„Cyber-Grooming“-Fall in Ahaus
Erst wird geschmeichelt – dann erpresst

Ahaus -

Offenbar mit einer Scheinidentität und psychologischem Geschick hat eine Unbekannte Kontakt über einen sozialen Messenger zu einem jungen Erwachsenen aus Ahaus aufgebaut. Mit Schmeicheleien und vorgetäuschten gleichen Interessen hatte sie das Vertrauen des potenziellen Opfers gewinnen können.

Mittwoch, 26.02.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:18 Uhr
Eine Masche der Internetkriminalität ist es, dass Täter sich gutgläubige Opfer suchen, die sie dann erpressen können.
Eine Masche der Internetkriminalität ist es, dass Täter sich gutgläubige Opfer suchen, die sie dann erpressen können. Foto: dpa

Letztendlich brachte sie den Mann dazu, sich vor der Kamera teilweise zu entkleiden. Mit diesem Bildmaterial erpresste die Unbekannte ihr Opfer anschließend, Geld zu überweisen. Sie drohte, die Bilder in Sozialen Medien zu veröffentlichen.

„Leider kein Einzelfall“, sagt die Polizei in Ahaus. Vermehrt komme es zu Cyber-Grooming – einer fiesen Masche, bei der die Täter erst ein Vertrauensverhältnis aufbauen und die Opfer dann auffordern, intime Bilder von sich freizugeben oder gar an Cybersex teilzunehmen.

Die Täter sichern diese Aufnahmen und nötigen damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Geld zu überweisen. Denn haben die Opfer erst einmal eine Überweisung getätigt, erhöhen die Erpresser ihren „Preis“, um angeblich eine Löschung der Daten zu gewährleisten.

In diesem konkreten Fall, der vor einer Woche stattfand, hat der Geschädigte keine Überweisung veranlasst, sondern bei der Polizei eine Anzeige erstattet.

Grundsätzlich empfiehlt die Polizei: Seien Sie misstrauisch, wenn sich Fremde brennend für Sie interessieren oder anzügliche Fragen stellen.

Hierbei könnte es sich nicht um eine harmlose Online-Anmache, sondern um eine organisierte Betrugsmasche handeln.

Blockieren Sie in so einem Fall die Chatpartner und sperren Sie diese in ihren Kontakten – auch auf ihrem Smartphone.

Scheuen Sie sich nicht und erstatten Sie Anzeige. Erstellen Sie Screenshots der Kommunikation mit den Tätern und helfen Sie so der Polizei bei der Beweissicherung.

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