Marita ter Huurne wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet
Die erste Seelsorgerin

Alstätte -

„Der eine war etwas strenger, der andere etwas liebevoller“, charakterisiert Marita ter Huurne die Pastoren, die sie im Lauf der vergangenen 24 Jahre als Pfarrsekretärin in der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Alstätte erlebt hat.

Freitag, 28.02.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 19:32 Uhr
Ab Sonntag ist Marita ter Huurne offiziell im Ruhestand. Jack-Russel-Pudel-Hündin Nelly wird ganz sicher dafür sorgen, dass der nicht langweilig wird.
Ab Sonntag ist Marita ter Huurne offiziell im Ruhestand. Jack-Russel-Pudel-Hündin Nelly wird ganz sicher dafür sorgen, dass der nicht langweilig wird. Foto: Bernd Schäfer

Und die gleichzeitig ihre Chefs waren: Josef Beike , Otto Büschleb, Thomas Linsen, Matthias Wiemeler und Stefan Jürgens . Wer von denen zu welcher Sorte gehörte, das behält Marita ter Huurne aber lieber für sich ...

Nicht nur viele Hirten lernte sie durch ihre Arbeit im Pfarrbüro aus nächster Nähe kennen, sondern auch die Schäfchen: „Man erlebt Menschen in allen Lebenssituationen – man gibt Trost bei Todesfällen und freut sich mit, wenn ein Kind getauft wird.“ Über längere Zeit sei zum Beispiel eine Frau zu ihr gekommen, die ihren schwer kranken Mann pflegte. „Sie kam immer zu mir, um sich auszusprechen.“

Das spiegelt sich auch im aktuellen Pfarrbrief der Gemeinde wider: „Eine gute Pfarrsekretärin ist die erste Seelsorgerin. Wer ins Pfarrhaus geht, hat verschiedene Anliegen und oft genug auch Sorgen. Da ist es entscheidend, wem man zuerst begegnet, wenn man durch die Pfarrhaustür tritt. Meistens ist es die Pfarrsekretärin. Und die braucht nicht nur Kompetenz und Sachverstand, sondern vor allem Empathie“, heißt es dort. Hin und wieder war sogar der Supermarkt ihr Büro. „Manchmal wurde ich einfach im Dorf angequatscht: Kann ich bei dir eben eine Messe bestellen? Und kriegte dann einen Zettel und Geld in die Hand gedrückt“, erinnert sich die Pfarrsekretärin lachend.

Erst noch Karteikarten

Im Lauf der Jahre sind die Messe-Bestellungen aber deutlich zurückgegangen. Vor allem im Vergleich zu der Zeit, als Marita ter Huurne im Pfarramt anfing. „Da strömten die Leute zu Anfang des Jahres nur so zu uns und hatten Listen dabei, wann für wen ein Seelenamt gefeiert werden soll. Da kam man dann fast zu nichts anderem mehr.“

Unter anderem deshalb nicht, weil alles akribisch auf Karteikarten eingetragen werden musste – Computer gab es erst später. Für jedes Gemeindemitglied gab es eine eigene Karte im Kästchen. „Wenn jemand gestorben ist, kam da ein Kreuzchen drauf und sie wurde zur Seite gelegt.“

Was Frau Beike da macht, das möchtest du auch machen.

Marita ter Huurne

Die Stelle als Pfarrsekretärin war für die Alstätterin ein echter Traumjob. Schon während ihrer Zeit als Mitarbeiterin der Zentralrendantur hatte sie ihre Vorgängerin beneidet. „Ich dachte immer: Was Frau Beike da macht, das möchtest du auch machen“, denkt Marita ter Huurne zurück. „Und dann hat das auch noch geklappt.“ Als sie nämlich nach einer Auszeit für ihre Kinder wieder in den Beruf zurückkehren wollte, wurde just eine Nachfolgerin gesucht. Allerdings nicht mehr in Vollzeit sondern nur noch als halbe Stelle. „Wie willst du das in der Zeit bloß schaffen“, sei sie anfangs oft gefragt worden. Und tatsächlich dauerte es, bis ein pünktlicher Feierabend eher zur Regel als zur Ausnahme wurde.

Am kommenden Sonntag (1. März) wird Marita ter Huurne nach dem 11 Uhr-Gottesdienst von der Gemeinde und Pfarrer Stefan Jürgens mit einem kleinen Empfang im Heimathaus in den Ruhestand verabschiedet. Vorher hat sie aber noch eine andere Aufgabe: Als Sängerin im Kirchenchor Cäcilia, der die Messe mitgestaltet.

Genauso wie der Chor wird bestimmt auch Jack Russel-Pudel-Mischling Nelly dafür sorgen, dass es der bald ehemaligen Pfarrsekretärin nicht langweilig wird. „Den haben mir die Kinder geschenkt, damit ich nicht den ganzen Tag zuhause herumsitze“. lacht Marita ter Huurne.

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