Bürgerinitiative kritisiert Entscheidung der Bezirksregierung
Gegner befürchten ein Atommüll-Endlager in Ahaus

Ahaus -

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ kritisiert die Entscheidung der Bezirksregierung Münster zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Abfällen im Brennelement-Zwischenlager Ahaus. „Danach soll die ursprünglich für zehn Jahre erteilte und kommende Woche auslaufende Genehmigung bis zum Jahr 2057 verlängert werden“, teilt die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung mit.

Freitag, 17.07.2020, 16:42 Uhr
Schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen bis 2057 im Brennelement-Zwischenlager Ahaus aufbewahrt werden.
Schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen bis 2057 im Brennelement-Zwischenlager Ahaus aufbewahrt werden. Foto: dpa

Nach den Leitlinien der Entsorgungskommission sei die Sicherheit der Zwischenlagerung solcher Abfälle nur für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährleistet, so die Initiative. „Größere Zeiträume sind nicht überschaubar. Demnach hätte das 2010 in Betrieb genommene Lager maximal bis 2030 genehmigt werden dürfen.“

Bei der Genehmigung bis 2057 gehe die Bezirksregierung davon aus, dass die Verbringung des in Ahaus lagernden Mülls in das geplante Endlager Schacht Konrad im Jahr 2027 beginnen könne und bis 2057 abgeschlossen sei. „Dies ist aber reines Wunschdenken, da die Inbetriebnahme von Schacht Konrad, die schon mehrmals verschoben worden ist, mehr denn je fraglich ist.“

Außerdem habe das Lager in Ahaus nur eine Betriebsgenehmigung bis 2036. „Wir befürchten, dass die jetzige Genehmigung für schwach- und mittelradioaktiven Müll bis 2057 gleichzeitig ein Türöffner für die weitere Umwandlung des Zwischenlagers in ein Dauerlager für Atommüll wird“, so BI-Sprecher Hartmut Liebermann.

Die Bürgerinitiative veranstaltet am 26. Juli (Sonntag) um 14 Uhr vor dem Zwischenlager eine Protestaktion.

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