Grüne und Stadtwerke setzen sich für Sicherheit bei der Energieversorgung ein
Der Strom fließt weiter

Ahaus -

Durch das Coronavirus sind auch in Ahaus beträchtliche wirtschaftliche Schäden entstanden – oder werden noch entstehen. Vielen Unternehmen und Geschäften brach durch die Beschränkungen der Coronaschutzverordnung der Umsatz weg.

Freitag, 24.04.2020, 16:02 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 16:30 Uhr
Damit auch in finanziellen Krisenzeiten Strom aus der Steckdose kommt,
Damit auch in finanziellen Krisenzeiten Strom aus der Steckdose kommt, Foto: Oliver Berg

Kleinunternehmen, Einzelhandel, Gastronomie und etliche weitere Unternehmen stehen vor großen finanziellen Schwierigkeiten. Auch von Kurzarbeit betroffene Personen blicken angesichts ihrer finanziellen Lage bangen Blickes auf jede kommende Rechnung.

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen wollte von den Stadtwerken Ahaus wissen, ob sie sich an den Grundsatz hält, während der Corona-Krise besondere Rücksicht walten zu lassen. Es geht darum, bei Zahlungsrückständen von Privathaushalten und Gewerbebetrieben keine Unterbrechungen der Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung vorzunehmen.

Unterstützung ist wichtig

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seien die Menschen angehalten, zu Hause zu bleiben. „Daher ist es wichtig, dass sie dabei soweit es geht unterstützt werden“, erklärt Dietmar Eisele , Vorsitzender der Ahauser Grünen.

In einem Brief an Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Siekhaus setzen sich die Grünen dafür ein, für die Zeit der Corona-Krise angekündigte Versorgungssperren bei Strom, Gas und Wasser nicht auszuführen und bereits verhängte Sperren befristet auszusetzen – soweit noch nicht geschehen.

„In der aktuellen Situation sollte die Befriedigung von Grundbedürfnissen, wie der Möglichkeit warmes Essen zuzubereiten, Nachrichten zu empfangen, eine Dusche zu nehmen oder per Mobiltelefon mit anderen in Kontakt zu bleiben für alle Menschen in unserem Land gewährleistet sein. Dies gilt insbesondere auch für Familien mit Kindern, die vorher zum Beispiel die schulische Gemeinschaftsverpflegung in Anspruch nehmen konnten“, sagt Grünen-Vorsitzender Dietmar Eisele.

Stadtwerke wollen „sehr kulant“ sein

„Nach Auskunft der Stadtwerke gibt es einige Kunden – sowohl Privat- als auch Geschäftskunden, die gemeinsam mit den Stadtwerken nach Lösungen suchen, um die aktuell schwierige Situation zu überbrücken“, teilte jetzt Grünen-Kreistagsmitglied Jens Steiner mit. Die Stadtwerke hätten gegenüber der Grünen-Fraktion erklärt, dass sie dabei Stundungs- oder Änderungsvereinbarungen zu den Abschlägen mit den Kunden abschließen und sich dabei sehr kulant zeigten. „Bei Groß- und Industriekunden werden die Zahlungsziele gegebenenfalls verlängert“, erklärt Stadtwerke-Chef Karl-Heinz Siekhaus. Mahnungen oder Sperrungen seien von den Stadtwerken derzeit ausgesetzt worden.

Grünen-Mitglied Jens Steiner gibt noch eine Stadtwerke-Info weiter: „Bei den Kunden, die schon vor der Krise betroffen waren und jetzt noch stärker betroffen sind, tritt das Sozialamt in die Leistungspflicht ein, so dass der Energiebezug sichergestellt wird.“

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