Lossprechungsfeier für die Land- und Baumaschinenmechatroniker-Gesellen
NRW-Arbeitsminister Laumann wirbt für duale Ausbildung

Ahaus -

„Unser Land baut schöne Autos, keine Frage. Aber ein schöner Trecker hat auch was.“ Mit einem Augenzwinkern eröffnete NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann jüngst in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) seine Rede während der Lossprechungsfeier für die Land- und Baumaschinenmechatroniker-Gesellen aus den Kreisen Borken und Coesfeld.

Montag, 17.02.2020, 18:00 Uhr
Im Beisein von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann wurden am Freitagabend die Land- und Baumaschinenmechatroniker der Sommerprüfung 2019 sowie der Winterprüfung 2019/2020 in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland losgesprochen.
Im Beisein von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann wurden am Freitagabend die Land- und Baumaschinenmechatroniker der Sommerprüfung 2019 sowie der Winterprüfung 2019/2020 in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland losgesprochen. Foto: BBS

Es war ein mitunter ernster, an anderer Stelle aber auch ein Exkurs mit Augenzwinkern, auf den der CDU-Politiker die 42 jungen Fachkräfte (darunter eine Frau) sowie rund 160 Gäste mitnahm.

Duale Ausbildung nicht gering einschätzen

Laumann , selbst gelernter Maschinenschlosser, hob vor allem den Wert einer beruflichen – dabei besonders den einer handwerklichen – Ausbildung hervor: „Die duale Ausbildung sollte nicht geringer eingeschätzt werden als ein Abschluss an der Fachhochschule oder Universität.“

In Nordrhein-Westfalen, so untermauerte er seinen Appell mit Zahlen, waren mit Stand 2018 gut 1,35 Millionen Beschäftigte 55 Jahre und älter. 65 Prozent der Personen dieser Altersgruppe verfügten über einen beruflichen Abschluss, nur 13 Prozent seien Akademiker. In 2019 sei dieses Verhältnis erstmals gekippt. Rund 120 000 junge Menschen hätten sich für eine Lehre entschieden, ebenfalls 120 000 hätten sich als Studienanfänger eingeschrieben.

Genauso stolz sein wie Akademiker

Laumann: „Aus meiner Sicht als Arbeitsminister gibt es gegen den Fachkräftemangel nur eine entscheidende Lösung: die duale Ausbildung. Ein Handwerker kann auf seinen Beruf genau so stolz sein wie ein Akademiker.“

Vor allem biete das Münsterland für diese Berufsgruppe hervorragende Voraussetzungen: „Hier sind die Unternehmen zumeist noch inhabergeführt. Die Chefs wollen ihren Betrieb an die nächste Generation weitergeben und deshalb existiert in den Firmen in der Regel auch eine Kultur des gegenseitigen Respekts.“

Fast keine arbeitslosen Land- und Baumaschinenmechatroniker

Vor allem das Wissen, das die jungen Mechaniker inzwischen in der computergesteuerten Technik erworben hätten, sei ein hohes Gut. „Bei mir war damals noch alles mechanisch. Das Wissen heute überholt sich allerdings sehr schnell, hat oft eine Halbwertzeit von nur drei bis vier Jahren. Früher waren es zehn Jahre und mehr. Da ist Weiterbildung eine zwingende Voraussetzung, um erfolgreich zu bleiben.“ In diesen Tenor stimmte auch BBS-Geschäftsführer Bernhard Könning ein: „Arbeitslose Land- und Baumaschinenmechatroniker gibt es im Prinzip nicht. Eine Rückfrage bei der Agentur für Arbeit hat ergeben, dass im gesamten Agenturbezirk Coesfeld – dazu gehört auch der Kreis Borken – genau acht Fachkräfte aus dieser Branche ohne Job gemeldet waren.“

Die Prüflinge

Sieben Absolventen aus der Sommerprüfung 2019 erhielten ihren Gesellenbrief als Land- und Baumaschinenmechatroniker, 35 waren es aus der Winterprüfung 2019/2020. Aus dem Verbreitungsgebiet der Westfälischen Nachrichten mit dabei waren Marvin Dankbar (Gronau), Ausbildungsbetrieb Agravis Technik Münsterland-Ems (Ahaus); David Kottig (Epe), Ausbildungsbetrieb Agravis Technik BvL (Gronau); Jens Weuler (Schöppingen), Ausbildungsbetrieb Agravis Technik Münsterland-Ems (Ahaus); David Große Hündfeld (Ahaus), Ausbildungsbetrieb Agravis Technik Münsterland-Ems (Ahaus); Jens Kahler (Ahaus), Staplertechnik Münsterland (Legden).

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Obermeister Stefan Ester sowie Kreishandwerksmeister Günther Kremer ließen ebenfalls keinen Zweifel daran, dass die jungen Gesellen eine sichere Zukunft vor sich haben. „Unser Handwerk war immer eine treibende Kraft beim technischen Fortschritt“, so Ester.

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