Pfarrer von St. Mariä Himmelfahrt findet klare Worte zur AfD
Wer nicht helfen will, ist ein Unmensch

Ahaus -

Wenn die Ahauser am 13. September bei der Kommunalwahl ihre Kreuzchen auf den Wahlscheinen setzen, können sie theoretisch in fünf Wahlbezirken auch Kandidaten der AfD wählen.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:46 Uhr
Pfarrer Stefan Jürgens beurteilt die Ziele der AfD als eindeutig unchristlich.
Pfarrer Stefan Jürgens beurteilt die Ziele der AfD als eindeutig unchristlich. Foto: Christian Bödding

Pfarrer Stefan Jürgens findet mit Blick auf die „Alternative“ deutliche Worte: „Das Parteiprogramm der AfD ist mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar. Für Gott – und übrigens auch für das Grundgesetz – sind alle Menschen gleich, unabhängig von Nationalität und Religion“, stellt Jürgens klar. Dass die AfD jetzt erstmals bei einer Kommunalwahl in Ahaus antritt, sei nicht nur ihm, sondern auch den Pfarreiräten und Kirchenvorständen der katholischen Pfarrgemeinden zuwider.

Christen können ihre Stimme keiner Partei geben, deren Ziele dem christlichen Menschenbild widersprechen.

Pfarrer Stefan Jürgens

In einer gemeinsamen Pressemitteilung stellen sie klar: „Christen können ihre Stimme keiner Partei geben, deren Ziele dem christlichen Menschenbild widersprechen, deren Spitzenvertreter sich nicht eindeutig genug von populistischen, nationalistischen und rassistischen Tendenzen distanzieren und die aus den Fehlern insbesondere der deutschen Geschichte nichts lernen wollen.“

Die „Alternative für Deutschland“ tritt in Ahaus in den Wahlbezirken 4 (Irena-Sendler-Gesamtschule), 6 (Kulturquadrat), 8 (Josefschule) 9 (Anne-Frank-Realschule) und 13 (Gottfried von Kappenberg-Schule)mit ihren Kandidaten an und kämpft um den Einzug in den Rat.

Jürgens ist eines sehr wichtig, das betont er mehrfach: „Wir als Kirche wollen zwei Wochen vor der Wahl sagen, wo wir stehen. Wir greifen nicht in die Parteienlandschaft ein, aber sagen unsere Meinung.“

Heißt: Jeder möge frei für sich entscheiden, ob er beispielsweise CDU oder SPD, Grüne, FDP, UWG, WLA oder Linke wähle. Aber eben nicht die AfD. „Die rechtspopulistischen Ansätze widersprechen dem christlichen Menschenbild von der Würde und Einmaligkeit eines jeden Menschen. Wer beispielsweise fordert, man solle den Geflüchteten auf dem Mittelmeer nicht helfen, ist ein Unmensch, er kann nicht Christ genannt werden“, stellt Stefan Jürgens unmissverständlich klar.

Unabhängig von Herkunft oder Religion

Der christliche Gott sei politisch und parteiisch – aber natürlich nicht parteipolitisch. Was vielleicht im ersten Moment komisch klingt, erklärt der Pfarrer so: „Gott ist politisch, weil er sich in die Welt einmischt. Immerhin ist er Mensch geworden.“ Und: „Gott ist parteiisch, weil er besonders die Armen und Leidenden in sein Herz geschlossen hat.“

Genau das sei der entscheidende Punkt. „Wir als Christen müssen uns genau um diese Menschen kümmern.“ Unabhängig von Herkunft oder Religion.

Genau das tue die AfD aber nicht. Dabei wird Stefan Jürgens sogar noch deutlicher: „Die Unvereinbarkeit von Christentum und AfD bezieht sich auf das aktive und das passive Wahlrecht. Wer den christlichen Glauben ernst nimmt, kann die AfD weder wählen noch für sie kandidieren.“

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