund 650 landwirtschaftliche Betriebe.

Freiwilliger Beitrag

Die Landwirte sollen zwei Jahre lang freiwillig einen Beitrag bezahlen, der sich am betrieblichen Umsatz orientiert. Der niedrigste Finanzierungsbeitrag liegt demnach bei 100 Euro. Insgesamt sind sechs Beitragsstufen vorgeschlagen.

Finanziert werden soll damit Imagewerbung, die vermehrt auf das Verbreiten von Emotionen ausgerichtet ist. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Vor allem Städte, wo die Mehrzahl der Menschen lebt, sind das Zielgebiet. „In Städten wird Politik gemacht. Wir erreichen die Wähler dort nicht“, sagte Jonathan Herick.

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